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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 111

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 111 (sequence 12)
Language
German
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—- 111 — eignet ist, das Andenken des alten Kaisers in den Augen jedes echten Deutschen, herabzusetzen. — Die Antwort des Kaisers ist sehr kühl gehalten. Herr von Lucanus schreibt: der Kaiser sehe keinen Grund zu dem Briefe. „Die Juden dürfen aus den Allerhöchsten Schutz um so sicherer rechnen, je mehr dieselben nach Ihrer-Versicherung bestrebt sein werden, keiner anderen Klasse der Bevölkerung in Bethätigung wahren Patriotismus undechter Bürgertugend nachzustehen." — Wir bedauern, daß die Rothschild auf ihren unpassenden Brief überhaupt einer Antwort gewürdigt ist. Der kaiserliche Brief enthält aber einige, für die Juden, höchst unangenehme Wahrheiten." Am Anfang des Jahres 1898 wurden wir durch die Nachricht überrascht, der Londoner Rothschild habe vom König von Preußen einen hohen Orden erhalten wegen seiner „Verdienste um Erhaltung des Weltfriedens". Die Nachricht ist. nicht widerlegt worden. Während des Kaisermanövers im Jahre 1898 gab der Kaiser den Spitzem der Provinz Westfalen ein Diner in Oeynhausen, zu dem auch der jüdische Fabrikdirektor Victor aus Bad Oeynhausen geladen worden war. In der Villa dieses Herrn wohnten während der sechs Manövertage die Prinzessin Victoria von Schaumburg-Lippe, die Schwester des Kaisers, und Prinz Adolf, deren Gemahl. Der Frau Direktor Victor wurde mit einem huldvollen Schreiben des Kaisers als sichtbares Zeichen kaiserlicher Huld und Anerkennung eine kostbare Brosche mit dem kaiserlichen Namenszuge in Brillanten verliehen. („Frankfurter Post",. 1. Oktober 1898.) Auf den Festtagen, die im Sommer 1899 in Kiel stattfanden, erschien unter den Festgästen auch der Fürst von Monaco mit seinem Vergnügungsdampfer und wurde vom Kaiser, den er seinen „Freund" nennt, empfangen. Einzelne nationale Blätter haben damals geglaubt und zu erkennen gegeben, daß ein Fürst, welcher einen vertragsmäßigen Anteil an dem Millionenraub hat, den die Spielbankjuden, von Monte Carlo jährlich von zahllosen Selbstmordkandidaten ergattern, kein germ gesehener Gast an deutschen Fürstenhöfen ist. Aber die Zeiten und Anschauungen! ändern sich. Bekanntlich ist der Fürst mit seiner hohen Gemahlin, einer geborenem Jüdin Heine, schon im Berliner Königsschloß empfangen worden. Darüber wird', sich der Fürst um so mehr gefreut haben, als alle seine Versuche, bei dem Großvater des jetzigen deutschen Kaisers, Wilhelm 1., vorgelassen zu werden, an der unüberwindlichen Abneigung des letzteren gegen den Spielbankfürsten scheiterten. Als der Kaiser im Januar 1901 in Hamburg weilte, verlieh er dem Generaldirektor Ballin, der, wie gewöhnlich, kaum von seiner Seite wich, den Kronenorden II. Klasse. — Die „Vossische Zeitung" weiß sogar zu erzählen, daß der Kaiser . zu Ballin gesagt habe, er stehe noch nicht an der rechten Stelle, es müsse dafürgesorgt werden, daß er dahin gelange. Auf die Einwendung Ballins, daß er Jude sei, habe der Kaiser erwidert: „Das ist mir ganz gleichgiltig, das macht mir nichts,, das können Sie jedem sagen." — Wir bezweifeln diese Geschichte und rechnen sie den anderen jüdischen Erfindungen zu. Immerhin ist nicht zu bezweifeln, daß Ballin. beim Kaiser in großer Gunst steht, wie es auch seinerzeit unwidersprochen gebliebem ist, daß Ballin in Sachen des Fleischbeschaugesetzes dem Kaiser ein Gutachten — selbstverständlich im Sinne des Händlertums — abgegeben und dadurch die Reichs- Regierung zur Schädigung der heimischen Produktion mitbeeinflußt hat. („Staatsbürger-Zeitung", 3. Februar 1901.) Während der Palästinareise des Kaisers wußten es die Zionisten durchzusetzen, daß der Kaiser einige ihrer Vertreter empfing. Wie sie das nun zur Reklame verwenden und es gar so hinstellen, als habe der Kaiser sich förmlich um die Ehre,.

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