Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Die Juden in Deutschland III.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Wie weit das Schächten in Deutschland verbreitet ist, davon macht sich der Laie gewöhnlich keine rechte Vorstellung. Da eine vollständige Statistik fehlt, . so wögen einige Beispiele ein ungefähres Bild entwerfen: In Großumstadt (Hessen) wurde schon 1692, wie der „Reichsherold" vom 9. August 1892 meldet, 15 jüdischen Familien zu Liebe alles Vieh geschächtet. Dasselbe wird aus Gießen (Hessen), Aurich (Ostfriesland) und Schlüchtern (Hessen-Nassau) berichtet. In Oberhomburg (Lothringen) essen alle Einwohner nur Fleisch von geschachteten Tieren, weil die beiden einzigen Fleischergeschäfte in jüdischen Händen sind; dasselbe wird aus Oerlinghausen (Teutoburger Wald) berichtet, obwohl dort unter 2300 Einwohnern nur 40—50 Juden sind und alle fünf Fleischergeschäste Deutschen gehören. („Deutsche Zeitung", 30. Juli 1896.) — In Eschwege (Hessen-Nassau), wo unter 10000 Einwohnern kaum 600 Juden leben, schachten fast sämtliche Metzger. („Deutsch-soziale Blätter", 1. September 1898.) Bei Gelegenheit einer Schlachthausrevision in Rheydt (Rheinland) wurde festgestellt, daß dort 53 pCt. sämtlicher Schlachttiere geschächtet' werden, obwohl es nur 0.8 pCt. Juden unter der Rheydter Einwohnerschaft giebt. („Staatsbürger- Zeitung", 11. Mai 1897.) — In Köln lRhein) stellte sich im August 1899 bei Gelegenheit einer Schächtdebatte in der Stadtverordnetenversammlung heraus, daß 4/5 von allem im Kölner Schlachthos getöteten Vieh geschächtet wird. („Staatsbürger-Zeitung", 26. August 1899.) In Bütow (Pommern) wird den paar Judenfamilien zu Liebe 95 pCt. alles Schlachtviehes geschächtet. Für jedes geschachtete Stück Vieh fließen 4 Mk. in die Synagogenkasse. Der Seminardirektor des Ortes traf nun mit einem Fleischer ein Abkommen, daß für das Seminar Fleisch von geschlachtetem und nicht geschachtetem Vieh geliefert werde. Wegen dieser ganz berechtigten Handlungsweise wird der Seminardirektor von jüdischer Seite in unverschämter Weise angegriffen; man forderte die Fleischer auf, sich diesem Boykott nicht stillschweigend zu fügen. Ein starkes Stück! („Frankfurter Post", 1. Juni 1898.) Nur in Rheydt hat man den Kampf gegen das Schächten energisch ausgenommen.^ Vor einiger Zeit verbot der Schlachthofvorsteher den jüdischen Schlächtern Hertz und Klein, in einer Woche mehr als ein Stück Großvieh und ein Kalb im Schlachthause zu schächten; der christliche Meister Ditges hingegen sollte dort überhaupt keine Schächtung vornehmen. Nach erfolgter Beschwerde beschritten die drei Männer gegen den Oberbürgermeister von Rheydt den Klageweg bei dem Bezirksausschuß zu Düsseldorf, da ihnen das Töten des Viehes durch den Schächtschnitt nicht verboten werden könne. Nachdem die Sache alle Instanzen durchlaufen hatte, fällte schließlich das Oberverwaltungsgericht die Entscheidung, daß jede Gemeinde, die ein eigenes Schlachthaus besitzt, auch Vorschriften darüber erlassen könne, wie das Schlachten vorgenommen werden solle.- Nur müssen die Bestimmungen für jedermann gleich sein. Entweder muß eine Schlachtmethode allgemein verboten oder gleichmäßig gestattet werden. („Staatsbürger-Zeitung", 16. Januar 1901.) Die Städte mit eigenen Schlachthäusern haben es demnach in der Hand, das Schächten ganz und gar zu verbieten. Leidcr hat man, außer in Rheydt, bisher noch keinen Gebrauch davon gemacht. Die Juden wissen es also infolge ihrer ungeheuren Machtmittel durchzusetzen, daß in vielen deutschen Städten mit Rücksicht aus sie fast alles Vieh geschächtet wird. Sie erlauben den Nichtjuden dafür großmütig, die Hinterviertel der geschächteten Tiere und das von ihnen verworfene, also in ihren Augen unreine Fleisch essen zu dürfen und außerdem den jüdischen Kultusdiener mit zu unterhalten. Der Fleischer