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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 20

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 Herrschaft der Mauren in Spanien ein Ende machte. 41) (Vergl. dazu auch S. 7.) Diese Verheiratung sollte einen Wendepunkt für die Schicksale der Juden 'in Spanien bilden. Anfangs allerdings waren die Juden der Hoffnung — weil (selbst nach jüdischen Quellen) Ferdinand von einer jüdischen Großmutter abstammen sollte —, dieser werde, seiner Abstammung eingedenk, ihnen geneigt sein.^) Aber es sollte anders kommen. — - Die Inquisition in Spanien. (1478—1492) Die getauften Inden machten in den vereinigten Königreichen den dritten Teil (II) der Stadtbewohner aus, besaßen riesige Reichtümer, verwalteten zum Teil hohe Aemter, hatten großen Einfluß und waren vielfach mit altadligen Familien verschwägert — aber sie neigten durchweg wieder zum Judentum. Das empörte das Volk nnd auch die Kirche. Der Papst Sixtus IV. ermächtigte daher im Jahre 1478 durch eine Bulle das Königspaar, außerordentliche Inquisitoren zu ernennen und gegen die judaisierenden Ketzer vorzugehen. Ferdinand scheint noch gezögert zu haben, wahrscheinlich weil sich jüdischer Einfluß noch bemerkbar, zu machen verstand, denn erst zwei Jahre nach Erlaß der Bulle wurden die Mitglieder des Inquisitions-Tribunals ernannt. Das erste Ketzergericht sollte zunächst gegen die Marranos in Sevilla und Umgegend gerichtet sein. ' Als es seine Thätigkeit begann, flohen sofort aus dieser Stadt 8000 Marranos. Die anderen verabredeten eine Verschwörung gegen das Tribunal und verteilten frech Geld und Waffen unter das Volk. Aber die Verschwörung wurde verraten und. nun ging man natürlich erst recht scharf gegen die Urheber derselben vor: die Haupträdelsführer wurden zum Lode verurteilt und verbrannt. In weniger als einem Jahre sollen dann in Sevilla gegen 300 Marranos verbrannt worden sein. Graetz giebt'zu: „Es waren solche, die das Judentum bis zum letzten Augenblicke bekannten und ihren Abfall von der Kirche nicht verleugnten." Na also! Ihr Vermögen wurde eingezogen. Natürlich blieben die eigentlichen Juden nicht verschont, denn ihnen -machte man doch mit Recht den Vorwurf, daß sie die Getauften wieder zum Abfalle verleiteten. Graetz sagt über das Verhältnis beider Teile: „Der Zusammenhang zwischen Juden und Marranos war viel zu eng, als daß erstere nicht auch in empfindliche Mitleidenschaft gezogen werden sollten. Sie standen mit einander im innigsten Verkehr, in brüderlicher Gemeinschaft. Sie unterrichteten die im Christentum geborenen Marranos Ln den Riten des Judentums, hielten heimlich mit ihnen religiöse Zusammenkünfte u. s. w., lieferten ihnen ritualmäßig zubereitetes Fleisch und beschnitten deren neugeborene Knaben. Um so strenger wurde natürlich die Absperrung der Juden im Verkehr mit der christlichen Gesellschaft überwacht." Und mit vollem Rechte! muß man da doch sagen. Ein anderer Vorwurf, den man den Juden machte, war derdaß sie christliche Jungfrauen verführten.^) Aus allen diesen Gründen wurde wieder mehr auf Absonderung der Juden von den Christen gehalten, auch wurden vielfach Juden ausgewiesen. Und trotzdem war am Hofe wieder ein Jude, mit Namen Abraham, 41) Ferdinand von Aragonien (1479—1516) heiratete Jsabella von Castilien (1474—1504), rvo- Lurch beide Reiche 1479 vereinigt wurden. Selbst der Beichtvater der Königin, Talavera, war jüdischer Abkunft. 43) Ei, ei! — Für solche sich auch heute wieder häufenden Fälle wäre auch bei uns ein strengeres Gericht angebracht.

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