Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Die Juden in Deutschland III.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9038025-9038028-423321--411-185381- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
148 kabinets, HofraL Manche, der den Titel- und Ordensschacher im großen betrieb. Wir erwähnen weiter, daß das offiziöse Organ der preußischen Negierung, die „Berliner Politischen Nachrichten", von dem mährischen Juden Viktor Schweinburg und das amtliche Organ der badischen Regierung, „Die Karlsruher Zeitung", seit dem 1. Januar 1895 von dem böhmischen Juden Julius Katz als Oberleiter redigiert, wird. Katz bezieht ein Gehalt, das dem eines badischen Ministers nicht viel nachsteht. („Deutsche Tageszeitung", 25. November 1894.) Einen schönen, hochtrabenden Titel liebt der Jude über alles: leider vermag er ihn jedoch gewöhnlich nicht mit Würde zu tragen. Man denke nur an den Exkommerzienrat Nathan Herzberg. Dieser Herr, Bankier in Köthen und gleichzeitig Gutsbesttzer, geriet im Jahre 1892 aus Anlaß einer Kartoffellieferung mit einem Abnehmer wegen einer Differenz von 12 Mk. in Streit und verklagte seinen Gegner. Das preußische Amtsgericht zu Könnern und das Landgericht zu Halle als Berufungsinstanz wiesen den Herzberg mit seiner Klage ab: dadurch wurde ihm also der civilrechtliche Vorwurf des Betrugs gemacht. Die anhaltische Handelskammer bescheinigte ihm dies noch durch ein Gutachten, „daß er als ein ehrlicher und angesehener Kaufmann nicht mehr betrachtet werden könne". In der Zwischenzeit war nun Herzberg (am 29. April 1895) vom Herzog von Anhalt zum Kommerzienrat ernannt worden. Nach dem Urteil des Landgerichts zu Halle (17. Februar 1896) aber verkündete der „Anhaltische Staatsanzeiger" vom 28. Mai 1896, daß, dem Bankier Herzberg in Köthen der ihm Allerhöchst verliehene Kommerzienrats-Titel wieder entzogen sei. — Als Herzberg den Titel trotzdem weiterführte, wurde er vom Landgericht zu Dessau zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein Bittgesuch des Herzberg an den Herzog wurde abschlägig beschieden. Daraufhin ließ Herzberg ein Flugblatt über seine Titelentziehung verbreiten, das ihm wegen Beleidigung des herzoglichen Staatsministers Freiherrn von Koseritz durch Gerichtsurteil vom 31. Januar 1900 300 Mk. Geldstrafe eintrug. („Staatsbürger-Zeitung", 30. Januar 1900 und 4. Februar 1900.) Mit großer Vorliebe drängen fich die Juden zu den deutschen Konsulats- Posten heran. Wir greifen einige Beispiele aus der großen Fülle heraus:*) In Aden haben wir als Konsul Salomon Schmuck, in Santa Fo (Argentinien) I. Fallenstein, in Buenos Aires Steifensand, inBlumenau Salinger, in Salvador A. Augspurg, in Patras A. Hamburger, in London Freund (als Kanzler), in Arbroath David Mc. Kenzie, in Bradford Edelstein, in Perth I. Löwe, in Sheffield I. Jonas, auf Ceylon PH. Freudenberg, in Toronto S. Nordheimer, in Viktoria K. Loewenberg, auf den Azoren Eiffe (?), in Moskau M. Marc, in Warschau M. Dattelbaum, in Rotterdam Dr. Perl, in Porto Katzenstein, in S. Franzisko Rosönthal usw. („Deutsch-soziale Blätter", 1. Februar 1900.) Hiernach scheint also die Regierung jüdische Männer für geeignete Vertreter des Deutschen Reiches im Auslande zu halten. Wir wollen, so lange diese Auffassung bethätigt wird, nicht müde werden, ihr zu sagen, daß sie fich damit einer verhängnisvollen Täuschung hingiebt. Einen besonderen Abschnitt verdient das Judentum im Kommunaldienst. In welcher Weise fich die Juden in die Verwaltung der Städte einzudrängen wissen, dafür liefern die meisten Großstädte und namentlich viele Städte des deutschen Ostens ein trauriges Beispiel. In manchen Gegenden, besonders in solchen mit i) «Ziehe auch Antisemiten-Katechismus S. 286 f.