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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage. · p. Seite 74

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage.
Date
1901-01-01
Page
Seite 74 (sequence 6)
Language
German
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74 Hamburg von dem Vertreter der Stiftungen des Baron Hirsch, namens Tuch, 75 Mark. Als diese Juden in New-Aork ankamen, wurden sie, nach einer Meldung des „Onrrierol roman-american", fast sämtlich an der Ausschiffung verhindert, weil keiner von ihnen den Besitz von zehn Dollars Nachweisen konnte, und sie hätten wieder nach Europa zurückkehren müssen, wenn nicht ein reicher New-Uorker Jude .Bürgschaft für sie hinterlegt haben würde. Nach amtlichen Angaben wanderten aus Rumänien in der Zeit von Ende Juni 1899 bis Ende Juni 1900 gegen 6000 Juden aus. Im Juli und August 1900 nahm diese Auswanderung noch erheblich zu, bis ihr ein gewaltsames Ende gemacht wurde. Mittelbare Ursache war die Mißernte des Jahres 1899 mit der nachfolgenden Verarmung der Landbevölkerung. Die Lage der rumänischen Juden mag vielfach ungünstig gewesen sein, aber noch viel übler stand es um die rumänische Landbevölkerung. Tausende von rumänischen Bauern wurden von der Pellagra, von dieser Folge äußersten Elends und Hungers,, befallen. .Diesen Bauern gegenüber, schrieb die judenfreundliche „National-Zeitung" Mitte August 1870, „find die armen Israeliten noch immer besser daran; denn ihre Glaubensgenossen in der ganzen Welt tragen dazu bei, ihnen die Auswanderung und Anstedlung in fernen Ländern zu ermöglichen; und diese großen Erleichterungen dürften der wahre Grund für die Massenauswanderung sein. Die auswandernden Juden erhalten von Glaubensgenossen, die in allen Ländern der Welt zu diesem Zwecke Zusammengetreten find, und Sammlungen veranstalten, nicht nur Fahrkarten zur Reise, sondern auch Kleider, Unterkunft, Nahrung und bares Geld, ja teilweise sogar eine Ansiedlungsparzelle. Unter so günstigen Bedingungen würden sich wohl in allen Ländern — nicht nur in Rumänien — viele Auswanderer finden." Thatsächlich wurde die Auswanderungsbewegung erst durch die Agitation der Alliance Israelite Universelle hervorgerufen. Darüber hat eine in diesem Falle gewiß zuverlässige Quelle, nämlich der „Hamburger Korrespondent", am 13. Juli 1900 uähere Angaben gemacht. „Die rumänischen Städte," so schrieb das Hamburger Blatt, „insonderheit diejenigen der Moldau, haben eine übergroße Zahl von Juden, die vom Handel oder von bestimmten Handwerken leben. Diese Juden sind viel zu zahlreich, als baß sie prosperieren könnten, und so ist immer ein gewisser Prozentsatz zur Auswanderung bereit; es genügt dann ein Anstoß, wie der der letzten Mißernte, um den Stein ins Rollen zu bringen. Eine auswandernde Familie zieht immer eine ganze Menge anderer mit sich. Der große Umfang, den die Auswanderung dann, nachdem der Anstoß gegeben war, angenommen hat, muß aber auf die Agitation der Alliance israälite zurückgeführt werden, die zunächst für Palästina und sodann für Amerika warb. Es ist nicht zu leugnen, daß die rumänische Gesetzgebung in mancher Hinsicht den Juden das Fortkommen erschwert, indem sie sie als Fremde von manchen Gewerken ausschließt; die Handhabe dazu bietet der Artikel 7 der Verfassung, der bei den eigentümlichen Bevölkerungsverhältuissen nicht entbehrt werden kann. Die Aufhebung dieses Artikels ist aber das Ziel, das die Alliance israelite anstrebt und zu dessen Erreichung sie immer wieder bei sich bietender Gelegenheit Rumänien Schwierigkeiten zu bereiten sucht. So hat sie auch bei den Auswanderungen die Hand im Spiele und sucht die Lage der rumänischen Juden möglichst traurig erscheinen zu lassen, damit die öffentliche

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