Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Aus der Kille. Innerjüdisches Gemeindeleben und damit Zusammenhängendes.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 drücken, wir wollen durch sie unsere heilige und gerechte Sache mit männlichen^ Mute geführt sehen. Unsere Gegner draußen sollen erkennen, daß sie nicht mit einer zusammenhangslosen Menge zu thun haben, wenn sie unsere unverbrüchlichen Rechte und unsere heilige Religion' anzutasten wagen." Unser vielerwähnter unverfrorener Bekannter, Herr M. A. Klausner hat im April 1899 in der wissenschaftlichen Beilage zur „Israelitischen Wochenschrift" 1899,, Nr. 13 einen Vortrag über „die Entwickelung unserer Gemeindeverhältnisse" veröffentlicht. Darin fordert er mit derselben Keckheit, wie jener Central-Verein: „Bei der Unifizierung der Judengesetze wird dafür Sorge zu tragen sein, daß auch formal ausgesprochen wird: die jüdische Religionsgesellschaft gehört zu den anerkannten Religionsgesellschaften. Das ist eine unbedingte selbstverständliche (!) Forderung, die gar nicht von der Hand gewiesen werden kann. . . Wir haben ein Anrecht darauf, daß.unsere Rabbiner den Geistlichen der anderen Kirchen (!) gleichgestellt werden.. Wir haben ein Anrecht darauf, daß unsere jüdischen Lehrer den Lehrern anderer Konfessionen (!) durchaus konform behandelt werden." — Man lernt doch noch immer etwas Neues: die jüdische Religionsgenossenschaft ist also — Herr Klausner, der Wahrheitsliebende sagts ja! — eine Kirche; sie ist eine „Konfession"; dann kann sie also nur eine christliche Sekte sein. — „Verdunkelung des Tatbestandes" ist. etwas, worin die Juden im allgemeinen Meister sind. Herr Klausner zeigt hier, daß er diese Kunst aus dem Grunde gelernt hat. In beiden zitierten Ergüssen haben wir ein Programm, das ganz ohne jede Einschränkung die Gleichberechtigung der jüdischen Religionsgesellfchaft fordert. Wir wissen aber aus allzu vielfältiger Erfahrung, daß jede Gleichberechtigung der Juden in Wirklichkeit alsbald zu einer Vorrechtsstellung derselben führt. Wir können daher nur die Hoffnung und sichere Erwartung aussprechen: so gottverlassen wird doch keine deutsche Regierung sein, daß sie aus diese Leimruten der Fremdlinge geht. Man hat doch in den Kreisen der Behörden nachgerade überall eingesehen, — wenn man es auch nicht ausspricht — welch' verhängnisvolle Folgen die bürgerliche Emanzipation der Juden gehabt hat. Wir glauben, daß jeder Kultusminister, wenn wir nicht einmal einen Judensproß auf diesem Posten bekommen sollten, den dringenden Wunsch haben muß, daß der Rabbiner nicht das Recht bekommt, in jeder Schule dreinzureden und auf die Satzungen seiner Religion pochend, die Schuleinrichtungen nach seinem Sinne zu modeln, unternehmen kann. Jüdischer Geschichtsunterricht. Ein klassisches Beispiel für den unglaublichen Rassendünkel und -Hochmut der sich auserwühlt dünkenden bietet ein Aufsatz über die Bedeutung des jüdischen Geschichts-Unterrichts für die religiöse Erziehung von Rabbiner Dr. Guttmann („Israelitische Wochenschrift" 1899 Nr. 13, Beilage):. „Der Unterricht in der jüdischen Geschichte ist . . . schon an sich ein Religionsunterricht im höchsten Sinne des Wortes. Wenn uns schon eine denkende Betrachtung der Geschichte im allgemeinen über das Walten Gottes im Leben der Völker belehrt, so tritt uns diese heilige Offenbarung nirgendwo so mächtig und so eindrucksvoll entgegen wie in der geschichtlichen Vergangenheit und in den wechselvollen Schicksalen des jüdischen Stammes. Das Judentum bildet, wie der große jüdische Dichter und Denker Jehuda Halewi sagt, das Herz der Menschheit; demgemäß stellt die Geschichte des Judentums gleichsam die Geschichte des Menscheuherzens dar, die Geschichte der heiligen Ideale, die durch das Judentum dem Menschenherzen sind eingeprägt wordenU) Und wir sollten unsere Jugend nicht eiuführen l) Welch Geschwätz! Die Juden sind selbst das Herz der Menschheit und prägen diesem heilige. Ideale ein. Zu dumm für einen Tertianer-Aufsatz.