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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 7

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 König Egiza scharfe Maßregeln : Alle Juden sollten ihrer Privilegien — sie hatten also schon wieder solche! — beraubt und zu Sklaven gemacht werden; ihre Güter sollten konfisziert, ihre Kinder vom siebenten Lebensjahre ab ihnen genommen und in der christlichen Religion erzogen werden. (694). Doch scheint es, als ob die Juden dadurch, daß sie (Wohl in größerer Zahl) nach ihrer Gewohnheit das Christentum annahmen, der Ausführung dieser Befehle vorgebeugt hätten, denn wir lesen Don keinen weiteren Maßnahmen, die gegen sie gerichtet gewesen wären. Bastholm bezeugt in seiner Geschichte der Juden: „Wir müssen uns billig wundern, daß eine so verräterische Nation nicht ganz und gar vom Erdboden vertilgt worden ist". Und. Bloch giebt folgende Erklärung: „Die reicheren Juden verstanden es, durch Bestechung der Bischöfe und Könige Milde für sich zu erwirken." Die Juden in Spanien vom 8. bis 10. Jahrhundert. Aus dem 8.,'9. und 10. Jahrhundert ist uns über die Schicksale der Juden in Spanien wenig überliefert. Der Nachfolger des Königs Egiza soll die geflüchteten Juden wieder zurückgerufen (701) und ihnen neue Privilegien geschenkt haben. Wahrscheinlich ist er in Geldverlegenheiten gewesen. Unter seinem zweiten Nachfolger (Roderich) fielen die Sarazenen in Spanien ein und wurden durch Verräterei der Juden18) Herren der Stadt Toledo, indem diese ihnen die Thore öffneten, während die Christen am Palmfonntage ihre Andacht in den Kirchen verrichteten. Auch Barcelona wurde von den Mauren durch jüdischen Verrat eingenommen. — Aus dieser Zeit wird aus dem Frankenreiche berichtet, daß das christliche Volk anfing, sich in vielen Dingen nach jüdischem Gebrauche zu richten; viele begannen den Sonnabend statt des Sonntags zu feiern und hörten lieber die Rabbiner in den Synagogen als die christlichen Prediger in ihren Kirchen. „Es gehörte damals" — sagt Chamberlain — „zum höfischen bou tou, die Synagoge zu besuchen." Damals zwang man auch die gesamte Bevölkerung, ihre Märkte auf den Sonntag zu verlegen, weil der bisher übliche Sonnabend den Juden wegen ihres Schabbes nicht genehm war. Man steht, welchen Einfluß die Juden damals in Westeuropa besaßen! Der Chalif Abderrhaman gründete im Jahre 756 in Spanien das Chalifüt Eordova, dessen Hauptstadt bald die größte und prächtigste Stadt Europas wurde. Maurische Baukunst.) Nach dem Aussterben des Chalifenhauses (1031) zerfiel das Reich in zahlreiche kleine maurische Herrschaften, die untereinander und mit den christlichen Reichen Spaniens in steter Fehde lagen. Dann aber breiteten sich die letzteren aus: Asturien, Leon, Castilien, Navarra, Aragonien, Barcelona. 1085 wurde Toledo von den Christen zurückerobert und die maurische Herrschaft wurde ollmählich auf das Königreich Granada beschränkt. 1492 machte die Eroberung dieses Reiches durch Ferdinand den Katholischen (vgl. dazu S. 20) der Maurenherrschaft auf der Pyrenäischen Halbinsel ein Ende. iS) Das war ihr Dank für die ihnen im Jahre 701 bewilligten Freiheiten! Vergl. dazu Chamberlain S. 334: „Gerade unter der Regierung des Westgotenkönigs, der sie mit Wohlthaten überhäuft hatte, rufen sie die stammverwandten Araber aus Afrika herüber; ohne Haß, nur weil sie dabei zu profitieren Hofften, verraten sie ihren edlen Beschützer. Unter den Chalifen bekommen sie dann nach und nach einen immer größeren Anteil an der Regierung. „Sie konzentrierten" — schreibt der durchaus judenfreundliche Geschichtschreiber Heman: Die historische Weltstellung der Juden, 1882 — „sowohl die geistigen als die materiellen Kräfte vollständig in ihrer Hand." Dabei ging allerdings der blühende maurische Staat geistig rrnd materiell zu Grunde, was aber den Juhen gleichgiltig war, da sie inzwischen im christlichen Staate der Spanier, der berufen war, den maurischen zu ersetzen, ebenso festen Fuß gefaßt hatten." —

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