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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage. · p. Seite 71

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage.
Date
1901-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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71 Eine besondere Art der rumänischen Juden kennzeichnete am 21. Juli 1900 Me Münchener „Allgemeine Zeitung" indem sie schrieb: „Ein Volkselement ist es, das alle Schichten der Bevölkerung durchdringt, überall sich einzuschleichen, festzusetzen weiß und von der Arbeit anderer sein Dasein fristet. Es sind das die in Rumänien zahlreichen Wanderjuden, denen die Bauernschaft ebenso zum Opfer fällt, wie der Bojare. Es ist keine Klage gegen das Judentum, der Antisemitismus ist uns fremd: wir konstatieren nur eine soziale Thatsache, deren verherende Folge kein Unbefangener zu leugnen vermag. . . . Wer die amtlichen Berichte über das Treiben dieser „Kaufleute" unter dem ruthenischen Volk im nordöstlichen Ungarn kennt, der wird es begreiflich finden, wenn Rumänien das Verweilen dieses Volkselementes nicht wünschen, nicht begünstigen kann. Sie sind ein Krebsschaden am Volksleib." Im allgemeinen treffen auch auf die rumänischen Juden die Schilderungen zu, die Prinzessin Therese von Bayern, die Tochter des Prinzregenten Luitpold, in ihrem Buche „Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland" (herausgegeben unter dem Namen Therese von Bayern) von den russischen Juden entworfen hat: „Die Juden, eine entschiedene Landplage für Westrußland, nehmen daselbst eine einflußreiche Stellung ein, die ihnen auf Kosten der kleinrussischen Bauern durch die Mißwirtschaft des polnischen Adels eingeräumt ist und die man ihnen jetzt nicht mehr entreißen kann. Am dichtesten außer in Polen selbst und im nördlichen Weißrußland sitzen sie in Wolhynien, Podolien und Kiew, erstrecken sich aber auch in erklecklicher Anzahl nach Bessarabien hinein. Man trifft sie überall, wo es ein Geschäft zu machen gilt, und es giebt kaum ein Dorf, geschweige denn eine Stadt, in welcher sie nicht die Verkaufslokale und Wirtshäuser inne hätten. Die ackerbautreibende russische Bevölkerung ist ihnen gänzlich preisgegeben und seufzt unter ihrem Drucke. Sie sind die Zwischenhändler, welche dem vom Markte entfernten Landwirt das Getreide um möglichst niedern Preis abhandeln und es dann auf dem Markte um einen möglichst hohen wieder losschlagen. So fließt aller Profit in ihre, der jüdischen Zwischenhändler, Taschen und der Bauer kann trotz allen Fleißes nicht in die Höhe kommen. Schlimmer noch gestalten sich die Dinge, wenn die Landwirte unter dem Jahre Geld benötigen und ihnen keiner der zahlreichen ländlichen Vorschußvereine zur Verfügung steht. In diesem Falle wenden sie sich in ihrer Klemme schließlich an die Juden, verpfänden ihnen die künftige Ernte, den Tabak auf dem Felde, das Vieh im Stalle und werden somit, namentlich wenn hierauf die Ernte schlecht ausfällt, auf ewige Zeiten in ihre Gewalt gegeben. Und nicht nur, daß die Juden auf die Preise drücken, sie lassen sich gegen die Bauern überdies alle möglichen Betrügereien zu Schulden kommen, indessen sich der Mushik (Bauer), was es ihm auch für Opfer kosten mag, seinem Ueberlister gegenüber redlich und worttreu benimmt. Bis vor kurzem hatten die Juden auch fast alle Branntweinschänken im Besitz, eine weitere Gelegenheit, die Bauern, welche sie zum Trinken verleiten, so ziemlich rein auszuplündern. Hiermit ist aber die Aufzählung der verschiedenen Gestalten, unter welchen die Juden sich auf Kosten des Volkes bereichern, noch nicht erschöpft. Eine weitere Art des Blutsaugens betreiben diejenigen Juden, welche die Fähren gepachtet haben und das Fährgeld nach Gutdünken erhöhen. Um nur auf ihren Wegen nicht zu lange aufgehalten zu werden und hierdurch nicht noch größern Schaden an Arbeitszeit und Güterwerk zu erleiden, bezahlen die Bauern schließlich willig oder unwillig das geforderte Fahrgeld. An eine Klage bei Gericht ist ihnen hierbei selten zu denken erlaubt, da sie, wie zum Beispiel die Tschumaken, oft nur Durchreisende sind und eine Klage

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