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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage. · p. Seite 86

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage.
Date
1901-01-01
Page
Seite 86 (sequence 18)
Language
German
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86 wohl, wie der Jude insgemein von dem SLrolchjuden in Rumänien zu unterscheiden ist, und ärgere mich daher stets von neuem, wenn Nachrichten von levitischen Kravallen eintreffen, gegen welche die auswärtigen SchutzmächLe Protest erheben." „In den bessarabischen Bezirken", berichtete Fürst Karl seinem Vater am 15. Februar 1872, „sind von der Oppositionspartei einige Judenhetzen ins Werk gesetzt worden; die Regierung hat aber sofort zu energischen Maßregeln gegriffen, um die Ruhe wiederherzustellen. Die Zeitungen übertreiben wieder furchtbar und sprechen von Hunderten obdachloser Familien und von Massenauswanderung der Juden nach der Dobrudscha. Dies gehört wieder einmal in den Bereich der Erfindungen. Alle Vertreter der Großmächte müssen bezeugen, daß die Regierung ihre Pflicht gethan hat!" . Einige Tage später schrieb Fürst Karl: „Bei der Judenhetze in Bessarabien hat das Ministerium energisch durchgegriffen. In Ismail und Cahul sind die Präfekten abgesetzt worden, weil sie keine Umsicht gezeigt haben und schwach gewesen sind; die Anstifter sind eingesperrt und werden der gerechten Strafe nicht entgehen. In der Moldau hetzt die Opposition unaufhörlich gegen die Juden; es sind aber alle Maßregeln getroffen, daß keine Unordnung vorkommt." Kaiser Wilhelm über die Jude«. In einem Briefe vom 27. April 1872 schrieb Kaiser Wilhelm dem Fürsten Karl von Rumänien: „Es ist eine schwere Aufgabe, Partei für eine Rasse von Menschen zuweilen nehmen zu müssen, die so sind, wie ich sie aus dem russischen. Polen im Uebermaß kenne! Wenn in den neuesten Ereignissen bei Dir die Schuld der Juden, nach Ausspruch deines eigenen Gouvernements, gar nicht so groß war, als man anfänglich glaubte, und nun dennoch die harte Strafe erfolgt ist, so ist allerdings Gnade wohl angebracht und andrerseits die nicht schnell und stark genug angewendete Reprimierung von Aufläufen und Judenverfolgungen zu bedauern." Parlament und Diplomaten im Dienste jüdischer Politik. Endlich begann die Agitation der Alliance Israelite Universelle, nachhaltig unterstützt durch das Echo der ganzen liberalen Presse, die erwartete Wirkung zu äußern und es stellten sich, in den Dienst der jüdischen Politik die Volksvertretungen wie die Diplomaten der meisten europäischen Mächte. Als im April 1872 das Schwurgericht von Busen unschuldige Juden verurteilte, schuldige Christen aber freisprach, richtete das gesamte Konsularkorps an die rumänische Regierung Protestnoten. Ende April verlangte das englische Parlament eine diplomatische Intervention; alle Kabinette, mit Ausnahme des russischen, wollten in dieser Sache Vorgehen. Fürst Karl hoffte mit der Begnadigung der Verurteilten den Sturm beschwören zu können. Im Deutschen Reichstage waren die Juden damals viel einflußreicher als gegenwärtig und so gelang es ihnen, die rumänische Judenfrage Mitte März 1672 zum Gegenstand einer Erörterung zu machen auf Grund einer Eingabe des Vorstandes der Synagogengemeinde zu Lyck mit dem Verlangen, das Deutsche Reich möge den Judenverfolgungen, in Rumänien ein Ende machen. Damals schilderte der Abgeordnete Dr. Bamberger die mißliche Lage der Moldauer Israeliten in den schwärzesten Farben und erklärte es für die Pflicht der Westmächte, dieselbe zu verbessern. Abgeordneter Miguel war aber trotz aller Sympathie für die Sache der bedrängten Juden doch der Ansicht, daß man sich hüten müsse, zu weit zu gehen in dem Bestreben, den Juden zu helfen, weil dadurch deren Lage noch verschlechtert

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