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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 16

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 schändung (z. B. in Segovia). Ueberall ließen sich aus Angst viele Juden Laufen, viele andere flohen. Letztere stellten sich meist nach einigen Jahren, wenn sie das Volksgemüt wieder beruhigt glaubten, wieder ein, z. B. in Cordova und anderen Orten. Man sicht daraus, wie es sie lockte nach dem fetten Speck, in dem sie als Maden fett geworden waren. — Die getauften Juden, Judenchristen, jüdischen Neuchristen oder wie man sie sonst nennen will (spanisch „Marranos d. h. die Verdammten" genannt), sind Wohl niemals und nirgends, weder in Spanien noch anderswo, wahre Christen geworden; sie blieben im Herzen Juden und beobachteten die jüdischen Riten und das mosaische Gesetz im stillen weiter. Graetz schildert ihr Treiben wie folgt: „Die meisten jüdischen Zwangstäuflinge hatten den festen Vorsatz, die Maske bei der ersten Gelegenheit fallen zu lassen und sich mit noch größerer Wärme zum Judentum zu bekehren." — An anderer Stelle erklärt er den Rückfall von Getauften ins Judentum durch ihren „Ekel vor dem unsittlichen Treiben der damaligen Vertreter des Christentums". Ja, ja, die Sittlichkeit und das „sittliche Treiben" der Juden aller Zeiten und Länder ist ja Zweifellos! — Die Rückfälligen ließen auch häufig ihre Knaben beschneiden. (Vergl. S. 20.) Die Behörden sahen ihren Rückfall ins Judentum zum Teil nicht, zum Teil mochten sie ihn nicht sehen; die Inquisition existierte noch nicht in Spanien. Also ging es den Juden vorläufig noch nach Wunsch. Die Juden in Spanien im 13. Jahrhundert. Der Nachfolger Heinrichs HI., Johann II., gewitzigt durch die Erfahrungen .seines Vorgängers, erließ, oder erneuerte vielmehr 1408 das Edikt, daß Juden keine Aemter bekleiden dürften, ebenso 1412 ein anderes, das folgende Beschränkungen enthielt: Juden dürften nur in Judenquartieren wohnen; sie sollten nicht, ärztliche Praxis ausüben dürfen; sie sollten keine Geschäfte mit Christen treiben; sie sollten keine christliche Bedienung halten, kein Amt verwalten, keine eigene Gerichtsbarkeit haben dürfen; der Titel Don (Herr) sei ihnen verboten, ebenso das Waffentragen; desgleichen der übermäßige Kleiderluxus der jüdischen Weiber; endlich sollte ihre Freizügigkeit beschränkt. werden. Dagegen sollten sie eine eigene Tracht anlegen, nämlich einen Talar mit Judenabzeichen von roter (oder gelber) Farbe. — In Aragonien hielt sich im Jahre 1413 der Papst Benedict XIII. auf, der sich durch seinen Eifer für Jüdenbekehrungen besonders ausgezeichnet haben soll. Zu diesem Zwecke veranstaltete er eine Disputation mit ihnen über die Religion. Dieses Religionsgespräch fand in Tortosa statt, wo der bekehrte Jude Josua Lorqui den Juden aus dem Talmud beweisen sollte, daß der Messias bereits in dem Herrn Jesu erschienen sei; es zog sich mit Unterbrechungen vom Februar 1413 bis zum November 1414 (in 69 Sitzungen), also l3/4 Jahr hin. Zu diesem Religionsgespräch erschienen 22 der angesehensten Juden Aragoniens, und der Erfolg war der, daß 3000—5000 Juden bekehrt worden sein sollen. Im folgenden Jahre erließ der Papst Benedict seine „Konstitution wider der Juden Talmud und Wucher", durch welche verordnet wurde, daß die talmudischen Bücher nicht gelesen und aus ihnen nicht unterrichtet werden dürfe, daß der Juden Verhöhnungen gegen die christliche Religion gestraft werden sollten, daß sie keine Ehrenposten und Aemter im Reiche bekleiden dürften, daß ihnen kein Christ dienen sollte; ferner daß sie nicht mit Christen speisen, baden, Geschäfte machen sollten.

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