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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Aus der Kille. Innerjüdisches Gemeindeleben und damit Zusammenhängendes. · p. Seite 34

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Aus der Kille. Innerjüdisches Gemeindeleben und damit Zusammenhängendes.
Date
1901-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 In seiner Schrift spricht Herr Levinstein aus, man habe gesagt, daß die, die für die Sonntagspredigt und reicher ausgestatteten Gottesdienst seien, aus eigenem Mitteln Synagogen bauen könnten. Das gehe nicht an, da die Steuern des Staates, der Kommunen und jüdischen Gemeinde zu schwer auf die Mitglieder drücken, alsdaß sie neue Lasten auf sich nehmen könnten. Darauf erwidert Herr M. A. Klausner a. a. O.: „Ich gestehe, daß ich zu der Levinsteinschcn Begeisterung ein besseres Zutrauen hatte, als durch diese Worte gerechfertigt wird. Ist der Drang nach Sonntags- Predigt gar so heiß, so dürften, die ihn empfinden, die Befriedigung sich schon etwas kosten lassen, wie eS die unter uns thun, die für die Befriedigung ihrer traditionellen religiösen Bedürfnisse sorgen, ohne sich deswegen mit begehrlich geöffneter Hand an die Gemeinde zu wenden. Sie würden damit wenigstens bekunden, daß die Levinsteinsche Sache ihnen ein Opfer wert ist. Sie selbst, Herr Levinstein, sind ein reicher Mann. Die Summe, die Sie für Ihre Agitation ausgegeben haben, reichte aus, die Kosten der von Ihnen gewünschten Einrichtung auf Jahre hinaus zu bestreiten. — Sie haben sich früher auf den Grand-Rabbin von Frankreich Zadok Kahn als auf eine mit Ihnen übereinstimmende Autorität berufen. Sie haben aber verschwiegen,, daß dieser Prophet, der für uns zu den kleinsten gehört, im eigenen Lande mit seinem Plane einer Sonntagsseier vom Konsistorium abgewiesen worden ist, das nur religiöse und geschichtliche Vorträge am Sonntag zulassen wollte." . . . „Die Männer, die Ihnen zustimmend geantwortet haben, können des guten Glaubens sein, daß mit der Einführung des sonntäglichen Predigtgottesdienstes eine Beeinträchtigung des Sabbats nicht notwendig verknüpft, gewiß nicht beabsichtigt sei,, denn in Ihren Einladungen haben Sie feierlich versichert, daß an dem Sabbat, der heilig sei und eine der Grundvesten des Judentums bilde, nicht gerüttelt werden solle. Sie selbst sind aber nicht irregeführt worden. Sie haben irre geführt, Sie haben durch falsche Vorspiegelungen die zustimmenden Unterschriften erschlichen! Sie selbst haben wenige Monate vor Beginn Ihrer jetzigen Agitation für die Abschaffung des Sabbats und seine Ersetzung durch den Sonntag plädiert. Sie thaten dies unter Berufung darauf, daß angeblich die heilige Schrift nur von einem siebenten Tage, nicht von einem bestimmten Tage als dem Sabbat spreche, und daß es dem „Gotte Israels ganz gleich sei, ob wir den einen oder den anderen Tag als siebenten Tag wählen"." Im Februar 1900'kam die Angelegenheit in der Repräsentanten-Versammlung der Berliner jüdischen Gemeinde zur Verhandlung. Bei dieser Gelegenheit fielen verschiedene recht interessante Aeußerungen. Der „konservative" Professor Baginsky (ao. Professor der Kinderheilkunde.au der Universität, Direktor des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinder-Krankcnhauses) sagte u. a. („Israelitische Wochenschrift" 1900, Nr. 8): „Es sei unverkennbar, daß die beiden Strömungen, die sich in dieser Frage gebildet, eine gewisse Berechtigung hätten; aus der einen Seite die Strömung, die aus das Alte, das sie nicht verlassen wolle, zurückschaue, und auf der andern Seite die Strömung, die sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen von dem Historischen loslösen wolle. Er wollte die zweite Gruppe gar nicht verurteilen, doch dürfe sie nicht verlangen, daß auch die erste Gruppe sich von der Geschichte trenne. Er werde deshalb niemals zustimmen können, daß von seiten der jüdischen Gemeinde die Wege geöffnet werden für Handlungen, die. die gesamte Geschichte des Judentums hinter sich lassen. Er könne nicht dazu beitragen, daß die Gotteshäuser an einem Sonntag, geöffnet werden, so lange er die Ueberzeugung hätte, daß die Einrichtung des Sonntags die gewesen sei, die thalsächlich dazu geführt hätte, in der historischen Zeit das Christentum vom Judentum zu trennen. Die Trennung Zwischen Juden und

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