Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Aus der Kille. Innerjüdisches Gemeindeleben und damit Zusammenhängendes.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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46 verlangte von ihnen, daß sie sich den Bauch ausschlitzen sollten, und das mochten sie nicht. Wer will -ihnen das verdenken? .... Zum Schluß preist Herr JDr. Hirsch- Hildesheimer den Frieden, der aus der Trennung hervorgeht, und die Wirksamkeit im Dienst der gemeinsamen jüdischen Ideale. Ich traue dem Frieden nicht, der von jener Seite gepredigt wird und der zuläßt, daß man mit sofortiger Entlassung dem. Beamten droht, der ein Gotteshaus der Großgemeinde, wäre es selbst das orthodoxe, besucht! Ich will nichts wissen von gemeinsamer Wirksamkeit, die lediglich darin besteht, daß jene Seite die unsere anschnorrt." — In der Schnoddrigkeit ist Herr M. A. Klausner doch allen stets um einige Nasenlängen voraus! Gemeinde und Schule. Wir haben an anderer Stelle x) dargelegt, welche Pläne die Juden in Bezug auf unsere Schulen haben. Hier wollen wir nur einiges nachtragen, was dem blödesten Auge klar machen muß, wessen wir uns von den. dreisten Gästen von der anderen Rasse zu versehen haben. Eine Forderung, über die wir uns bereits a. a. O. geäußert haben, ist die, daß die Rabbiner die Aufsicht über den jüdischen Religionsunterricht erhalten sollen. In der „Israelitischen Wochenschrift, 1898, Nr. 40, liest man in einem Aufsatze „Eine Aufgabe für den Gemeindetag": „Die geplante Inspektion des Religionsunterrichtes bedeutet durchaus kein Mißtrauen gegen unseren Lehrerstand. Daß. unsere Lehrer an redlichem Streben und Wollen ihren andersgläubigen Kollegen in. nichts nachgeben, ist hinlänglich bekannt und anerkannt und braucht hier durchaus nicht erst hervorgehoben zu werden. Aber gleichwohl erscheint es mir dringend geboten, daß auch dem jüdischen Lehrer die Wahl des Lehrstoffes nicht allein über-- lassen bleibe, das ist ja . . . weder im.evangelischen noch im katholischen Religionsunterricht der Fall. . . . Wenn auch jetzt in unseren Provinzen die geistlichen Schulinspektoren den weltlichen Kreisschulinspektoren weichen sollen, so ist damit keineswegs auch erwiesen, daß die Geistlichen nicht das Recht behalten werden, den Religionsunterricht zu inspizieren. Uebrigens ist auch der weltliche Kreisschulinspektor in der Lage, den Religionsunterricht seiner. Konfession wohl zu kontrollieren, wovon doch beim jüdischen Religionsunterricht keine Rede ist." Also der jüdische Religionsunterricht soll den Rabbiner in die Schute ziehen.. Um ihn in alle Schulen als Ausflchtsbeamten hineinzubringen, ist logischerweise das vorzüglichste Mittel, schlankweg zu fordern, daß in allen Schulen der jüdische Religionsunterricht obligatorisch gemacht wird. Der Central-Verein für die Interessen der jüdischen Gemeinde zu Berlin hat im Herbst 1898 denn auch einen Aufruf erlassen, in welchem er frisch und frei heraus sagt: „Den obligatorischen jüdischen Religionsunterricht an den Volksschulen haben wir erlangt — wir erstreben seine geordnete Durchführung an allen weltlichen Schulen. An den Gemeindebehörden ist es, kraftvoll und mit anhaltendem Eifer an der Erreichung dieses Zieles zu arbeiten, und deshalb brauchen wir Männer, die nicht widerwillig dem Strom der öffentlichen Meinung sich fügen, sondern die mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Unsere Forderung hat allmählich durch ihre einleuchtende Gerechtigkeit die ganze Gemeinde gewonnen, so daß sie keine lauten Gegner mehr hat." Gleichberechtigung der jüdischen Religionsgesellschaft. Wir erfahren am Schluffe dieses Aufrufs denn auch ganz unverblümt, was der eigentliche Endzweck dieser Forderung ist: „An dieser Stelle ist einzusetzen, damit wir erlangen, was uns gebührt: die Anerkennung unserer Religionsgemeinschaft im Staate als einer gleichberechtigten. Wir wollen nicht, daß unsere Vertreter sich ducken und sich. „Die deutsche Schule in Gefahr!" Berlin bei W. Giese. Preis 0,80 Mk.