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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 134

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 134 (sequence 35)
Language
German
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134 Aber wie es Abend ward, Ging der Jude durch den Wald Mit großem Sack und großem Bart. Der sieht die goldnen Blätter bald. . . Der Geheime Regierungsrat verbessert: Aber wie es Abend ward, Ging ein Kaufmann durch den Wald Und wie er's Bäumlein gewahrt, Sieht er auch die goldenen Blätter bald. . . Der Dichter würde sich int Grabe umdrehen, wenn er wüßte, was ein preußischer Schulrat aus Judenfürchtigkeit mit seinem geistigen Eigentum macht. l„Tägliche Rundschau", 3. Oktober 1894.) In der 11. Auflage des Lesebuches ist an der genannten Stelle der ursprüngliche Text wieder hergestellt. Die öffentliche Besprechung des Falles scheint dem Herrn Schulrat also sein deutsches Gewissen wieder gestärkt zu haben. — In der Sammlung Neu-Ruppiner Bilderbogen (Verlag Gustav Kühn) ist der Vers folgendermaßen geändert: Aber als es Abend ward, — Ging ein Bauer durch den Wald ... Wahrlich sehr zeitgemäß! Den Juden will Herr Kühn nicht kränken, auf den Bauer, den begehrlichen Agrarier, braucht man weniger Rücksicht zu nehmen, dem kann man den Diebstahl schon anhängen. Welche Schmerzen bereitet doch der harmlose Vers unseren Judenfreunden! — Im Jahre 1894 veranstaltete Herr Bernstein (Inhaber der Ferd. Dümmlerschen Verlagsbuchhandlung. Berlin) eine „nach ethischen Gesichtspunkten revidierte" Ausgabe der Grimmschen Märchen, durch die „auch sehr viele Roheiten" beseitigt werden sollten. Es handelte sich natürlich nur darum, einige den Juden unbequeme, im übrigen aber prächtige Stücke urwüchsigen, deutschen Volkshumors, wie z. B. die Geschichten „vom Juden im Dorn" und „der gute Handel" einfach zu unterschlagen. Das nennt man dann deutsche Märchen reinigen und „versittlichen". während es in Wirklichkeit nichts anderes ist, als ein ruchloses Attentat-auf ehrwürdige Güter der deutschen Volksseele. („Deutsche Wacht", 4. April 1894.) Was wir soeben von Presse und Litteratur ausgeführt haben, gilt in gleicher Weise vom Theater und von der Kunst.') Nicht nur die Theaterdirektoren, Regisseure, 'Sekretäre, Agenten sind größtenteils Juden, sondern auch der Schauspielerstand und sogar das Theaterpublikum verjudet mehr und mehr. Dieser letzte Umstand wird selbst von Juden zugegeben. In Nr. 25 der zionistischen Wochenschrift „Die Welt" schreibt Max Ar am unter der Ueberschrift „In der Stille": „Und zahlreich genug lzumal das eigentliche Theaterpublikum der Großstädte ist in der That ein beinahe ausschließlich jüdisches) suchen sich auf diesem Wege (nämlich auf dem Wege zu den Tempeln der Kunst) auch die modernen Juden aus der betäubenden Enge des rein familiären Lebens zu retten." In der Welt der Theater und Konzerte sitzen die Juden als alte Kreuzspinnen da und verstehen es, junge wie alte Künstler an sich zu locken, um sie womöglich ihr ganzes Leben hindurch auszusaugen und auszupressen. Von den männlichen Künstlern wollen diese Ehrenmänner Geld und immer Geld, und was sie von den jungen Künstlerinnen wollen und auch erhalten — nun wir brauchen es wohl nicht zu sagen. Die von den jüdischen Direktoren an den deutschen Bühnen hervor- 9 Antisemiten-Katech Ismus, S. 260 f. Stille, Judentum, S. 176 f.

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