Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Die Juden in Deutschland III.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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149 deutsch-polnischer Mischbevölkerung, ist es geradezu zur Regel geworden, daß die Juden, obwohl sie zahlenmäßig einen recht bescheidenen Bruchteil der Bevölkerung bilden, kurzerhand „als dritte Konfession" ein Drittel der Stadtverordnetensitze für sich in Anspruch nehmen und von der kurzsichtigen und schwächlichen „christlichen" Bevölkerung auch zugestanden erhalten. Haben die Juden das Drittel erreicht, so bilden sie wegen des Gegensatzes der deutsch-protestantischen und polnisch-katholischen Elemente sofort in allen Fragen das Zünglein an der Wage, sie schlagen sich bald auf die eine, bald auf die andere Seite, hetzen auch wohl die feindlichen arischen Brüder einmal recht tüchtig gegeneinander, der Bürgermeister hält es, wenn er überhaupt etwas durchsetzen will, mit der „fortschrittlichen" jüdischen Partei . . . und so kommt es, daß die Juden in vielen deutsch-polnischen Städten schlechtweg das Regiment führen. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gnesen besteht zu je ein Drittel aus Deutschen, Polen und Juden. Die Juden mit 1300 Einwohnern haben also ebensoviel Stadtverordnete als die 10 000 Polen und 8000 Deutschen. Im Jahre 1895 setzten die Polen und Juden auf Antrag des Juden Josef Krzywinos durch, daß der neu zu wählende Bürgermeister der polnischen Sprache mächtig sein müsse. („Deutsche Zeitung", 5. Mai 1896.) Nicht besser steht es in Schönlanke aus. Die Stadt hat zwar nur 900 Juden unter' ihren 5200 Einwohnern 17,3 v. H., aber 8 jüdische Stadtverordnete von insgesamt achtzehn — 44,4 v. H. Fünf von diesen ernannte die erste Klasse, deren Wähler mit Ausnahme von drei Deutschen lauter Juden sind! Der eine deutsche Stadtverordnete der ersten Klasse verdankt sein Mandat also lediglich der Güte der Juden. („Deutsch-soziale Blätter", 7. September 1899.) Die „Deutsch-sozialen Blätter" vom 1. März 1900 berichten: Zum Stadtkämmerer machte man in Jannowitz den Kaufmann Hermann Schlome. In Tremessen wurde der Rechtsanwalt Warschauer zum Stadtverordneten-Borsteher gewählt. In Rakel geschah dasselbe mit dem Kaufmann L. Bärwald. Krone an der Brahe erkor sich den Kaufmann Krakauer zum Stellvertreter des Stadtverordneten-Borstehers. In Jnowrazlaw ist der Kommerzienrat Levy Stadtverordneten-Borsteher, in Schneidemühl bekleidet vr. Davidsohn dieselbe Würde; in Posen heißt der betreffende Herr Dr. Landsberger, der Stellvertreter Tierarzt Herzberg. („Staatsbürger-Zeitung", 6. und 8. Januar 1901.) Der Provinz Posen reiht sich das verjudete Oberschlesien würdig an: Die Stadt Kattowitz zählte 1895 16000 Katholiken, 4000 Protestanten und 1600 Juden. In der Stadtverordneten-Versammlung sitzen 13 Juden, 10 Evangelische und 7 Katholiken. („Staatsbürger Zeitung". 18. Dezember 1895.) In Myslowitz giebt es unter 30 Stadtverordneten 10 Juden; dabei zählt die Stadt unter 12 000 Einwohnern ganze 500 Juden. Der Stadtverordneten- Borsteher ist der jüdische Rechtsanwalt Richter. Ueber die Judenherrschaft in Oberschlesien klagte in beweglichen Worten der Pastor Hartnick aus Großlassowitz, indem er auf dem 13. Allgemeinen Vereinstag der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften am 27. Sept. 1897 in Dresden Folgendes sagte: „In Ober-Schlesien ist durch den Einfluß des jüdischen Mühlenbesttzers Rosenthal die Bildung einer Verkaufsgenossenschaft und der Bau von Silos verhindert worden, weil der von dem Herrn Rosenthal durch Kreditnahme völlig abhängige Großgrundbesitz nur so stimmen und handeln darf, wie Rosenthal will. Es ist ein Jammer, zu sehen, wie unser Landvolk unter der Knute des jüdischen