Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Diplomatie und Hochfinanz in der rumänischen Judenfrage.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 diplomatische Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von hervorragendem Werte, nicht zuletzt durch Bekanntgabe des umfangreichen Briefwechsels des Königs Karl mit den Fürsten und Staatsmännern seiner Zeit. Fürst Karl war anfangs liberal gesinnt und kein Gegner der Juden. Als er aber auf seiner ersten Reise in die Moldau, Ende August 1866, die Juden aus nächster Nähe sieht, beginnt er zu verstehen, so berichtet das Königswerk: „wie der Widerwille gegen diese fremde Rasse so mächtig in seinen Landeskindern anwachsen konnte." Fortwährend vernahm der Fürst Klagen über die Juden. „In den Dörfern der Moldau ist der Jude der einzige Schankwirt und Krämer, er verführt die Bauern, seinen verfälschten Branntwein zu trinken, und ist immer bereit, Vorschüsse zu geben, um die Schuldner ganz in der Hand zu haben. Daher der Hatz gegen diese Blutsauger, der allerdings den Zuzug und die schnelle Vermehrung der Juden nicht hindert. Uebrigens sind die Moldauer Juden schmutzig und verwahrlost, können also, auch abgesehen von ihrer Habsucht und ihren damit zusammenhängenden demoralisierenden Eigenschaften, absolut nicht als Kulturelement bezeichnet werden." An einer anderen Stelle berichtet das Königswerk über Beobachtungen des Fürsten in Botoschani, wo sich unter 30 000 Einwohnern 39 Prozent Juden finden. Der ganze Ort, heißt es, bekommt durch sie einen sehr unschönen Anstrich. „Diese polnischen Juden in ihren langen, schmutzigen'Kaftanen, mit ihren schwarzen Ringellocken, die ihnen vor den Ohren übers Gesicht herabhängen, sehen womöglich noch widerlicher aus. als ihre engen, dunklen Behausungen." Aehnliche Eindrücke erhielt auch der Franzose E. Desjardins, der im Jahre 1867 mit entschiedener Voreingenommenheit für die Juden nach Rumänien gekommen war, nachdem er aber die dortigen Juden kennen gelernt hatte, in seiner Flugschrift von ihnen sagte: Sie seien Fremde auf dem rumänischen Boden, nicht nur der Sprache und Sitte, sondern auch dem Geiste nach, und wollten auch Fremde bleiben! Sie sendeten ihre Kinder nicht in die rumänische Schule, obgleich sie ihnen unentgeltlich geöffnet sei; der ganze Kleinhandel (Milch, Fleisch, Früchte rc.) sei in ihren Händen, besonders aber der Vertrieb des Branntweins, den sie selbst nicht tränken, sondern mit Vitriol gemischt den Rumänen verkauften. — In der Moldau sei der Jude auch Schneider, Schuster, Uhrmacher, Klempner, vor allen Dingen aber Wucherer. Bis zu 50 Prozent monatlich nehme er von dem Entliehenen, und da es keine Kreditanstalten gebe, müßten in Zeiten der Not, bei jeder schlechten Ernte, alle zu ihm ihre Zuflucht nehmen. Auch von jüdischen Organen in Deutschland ist zugegeben worden, daß die rumänischen Juden auf einem sehr niedrigen Kulturzuftande stehen. Nach einem Bericht, den die „Frankfurter Zeitung" am 15. Juli 1900 veröffentlichte, sind in der ganzen oberen Moldau Rabbiner mit einer nur einigermaßen wissenschaftlichen Vorbildung außerordentlich selten anzutreffen. Der jüdische Religionsunterricht stehe auf einer bedauerlich Liefen Stufe. Um so eifriger werde dafür von verschiedenen aus der Schule irgend eines Wunderrabbi hervorgegangenen jüdischen Volkslehrern „konfessioneller Aberglaube und zelotisches Festhalten an rituellen Aeußerlichkeiten gepredigt", ja selbst ein Abweichen von der überlieferten Bart- und Haatracht des polnischen Judentums als Abfall von den religiösen Ueberlieferungen der Väter verdächtigt. Die ganze Erziehung der rumänischen Juden ist eine talmudifche, die Uebervorteilung und Ausbeutung aller Nichtjuden gilt dem jüdischen Hochmut und Fanatismus als erlaubt, ja als erwünscht.