Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 145

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 145 (sequence 46)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9038025-9038028-423321--408-185378
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

145 langen Jahren wird kein Jude Reserve- Offizier, wenigstens nicht in Preußen. Er wird es nicht, selbst wenn er die vorzüglichsten Eigenschaften bethätigt. Er wird es nicht, lediglich weil er Jude ist, und oft genug kommt ja der Fall vor, daß der Hauptmann oder Rittmeister eines Einjährigen ihm selbst sein Bedauern ausspricht, daß er aus bekannten Gründen ihn nicht befördern könne. "18) — Die Beförderung von Juden in Richtersteüen soll unter dem Justizminister Schönstedt weit schwerer geworden sein als früher. (Nun, dafür muß ihm das deutsche Volk nach unserer Meinung dankbar sein). — „Der Rede fehlt nur noch Eins: Er hätte in geistiger Gemeinschaft mit seinem Kollegen Brefeld die Juden, soweit fie sich den: Studium ergeben, als notwendiges Uebel bezeichnen müssen". (Kein notwendiges, aber sicher ein Uebel sind sie). — Der Artikel schließt damit, daß, wie bei den Juden üblich, auf die wohlgefüllte Tasche geklopft wird: „Doch, um gerecht zu sein: den reichen Juden geht's nicht schlecht. Wenn flch's um öffentliche und patriotische Sammlungen und um Komiteebildungen handelt für notleidende Indier oder für unsere in China stehenden Truppen, dann genießen sie volle Gleichberechtigung und ihre Namen dürfen neben hohen Würdenträgern, auch neben Ministern stehen, und wer besonders ehrgeizig ist, kann auf diese Weise auch — neben den Justiz - minister gelangen". (Hier zeigt sich recht deutlich, wozu nach jüdischer Auffassung der unter amtlicher oder höfischer Protektion betriebene Wohlthätigkeitssport gut ist). Saale-Zeitung vom 1. Februar: „Herr Schönstedt erklärt .....: Ich erkenne an, daß die Juden gleichberechtigt sind, ich erkenne aber nicht an, daß die Ablegung der Examina den Juden ein gesetzliches Recht auf Anstellung gewähre. Gegen diese mit dem klaren Wortlaut der Verfassung in schneidendem Gegensatz stehende Auffassung des Herrn Justizministers protestierte ganz energisch der Abgeordnete Dr. Barth namens der gesamten Linken". Hier haben wir also den klaren Ausdruck der freisinnigen Theorie, „daß der klare Wortlaut der Verfaffung" dem deutschen Volke verbieten soll, sich zu kratzen, wo es juckt. Kleine Presse zu Frankfurt a. Main vom 3. Februar: „Ob die Berliner Bevölkerung, die sich doch sonst im Punkte der „Intelligenz" ziemlich hoch einzuschätzen pflegt, das Armutszeugnis 19) wirklich verdient, das ihr der preußische Justiz minister mit dieser Aeußerung vor aller Welt ausgestellt hat, wissen wir nicht, es erscheint uns mindestens sehr fraglich, denn die paar Antisemitenblätter der Reichshauptstadt und die Leute, die hinter ihnen stehen und hier und da einmal in den Gerichtssälen auftauchen, machen wirklich nicht den Eindruck, als ob das Hetzgeschäft in Berlin seinen Mann besonders gut nähre und von den Radaubrüdern, die nach Gerichts-Ansicht „bildlich, nicht wörtlich" zu nehmenden Brandreden des Dreschflegelgrafen Pückler zubrüllen, dürfte wohl die übergroße Mehrzahl weniger mit Notaren als mit dem Strafrichter in geschäftlichen Beziehungen stehen^). Aber wie immer es sich damit verhalten möge, die von dem Leiter des preußischen Ministeriums der Gerechtigkeit eingestandene Zurücksetzung der jüdischen Rechtsanwälte hinter ihren „christlichen" Kollegen bei der Besetzung der Notariate ist unter allen Umständen unzulässig, weil sie als eine Verletzung der Verfassung erscheint, nach der bei der Besetzung öffentlicher Aemter das religiöse Bekenntnis nicht in Betracht kommen darf". Wir führen diese Stelle als glänzendes Beispiel jüdischer Unverschämtheit an, wie denn die „Kleine Presse" überhaupt eine Fundgrube von dergleichen Reinkulturen jüdischen Geistes ist. — Der Justizminister wird dann als „geständig" der Verfaffungsverletzung bezeichnet, mit deren Festnagelung der Abgeordnete Barth einen „sehr glücklichen Anfang" gemacht habe. — „Die Antisemiterei ist eben ein standesgemäßer Junkersport^), auch ungefähr eben so geistreich wie Fuchsjagden, Taubenschießen, Pferderennen und dergleichen Zeitvertreibe für Leute, die nichts Vernünftigeres zu thun wissen". Sehr lehrreich; aber in anderer Art, als der Verfasser sich wohl gedacht hatte. *8) Und dann ist der Freiwillige ein „Märtyrer". Mit den Märtyrern der christlichen Kirche wurde doch weniger glimpflich umgegangen: Geschunden oder verbrannt zu werden, thut weher. *9) Das ist die freche jüdische Art, über den Antisemitismus des ganzen deutschen Volkes zu sprechen. Wie lange noch wollen wir die Frechheit dieses Gesindels dulden? 20) Der Antisemitismus hat seinen Hauptsitz bekanntlich in den gutbürgerlichen Kreisen der akademisch Gebildeten und unseres schwer kämpfenden gewerblichen Mittelstandes. 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.