Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
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28 spotteten. Der Jude Orobio, der selbst schon als Christ geboren war, (vergl. S. 31) legt von der Thatsache der Verstellung der getauften Juden Zeugnis ab: Wie sorgfältig auch die Inquisition auf die getauften Juden Acht gebe, könne sie dies doch -nicht verhüten, weil. die Verstellung von ihnen aufs höchste getrieben werde. Von feiner eigenen Verstellung schreibt er: „Wie oft habe ich elender Sünder nicht meine Kniee vor dem Baal (!) gebeugt." Nach seinem Berichte waren die Mönchs- und Nonnenklöster in Spanien voll von Juden, und Priester, Bischöfe, ja Inquisitoren pflichteten in ihren Herzen dem mosaischen Glauben bei.^) Dazu kam der Umstand, daß viele spanische Adlige, um ihre Vermögensverhättnisse aufzubessern, reiche ^Jüdinnen heirateten, was ebenfalls den höchsten Unwillen des Volkes erregte. Versichert doch Graetz: „Fast in dem ganzen hohen Adel Spaniens fließt jüdisches Blut." Selbst nnter den nächsten Verwandten des Königs Ferdinand gab es jüdische Mischehen. Unter solchen Umständen ist es denn gar nicht verwunderlich, daß wieder einmal ein Aufstand gegen die Juden in Toledo ausbrach, zumal hier die Marranos -eine Verschwörung gegen die Inquisition angezettelt hatten, wie sie auch in Saragossa im Jahre 1485 den Inquisitor Peter Arbues in der Kirche ermordeten. Der Aufftand in Toledo kostete vielen Juden Leben und Güter. Nach eingetretener Beruhigung wurde die alte Verordnung, daß die Juden von allen öffentlichen und höheren Aemtern ausgeschlossen sein sollten, auch für die getauften Juden erneuert.^) Nun scheinen sich die Juden, d., h. die getauften, wieder hinter den Papst gesteckt zu haben, womit sie ja (wie schon erwähnt) öfters Erfolg hatten. Wh: hören in diesen .Zeiten auch aus Italien häufig, daß die Juden den Schutz der Päpste genossen, zum Teil gegen Bezahlung hübscher Geldsummen. Der Papst Nicolaus V. erließ also eine Bulle, in der er allen den Bann androhte, welche die getauften Juden von geistlichen und weltlichen Aemtern ausschließen würden. Diese Bulle wurde jedoch Dom Volke nicht gut ausgenommen und scheint auch keine Wirkung gethan zu haben, denn der Papst mußte sie mit einer nachfolgenden unterstützen. „Die Juden hätten — sagt Graetz — nach allen diesen Vorgängen wohl gefaßt darauf sein können, daß ihr Bleiben in Castilien und Aragonien nicht mehr Don Dauer sein würde. Allein sie liebten Spanien zu sehr, als daß sie sich ohne dringenden Zwang (! Der Verf.) davon hätten trennen können. Auch schützte sie das Königspaar öfters gegen Unbilde (sic!) — wofür Graetz dann allerlei Beweise nnführt — auch rechneten die spanischen Juden auf ihre Unentbehrlichkeit (als Finanzleute, Aerzte, Advokaten) für die Christen." Und über dasselbe Thema äußert sich Graetz an anderer Stelle mit der ihm eigenen, ungewollten Selbstverspottung: „Die jüdischen Bewohner dieser glücklichen Halbinsel haben durch ihre innerliche Beteiligung an dem Lande (was heißt das? Der Verf.), das sie liebten, wie man nur ein Vaterland liebt, (wohlgemerkt, der Jude kennt nicht „das" oder „sein" Vaterland, fondern nur „ein" Vaterland! Der Verf.) zu dessen Größe beigetragen." Ja, das haben die Jahrhunderte gelehrt! Außerdem war ja der be— rühmte Abarbanelov) am castilianischen Hofe sehr angesehen, ebenso der Finanzjude Abraham, — weshalb sich die Juden in falschen Hoffnungen wiegten. — 4S) „Canonici, episcopi, inquisitores in corde indaizant“. 49) Möglicherweise war der Aufstand auch zum Teil durch Ueberschreitung der Amtsbesugnisse ^incs solchen Juden in Toledo veranlaßt worden, denn er war wegen einer Steuer ausgebrochen, die den Einwohnern auferlegt worden war. 50) Dieser Jude wagt es an einer Stelle zu sagen: „Das auserwählte Volk ist des ewigen Lebens würdig, die übrigen Völker sind den Eseln gleich." Der Talmud stellt alle Nichtjuden den Hunden gleich, ja unter dieselben! Die biederen Deutschen lächeln über solche „Harmlosigkeiten".