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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 144

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 144 (sequence 45)
Language
German
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144 Vossische Zeitung vom 2. Februar. Die Mitteilung des Justiz-Ministers, „alle andern Verwaltungen lehnen es ab, jüdische Herren zu übernehmen", wird als eine „Anklage gegen das ganze Staatsministerium" bezeichnet. — Dann wird zum Preise jüdischer Juristen der „berühmte Handelsrechtslehrer Lewin Goldschmidt" angeführt, und daß Herr Schönstedt selbst doch einer Gedächtnisfeier für diesen Juden beigewohnt habe. — Dann kommt folgendes schöne Zugeständnis: „Nicht der einzelne Kandidat hat ein Recht auf Anstellung, aber die gesamte Kategorie hat ein Recht, dagegen Einspruch zu erheben, daß sie ihres Glaubens^) wegen zurückgesetzt oder vom. Staatsdienst oder von der Beförderung ausgeschlossen werde." Es handelt sich nicht um den Glauben, sondern um die von der Person untrennbaren Rasieneigenschasten, gute Vossin! — „An den Justizminister darf die Frage gerichtet werden, welche traurigen Erfahrungen denn er oder seine Vorgänger mit jüdischen Richtern gemacht haben16). Sind sie weniger befähigt, weniger gewissenhaft als ihre christlichen Amtsgenossen? Und wenn ihnen oft genug nahe gelegt wird, sich um der Beförderung willen taufen zu lassen: Werden sie durch Erfüllung dieser Bedingung wirklich andere Menschen? Gewinnen sie dadurch höhere Vertrauenswürdigkeit?" — Es handelt sich nicht um Befähigung und Gewissenhaftigkeit, sondern um den deutschen und jüdischen Geist, der in den Bewerbern steckt: Darin, daß der jüdische Geist durch Taufwasser * *6) nicht ausgetrieben wird, muß man der „Vossischen Zeitung" Recht geben. — „Man erzählt, daß der Kaiser bei seinem jüngsten Besuch in Hamburg dem Generaldirektor Ballin gesagt habe, er stehe noch nicht an der rechten Stelle^), es müsse dafür gesorgt werden, daß er dahin gelange. „„Ja, Majestät wissen wohl nicht . . „„Was, daß Sie Jude sind? Das ist mir ganz gleichgiltig, das macht mir nichts; daß können Sie jedem sagen."" So der Kaiser. Die Minister glauben sich nicht berechtigt, die gleiche Gesinnung zu beweisen. Wenigstens bis auf weiteres. Doch die Welt ist rund und muß sich drehen, und vielleicht herrscht einmal auch ein anderer Kurs wieder in Justiz und Verwaltung." Das ist der bekannte Unfug mit Kaiserworten. Wir machen zu dieser Erzählung der „Vossischen Zeitung" zunächst ein dickes Fragezeichen.- Sollte sie sich aber bewahrheiten, so würde daraus nur folgen, daß unser Kaiser allen Anlaß hat, zu beachten, daß auch der scheinbar „anständigste" Jude stets zur Indiskretion geneigt ist, daß im Verkehr mit ihnen daher die äußerste Zurückhaltung und Zugeknöpftheit geboten ist, für einen Monarchen noch viel mehr wie für einen Minister oder Privatmann. Der Jude ist eben der personifizierte Teufel, der gleich nach der ganzen Hand greift, wenn man ihm den kleinen Finger nur — zeigt! „Die Welt am Montag" vom 4. Februar: „Soweit ich die Berliner Bevölkerung bis in sehr konservative, hochadlige und hohe Beamtenkreise hinein kenne, ist es ihnen ziemlich gleichgiltig, ob der Notar, an den sie sich wenden, zur Kirche oder zur Synagoge oder zu keinem von beiden hält; die berufliche Tüchtigkeit allein entscheidet bei der Ueberzahl der Menschen." Der Artikel ist „Hello" unterzeichnet. Bekanntlich reicht die Verjudung in sehr konservative hochadlige und hohe Beamtenkreise hinein; wir haben das ja auf den vorstehenden Seiten zur Genüge beleuchtet. Und Hello dürste wohl, sei es durch seinen persönlichen Geschmack, sei es durch sein Stammesgefühl darauf angewiesen sein, gerade in diesen verjudeten Kreisen zu Verkehren. Frankfurter Zeitung vom 3. Februar: Hier werden die Juden in der sentimental-thränenreichen Manier „geborene Märtyrer" genannt, „den^ seit Nicht des Glaubens, sondern der eingeborenen Rasseneigentümlichkeiten wegen. Die Vossische hat Barths Hinweis aus die Liste der Gelausten übersehen. *5) Wir empfehlen der „Vossischen Zeitung" die Beschäftigung mit dem Halle Liebmann (siehe Jahrbuch für 1900, S. 64). Sie kann an dieser Stelle auch Nachlesen lassen, wie die Juden s e l b st über jüdische Richter denken. 16) Ab^ auch nicht durch das Staatsbürgerrecht und durch die Verfassung. Wenn die Judenschützer thun, als wenn sie das glaubten, so ist das ein moderner staatsrechtlicher Wunderglaube. 17) Der Meinung sind auch wir. Aber, wohin mit Herrn Ballin und seinen großen Gaben? Vielleicht findet sich -„die rechte Stelle" für ihn an der Spitze der Baron Hirschschen Judenkolonien in Argentinien!

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