Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Die Juden in Deutschland III.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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146 Die verbohrten Ausführungen des Abgeordneten Barth werden in allen vorstehend angeführten Blättern in den höchsten Tönen gepriesen, ein Zeichen, daß man in den Redaktionen nur Sinn für das hat, was Juda gefällt, nicht aber für die bedenkliche Bloßstellung des bürgerlichen Freisinns, die in den Barthschen Ausführungen für jeden urteilsfähigen deutschen Wähler liegt. — Vielleicht war die Wut der Juden, der allzeit dienstfertigen freisinnigen Abgeordneten und der freisinnigen Presse dadurch gesteigert, daß anläßlich einer Debatte über die Kohlennot der preußische Handelsminister Brefeld die jüdischen Großhändler wenige Tage zuvor als ein notwendiges Ueb el bezeichnet hatte: Keine ganz glückliche Wendung?*) Die Firma Cäsar Wollheim (Inhaber Kommerzienrat Arnhold) hatte diese Aeußerung damit beantwortet, daß sie dem Staate ihre Kontrakte kündigte, und nun sollte auch wegen der Aeußerung des Justizministers über jüdische Rechtsanwälte, Notare und Richter ein Streik in Szene gesetzt werden. Die Judenblätter verkündeten, daß alle jüdischen Handelsrichter ihr Amt niederlegen würden. Entsetzliche Drohung! Glaubt man wirklich, das deutsche Volk und die deutschen Behörden damit einschüchtern zu können? Wenn die Juden wirklich so empfindlich wären, wie sie sich stellen, wenn sie sich wirklich von allen Aemtern zurückzögen, in denen wir sie nicht haben wollen, dann wäre ja mit einem Schlage die'Juden frage ganz nach unseren Wünschen erledigt. Leider werden sie uns den Gefallen nicht thun, denn dazu müßten sie erst ganz andere werden, als sie sind, dazu müßten sie ihre hartnäckige Beharrlichkeit und Zudringlichkeit ablegen. Ohne Zweifel hätte der preußische Justizminister den Vorstoß des jüdischen Abgeordneten Peltasohn zurückhaltender beantworten können, als er gethan hat. Daß er sich so offen äußerte, geschah vielleicht im Hinblick auf die durch den Konitzer Mord und seine Behandlung hervorgerufene Erregung: Er wollte vielleicht den zu erwartenden Angriffen von antisemitischer Seite die Spitze abbrechen. Möglich auch, daß die oben (S. 138) berichteten Fälle in. Dillenburg und Saalfeld, die die wahre Stimmung der Bevölkerung gegen jüdische Richter widerspiegeln, den Herrn Justizminister zu entschiednerem Auftreten veranlaßt haben. Nochmals: Wir freuen uns, daß man im preußischen Justizministerium nicht mehr blind für die eingeborenen Rasseneigenschasten der Juden, nicht mehr taub für das Urteil des deutschen Volkes über sie ist, aber wir müssen auch wiederholen, daß die von der preußischen Justizverwaltung den Juden gegenüber neuerdings eingenommene vorsichtigere Haltung billigen Ansprüchen noch lange nicht genügt ^mindestens müßte die Anzahl jüdischer Aichter, Rechtsanwälte und Notare auf das ihrem Bevölkerungsanteil entsprechende Maß zurückgeführt werden. Um das bei den Rechtsanwälten zu erreichen, wäre freilich eine Einschränkung der freien Advokatur erforderlich: wieder ein Beweis, daß durch die Anwesenheit der Juden das deutsche Volk um seine Bewegungsfreiheit gebracht wird. Vielleicht noch schlimmer als wir leidet unser österreichisches Brudervolk unter der Verjudung seines Richterstandes. Daß man aber auch hier die Gefahr erkannt hat und Abhilfe zu schaffen sucht, beweist ein im Jahre 1897 gestellter Antrag des Wiener Vizebürgermeisters Dr. Neumayer, den wir hier abdrucken wollen, da er unserer Volksvertretung zum Muster dienen könnte. Die jüdischen Händler sind zweifellos ein Nebel. Aber eiy notwendiges? Nein! Daß man sie, .die großen wie die kleinen, auf deutschem Boden ihr Spiel treiben läßt, ist nicht nötig, sondern ein Ausfluß unverzeihlicher Schwäche und Leichtherzigkeit.