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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 22

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 Bibel über die Eroberungsgeschichte Kanaans erzählt wird, und über die Art, wie die Juden die Einwohnerschaft ganzer Städte ausrotteten, oft unter ganz unmotivierter Anwendung der ausgesuchtesten Martern.^) Aber was über diese jüdischen Schändlichkeiten die Bibel erzählt, das wird mit dem Mantel der j ü.d.i s ch e n Nächstenliebe zugedeckt, ja es wird wohl gar in gedankenloser Andächtigkeit im christlichen Religionsunterricht unserer Schulen gelesen, ohne daß man etwas Anstößiges daran findet. Möglich, daß auch diese Maßregeln dem Geiste der damaligen Zeit entsprochen haben. Dann soll man aber auch die spanischen Inquisitoren nicht als Ungeheuer hinstellen, denn sie kämpften für die nationale Reinheit ihres Volkes und für die Ehre ihres Glaubens eben auch nur mit den Mitteln, die dem Zeitgeiste entsprachen. Sie waren in die Verteidigung gedrängt, während die Juden, gerade so wie zur Zeit Jakobs- Samuels und Davids und wiederum in unseren Tagen die Angreifer waren und sind. Man mache sich doch nur klar, um was es sich bei diesen Kämpfen handelte. Die Spanier wollten die Juden nicht unter sich dulden, es sei denn, daß diese sich entschlössen, von ihrem Judentum zu lassen und sich den Spaniern zu assimilieren. Darum verlangten sie von ihnen den Uebertritt zum Christentum als Vorbedingung für weitere Duldung im Lande. Wohlgemerkt: ehrlich gemeinten Uebertritt, aus dem nach der Meinung der christlichen Bevölkerung dann vollständiges Gleichwerden mit dieser erwachsen sein würde. Diese Hoffnung war freilich damals ebenso trügerisch, wie sie es heute ist; sie beruhte auf dem gänzlichen Verkennen-der körperlichen und besonders geistigen Eigenschaften, die lediglich durch die Zugehörigkeit zu einer Nasse bestimmt und durch keine religiösen Ueberzeugungen irgendwie beeinflußt werden können, aber sie war gut und freundlich gemeint. Was thaten nun die Juden? — Sie machten sich innerlich über die gutmütigen und vertrauensseligen Castilianer lustig, sie sagten: „Was kann da sein? — Warum sollen wir uns nicht lassen Laufen? —", blieben aber im Herzen und in ihrer ganzen Gesinnung durch und durch Juden und verspotteten noch obendrein ihr Wirts- Volk und seine Religion. War es ein Wunder, wenn das Volk schließlich über dies vertragswidrige Verhalten der Juden ergrimmte, wenn es ihnen die Gastfreundschaft kündigte und dazu überging, die Parasiten auszurotten, die sich dem Volkskörper, obgleich ihnen der Weg dazu geebnet worden war, nicht anschließen wollten? — Was blieb den Spaniern anders übrig, als die in jener Zeit üblichen Gewaltmittel anzuwenden, nachdem die gütliche Eingliederung der Juden sich als unausführbar erwiesen hatte? — Ihr Verhalten ist, wenn man den jener Zeit angemessenen Matzstab anlegt, der höchsten Achtung wert, um so mehr, als in jener Zeit das nationale Empfinden der europäischen Völker verhältnismäßig nur sehr schwach entwickelt war. Unter der Maske des Christentums waren Juden in Klöster, sogar zu geistlichen Aemtern gelangt, wie schon erwähnt; ja sogar im Jnquisitionsgerichte sollen getaufte Juden gesessen haben, die im Herzen stets Juden blieben.^) Da mußte ß wohl notwendig Entsetzen beim Volke erwecken, wenn es sich klar machte, daß die heiligen Sakramente von Männern ausgeteilt wurden, die im Herzen darüber 40) Vergl. die Gräuel, über die im Buche Esther berichtet wird. Ferner: 1. Samuel 15; Josua, 8. 15; 2. Samuel. 12. und 1. Mos. 34. 4?) In der neuesten Zeit haben wir ähnliches an den Pastoren Schwalb in Bremen und Wallfisch in Dresden erlebt. Der erstere, ein bekannter Kanzelredner in B., erklärte bekanntlich vor einigen Jahren in seiner Abschiedspredigt öffentlich, daß er während seiner ganzen 25jährigen Wirksamkeit als „christlicher" Prediger dem Judentum treu geblieben sei. Eine ähnliche Erklärung gab der andere ab. Vergl. dazu: Antisemitisches Jahrbuch für 1900, S. 40/41.

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