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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 11

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Nikolaus III. den König in einem Briefe zur Rede stellte, daß Juden so vielfach den Christen vorgezogen würden, ließ Alfons auf dem Wege der Gesetzgebung gewisse Beschränkungen der jüdischen Uebermacht eintreten: Die Juden seien nur geduldet, sollten sich deshalb still Verhalten, das Judentum nicht öffentlich predigen und keine Bekehrungen versuchen. Auf solche Versuche, die also wohl überhand genommen haben müssen, setzte er sogar Todesstrafe. Ferner sollte keiu Jude ein öffentliches Amt bekleiden,.^) — scheinbar eine sonderbare Bestimmung für einen König, der selbst Juden höchste Staatsämter anvertraute. Die.Erfahrungen, die er damit gemacht hat, müssen aber wohl recht übel gewesen sein; ließ er doch später seinen Finanzminister Isaak hinrichten. Ferner wurde den Juden verboten, neue Synagogen zu bauen, christliche Dienstboten oder Ammen zu halten, sich mit Christen (geschlechtlich . oder ehelich) zu vermischen. . Dagegen sollten sie gehalten sein, besondere Abzeichen an der Kopfbedeckung zu tragen. Ferner sollten Juden und Christen weder zusammen speisen noch baden, offenbar wegen Verletzung der Schamhaftigkeit. Man denke dabei an Vorfälle aus der modernen Zeit! Auch sollten sich Juden am Charfreitage nicht öffentlich zeigen dürfen; es war nämlich öfters vorgekommen, daß sie ihre bekannte Frechheit soweit trieben, christliche Prozessionen an den hohen christlichen Feiertagen zu verspotten und zu beschimpfen. Auffällig ist, daß dieser Mann, der selbst einen jüdischen Leibarzt hatte, verordnete, daß ein Christ kein Heilmittel, das von einem Juden bereitet sei, einnehmen dürfe.26) Der Sohn und Nachfolger dieses Königs, Sancho, hatte wieder den Sohn des Hingerichteten Isaak zum Schatzmeister. Sancho regelte im Jahre 1290 die Judensteuer. Bis dahin hatte jeder.Jude eine Kopfsteuer von 3 Maravedis (ungefähr 1,50 Mark nach unserem Gelde) zu zahlen; jetzt sollten die Juden des Königreiches Castilien, deren Seelenzahl (nach Graetz) 800 000 betrug,^) auf die einzelne Gemeinden verteilt, zusammen 2 780 000 Maravedis (gegen llj2 Million Mark) an Steuern aufbringen, die an die Staatskasse abgeführt werden sollten. Die von den Juden aufgebrachten Steuern nahmen durchaus nicht immer die Könige für sich in Anspruch; verschiedentlich wird nachgewiesen, daß sie über große Teile derselben zu Gunsten anderer Einrichtungen, auch von Kirchen und Klöstern verfügt haben. Es bestanden damals in Spanien über 80 jüdische Gemeinden, deren (wie schon erwähnt) bedeutendste, Toledo, nach jüdischen Angaben gegen 70 000 Juden umfaßt haben soll (im Jahre 1282). Um 1200 sollen es dort erst (oder schon) etwa 60 000 gewesen sein. — Von den Juden in Toledo erzählt Graetz: „Es gab dort nicht bloß viele wohlhabende und gebildete, sondern auch tapfere Männer (nämlich Juden), die mit den Waffen umzugehen wußten. Jüdische Jünglinge verlegten sich auf die Fechtkunst, um als Ritter aufzutreten." (Hübsch gesagt! Der Verf.) Andere größere Gemeinden bestanden in Burgos, . Carrion, Valladolid. Die Bürger der letzteren Stadt beklagten sich im Jahre 1293 beim Könige, daß die Juden zuviel Landbesitz an sich brächten. Da befahl Sancho, daß sie keine Grundstücke mehr von 25) Auch in Aragonien erschien 1233 ein Erlaß Peters Hl., daß kein Jude ein Richteramt bekleiden dürfe. 26) um diese -Zeit trat um Ostern wieder eine Blutbeschuldigung aus. Der beschuldigte Jude, der der Folter unterzogen werden sollte, nahm sich selbst das Leben. So ganz „unschuldig" hat er sich also doch wohl nicht gefühlt. &) Nach anderen noch mehr. Jüdische Berechner haben versucht, diese Zahlen herabzudrücken. Weshalb wohl?

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