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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 112

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 112 (sequence 13)
Language
German
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112 von den Zionisten beachtet zu werden,' bemüht, zeigen folgende Sätze aus der „Neuen Zürcher Zeitung" vom 23. August 1899*). Mr. White, der amerikanische Gesandte am Berliner Hofe, faßte seinen Rat,' welchen er den Zionisten giebt, in die Worte zusammen: „Man wende sich um Hilfe an den deutschen Kaiser!" In der That zeigte Wilhelm II., dessen universellem Geiste so leicht nichts entgeht, ein lebhaftes Interesse für die schöne' Sache, auf welche er besonders durch seinen Oheim, den Großherzog von Baden, der dem Zionismus sehr geneigt ist, aufmerksam gemacht wurde. Auf diplomatischem Wege wurde Dr. Herzl in Kenntnis gesetzt, daß ihm der deutsche Kaiser eine Audienz zu gewähren wünsche. Diese fand im vorigen Herbste zu Jerusalem statt. Ist in der Umgebung des Kaisers niemand, der ihn darauf aufmerksam macht, daß ein großer, und gerade der überzeugt monarchisch denkende Teil des deutschen Volkes Fernhaltung der Juden von den Stufen des Thrones fordert? Wie weit die Juden in ihrer Großmannssucht und in ihrer Anmaßung dem Kaiser gegenüber zu gehen wagen, beweist folgende Zeitungsnachricht, die im September 1895 von Ofenpest aus von den Juden geflissentlich verbreitet die Runde durch die Tagessblätter machte: „Der hiesige Arzt Dr. Alexander Morgenstern hat heute Fräulein Antonia Classen geheiratet, deren Mutter die Schwester von Professor von Esmarch in Kiel ist. Da letzterer eine. Tante der deutschen Kaiserin zur Gemahlin hat, ergeben sich nunmehr verwandtschaftliche Beziehungen zwischen der deutschen Kaiserfamilie und Dr. Morgenstern." („Staatsbürger-Zeitung", 29. September 1895.) d. Daß sich die Juden auch an den Kaiser Franz Josef von Oesterreich cherandrängen werden und daß diese Bemühungen nicht ohne Erfolg sein werden, läßt sich nach den eigentümlichen österreichischen Verhältnissen von vornherein vermuten. Ob man aber deshalb recht hat, den österreichischen Kaiser als besonderen Judenfreund hinzustellen, ist eine andere Frage. Man weiß, welche Anstrengungen der Wiener Rothschild und andere Juden machten, um bei Hofe empfangen zu werden. Schließlich gelang es und es dauerte dann auch gar nicht mehr lange, daß 'judenfreundliche Aeußerungen des Kaisers eifrig kolportiert wurden. Neuerdings ist folgende Geschichte bekannt geworden: Der Kaiser Franz Josef empfing den Prager Rabbiner Dr. Kisch, der für die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes dankte. Der Rabbiner bedeckte .dann sein Haupt und . sprach hebräisch und deutsch den Segen über den Kaiser; er sagte u. a., daß die Gnade des Kaisers allein seinen Glaubensgenossen in Böhmen in diesen schweren Tagen Trost biete. Der Kaiser erwiderte: „Ja, Ihre Glaubensgenosien haben jetzt schwere Tage, aber es ist schon besser geworden. Ich bin sehr empört über diese Roheiten." Dr. Kisch bat um die Erlaubnis, diese Worte seinen Glaubensgenossen mitteilen zu dürfen, worauf der Kaiser sagte: „Ich bitte, thun Sie das!" — („Staatsbürger-Zeitung", 17. Dezember 1899.) e. Der König Eduard VII. von England ist bekanntlich ein großer Judenjreund. Er steht bei Rothschild und Hirsch tief in der Kreide, er macht häufig Jagdausflüge zu Hirsch und führte seine Mutter und andere Anverwandte bei. 'Rothschild ein. Im Jagdgehege des Sir Edward Lawson in Hall Barns stieß ihm s. Zt. ein Unfall zu, der sein'Augenlicht gefährdete. In den letzten Jahren ist er auch in engere Beziehungen getreten zu Sir Arthur Sassoon und dessen Bruder Reuben, der ihm sein prächtiges Haus in Brighton zur Verfügung stellte. War schon das Zeitalter der Königin Viktoria, in der sogar ein jüdischer Premierminister Disraeli (später Lord Beaconsfield) lange Jahre die auswärtigen Angelegen- *) Vergl. Giese, Die Judenfrage am Ende des 19. Jahrhunderts, S. 71.

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