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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Die Juden in Deutschland III. · p. Seite 105

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Die Juden in Deutschland III.
Date
1901-01-01
Page
Seite 105 (sequence 6)
Language
German
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105 I. Rosenblath aus Lemberg hinweggelassen. Warum? („Frankfurter Post",.. 1. August 1898.) , Der sozialdemokratische Abgeordnete Rosenow unterzog in einer Rede über die Gewerbenovelle im Reichstage (28. November 1899) die Geschäftsordnungen verschiedener Firmen seiner Kritik. Die „Deutsche Handelsw." (1. Februar 19001 schreibt dazu: Die dabei befolgte Taktik verdient festgenagelt zu werden, weil sie typisch ist für die sozialdemokratische Kampfesweise. Herr Rosenow machte nämlich die Firmen Wessel, Schulte & Co., Berlin, Pofistr. 6, und Meidner & Co. in Dresden-Neustadt namhaft, sprach dann aber ferner von den Geschäftsordnungen einer Manufakturwarenfirma in St. Johann, eines Warenbazars, der in Nürnberg sein Hauptgeschäft hat und in Köln, Frankfurt a. M., Würzburg, Duisburg, Augsburg Filialen besitzt und von einer Berliner Firma in der Frankfurter Allee. Die Inhaber der ersten beiden namhaft gemachten Firmen find Deutsche. Wir wollen die Herren keineswegs in Schutz nehmen, das sei' ferne von uns. Was Herr Rosenow über diese beiden Firmen aussagte, entspricht nach den von uns eingeholten Erkundigungen der Wahrheit. Aber wir fragten uns doch, weshalb macht er denn die anderen Firmen nicht namhaft? Nun, weil die Inhaber der anderen Firmen demselben auserwählten Volke angehören, von dem auch Herr Singer abstammt.. Daraus ist es zu erklären, weshalb für die Sozialdemokratie bezüglich der Namen dieser Firmen Schweigen Gold bedeutete. Das sozialdemokratische „Offenbacher Abendblatt" schrieb am 9. Oktober 1900: „Verführter Arbeitgeber? Eine ewige Don Juan-Natur scheint einem Offenbacher Schuhfabrikanten beschieden zu sein, der bereits ein stattliches Alter aufweist und, trotzdem er verehelicht ist, fortgesetzt verbotene Früchte im Garten der Liebe unter seinen Arbeiterinnen zu pflücken trachtet. Ueber die Verfehlungen dieses Ehemannsmusters gegen das sechste Gebot weiß man seit langem manche seltsame Histörchen zu erzählen. In letzter Zeit war in der Fabrik dieses Haremsliebhabers eine in der Umgegend wohnhafte verheiratete Arbeiterin in Beschäftigung getreten und sofort hatte der Besitzer solches Wohlgefallen an ihr gefunden, daß er gleich in der ersten Woche durch gleißende Versprechungen ihre eheliche Treue stark auf die Probe stellte. Einmal abgeblitzt, setzte der sonderbare Sittlichkeitsschwärmer seine Versuche fort und machte der Frau den pfiffigen Vorschlag, sie solle ihm Sonntags vormittags in der Fabrik einen Besuch abstatten und ihrem Manne zu diesem Behufe vorschwindeln, sie erhielte zu dieser Zeit erst ihren Wochenverdienst. Um den alten Wüstling los zu werden, versprach die Frau, darauf einzugehen. Zu der festgesetzten Zeit fand sich aber — der Ehe-- mann der Frau ein, um dem liebedürstenden Alten den Standpunkt gründlich klar zu machen. Natürlich spielte nun der Fabrikant den Unschuldigen, ja er wagte es sogar, sich als Opfer der Verführung der Frau hinzustellen. Freilich schien dieser sittenstrenge Arbeitgeber keine Ahnung davon zu haben, daß die ihn angeblich in Versuchung Führende schon gleich bei ihrem Arbeitsantritt von weiblichen Personen der Fabrik auf die moralischen. Schattenseiten dieses Unternehmers gebührend aufnlerksam gemacht worden war." — Leider unterläßt es das Blatt, den Namen dieses Herrn zu verraten, aus welchem Grunde wohl? Nun, weil es sich um den ältesten Teilhaber der Firma Salomon Schönhoff Söhne' handelt. („Deutsche Handelsw." 15. November 1900.) Im November 1900 wurde in Prag von sozialdemokratischer Seite folgender Aufruf veröffentlicht: „Aufruf an die sozialdemokratischen Wähler Prags! Der jüdische Verein für Böhmen wendete sich mit der Bitte an die Prager sozialdemokratische Parteileitung, die Sozialdemokraten mögen zur Unterdrückung der Folgen des Hülsner-Prozesses beitragen, wogegen der Verein bei den Wahlen in der fünften Kurie sich für die sozialdemokratischen Arbeiter einsetzen werde. Wer also Anhänger unserer Partei ist, arbeite im Interesse Hülsners." Schamloser kann sich die Verbrüderung des Judentums und der Sozialdemokratie nicht offenbaren. („Staats-- bürger-Zeitung", 1. Dezember 1900.)

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