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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 18

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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— 18 — Der Papst Eugen IV. bestätigte die Bulle Benedicts XIII., weil er sah, daß die Juden die ihnen gewährten Privilegien zum Aergernis der Christen mißbrauchten t sie blieb aber in Spanien infolge der jüdischen Verbindungen an den Höfen und mit dem Adel ziemlich unwirksam. Graetz sagt darüber: „Der spanische Adel nahm, die Juden immer wieder unter sein Patronat." — Sehr erklärlich, bei der Ver-- schwägerung zwischen Adel und Juden. In Aragonien z. B. waren die ehelichem Verbindungen des Adels mit den Marranos so häufig, daß später die Behauptung aufgestellt werden konnte, es gebe nur eine einzige adlige Familie, die nicht von jüdischem Blute abstamwe. Auch haschten die getauften Juden besonders nach Kirchen-- ämtern, namentlich wenn sie einträglich waren. Der Jude David Mocatta, dessen Buch von Kayserling (Die Juden in Spanien und Portugal) ins Deutsche übersetz! ist, erzählt ausführlich, wie in Spanien „Geschlechter und Geschlechter von geheimem Juden lebten, vermischt mit allen Klassen der Gesellschaft, im Besitze jeder Stellung, im Staate und besonders in der SHrcfje."39) Alle diese Umstände und Verhältnisse bestärkten aber das Mißtrauen und dem Unwillen der Christen, und die Erbitterung machte sich zuerst wieder in Toledo Luft (im Jahre 1440), wo sich das Volk gegen die Marranos erhob. Hier wurde dann die alte Bestimmung erneuert, daß kein getaufter Jude irgend ein weltliches odergeistliches Amt erhalten dürfe. Trotzdem geschah das doch immer wieder und steigerte den Haß des Volkes, zumal die Anmaßung getaufter und ungetanster Juden immer mehr stieg. Unter dem kastilianischen Könige Heinrich IV. (1454—1474) und dem aragonischem Könige Johann II. (1456—1479) erscheint die Lage der Juden noch günstiger als unter deren Vorgängern. Besonders der erstere war sehr nachgiebig und juden-- freundlich, hatte auch einen Judenabkömmling zum Berater und einen ebensolchen zum Hausminister, der sich selbst und den König durch seine Habgier beim Volke verhaßt machte. Selbstverständlich sorgten beide für ihre ehemaligen Glaubensgenossen, bestens. Besonders die Arzneikunde war immer noch fast nur von Juden vertreten und öffnete diesen die Höfe der Könige und Großen. Da es keine öder nur sehrwenige christliche Aerzte gab — was blieb den Kranken übrig, als sich an jüdische Aerzte zu wenden? Hatten doch selbst hohe christliche Geistliche jüdische Leibärzte.. Die ftüheren strengen Verordnungen waren in Castilien so ziemlich vergessen; König. Heinrich war von jüdischen Aerzten umgeben — seinen Hauptleibarzt ernannte er sogar zum Großrabbiner und beauftragte ihn mit der Regelung der jüdischem Steuern. Und in Aragonien hatte König Johann ebenfalls einen jüdischen Leibarzt.. „Solche Vertrauenspersonen der Fürsten haben es gewiß nicht fehlen lassen, die harten Beschränkungen ihrer Brüder zu mildern," schreibt Graetz. So ist es nicht weiterauffällig, daß diese Könige die Judengesetze milderten und infolgedessen ausgewanderte Juden in Menge wieder zurückkehrten. Diese reizten dann wieder bald den Hatz und die Wut der Christen, die sich z. B. 1467 wieder in Toledo besonders gegen die: Marranos Luft machten. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts tauchte auch wieder eine Blutbeschuldigung in Castilien auf: die Juden hätten zu Ostern 1468 ein Christenkindgekreuzigt. Infolge dieser Beschuldigung wurden verschiedene Juden verbrannt. 39) Ohne Zweifel ist bis heutigen Tages die pyrenäische Halbinsel dasjenige Land Europas, wodie eingeborene Bevölkerung bis in die höchsten Kreise hinein am meisten mit jüdischem Blute gemischt ist und wo nach dem Gesetze des Atavismus jüdischer Typus innerhalb der christlichen Bevölkerung noch heute^ sich sehr häufig zeigt. Sogar Graetz (VIII, 301) sagt: „Es gab nur wenige angesehene Familien, die nicht: jüdisches Blut in ihren Adern gehabt hätten.^

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