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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 12

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Christen erwerben dürften. Ferner verordnete er, daß die jüdischen Gemeinden keine eigenen Richter mehr haben dürften — bisher war das also der Fall gewesen —, sondern den Landesgerichten unterstehen sollten. Beide Gesetze sollen aber nicht viel Wirkung gehabt haben. 2S) Die Juden in Spanien im 14. Jahrhundert. Im nächsten (14.) Jahrhunderte hatte wieder König Ferdinand IV. (1298 bis 1312) einen jüdischen Finanzminister, namens Samuel, der großen Einfluß auf den König ausübte und ihn sogar mit seiner Mutter verfeindete. Unter Ferdinands Regierung spielten herumziehende Bauern, deren Haufen gegen 300 000 Mann stark (!) gewesen sein sollen, den Juden arg mit. Wie mögen die armen Bauern von ihnen ausgesogen worden sein, daß ste zu solcher Selbsthilfe griffen!^) GegÄr 18 000 Juden sollen auf Befehl des Königs verbrannt worden sein, nach jüdischen Berichten angeblich aus dem Grunde, weil sie sich nicht hätten taufen lassen wollen. Unter Ferdinands Nachfolger Alfons XI. (1312—1350), für den während seiner Minderjährigkeit seine Großmutter die Regentschaft führte,^) wurde bestimmt, daß Juden mit Christen nicht näher verkehren und nicht mehr christliche Namen führen sollten.^l) Trotz alledem giebt Graetz zu, daß die Juden damals in Castilien eine so günstige Stellung hatten, daß man diese Zeit ein goldenes Zeitalter nennen könnte. „Mehrere Juden (sagt er) hatten nämlich unter dem bescheidenen Titel (!) von Schatzmeistern Einfluß auf den Gang der Politik" — da kann man sich natürlich die günstigen Folgen für die gesamte Judenschaft denken. Nicht bloß der Hof, sondern auch der hohe Adel umgab sich damals mit jüdischen Räten und Beamten. Diese trugen infolgedessen den Kopf hoch (!j, kleideten sich in Gold und Seide und waren mit ihrem Einflüsse Schützer ihrer „verfolgten" Glaubensgenossen. Besonders verhaßt waren diese Hofjuden bei dem armen Adel des Landes, der aber nichts gegen sie zu unternehmen wagen durfte. Alfons selbst hatte eine jüdische Maitresse, sowie zwei jüdische Günstlinge als Schatzmeister und als Leibarzt, die jedoch eifersüchtig unter einander waren und für „ihre Lait'" (nach Ansicht derselben) nicht genug thaten, wodurch ste sich bei ihnen verhaßt machten. Zu dieser Zeit stieg der Wucher und die unbarmherzige Verfolgung der Schuldner seitens der Juden gewaltig. Heman, „die historische Weltstellung der Juden", schreibt darüber S. 24 ff.: „Der bewegliche Reichtum des Landes lag ganz in ihren Händen. Der Grundbesitz kam immer mehr in dieselben Hände durch Wucher und Aufkauf der verschuldeten Adelsgüter. Vom Staatssekretär und Finanzminister ab waren alle Beamtungen, die mit Steuer- und Geldsachen zu thun hatten, in jüdischen Händen. Durch Wucher war ihnen fast ganz Aragonien verpfändet. In den Städten bildeten sie die Majorität der begüterten Bevölkerung." — Eine etwas anders gefärbte Darstellung, die aber im Thatsächlichen vollkommen übereinstimmt, giebt Graetz II, 344 ff. Die Klagen der Bevölkerung mehrten sich und drangen bis zum Könige. Dieser sah sich dadurch veranlaßt, den Zinsfuß zu erniedrigen, ließ ihn aber 2b) Triumphierend sagt Graetz : „Noch waren die spanischen Juden einflußreich genug, um solche chikanierenden Gesetze rückgängig machen zu können." «Ihre Macht hatten sie dazu benutzt, um sich allerhand Privilegien zu erwirken. So z. B. genügte der Eid eines einzigen Juden, um Schuldforderungen gegen Christen zu beweisen, während das Zeugnis eines Christen vor Gericht gegen einen Juden nichts galt. Diese Privilegien mißbrauchten sie in so maßloser Weise, daß endlich das Volk sich erhob." Chamberlain S. 334. — 30) Diese Großmutter hatte übrigens selbst einen jüdischen Günstling. 31) Also thaten sie das schon damals.

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