Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 Mann" war, bestätigen sogar jüdische Geschichtschreiber. Der Grund ihrer „Verfolgung" war doch ersichtlich ihr übermäßiges Ansichziehen des Kapitals. Naiv ist an dieser Stelle die Frage Blochs: Wie sollten die Hebräer schon „verhaßt" sein?! Im Jahre 614 sollen sie mit Geißelhieben zur Taufe gezwungen worden sein; wer sich weigerte, sich taufen zu lassen, wurde mit dem Tode und Konfiskation seiner Güter bestraft.-. Viele entflohen heimlich, gegen 90 000 (!) aber sollen den christlichen Glauben angenommen haben, nach Bloch '„nicht ohne die heimlich genährte Hoffnung, die aufgedrungene Religion zur geeigneten Zeit wieder abzuwerfen." Was die oben erwähnten Verordnungen aus dem Jahre 569 betrifft, so beschloß 619 eine zweite Kirchenversammlung zu Toledo^), daß kein König den Thron besteigen sollte, bevor er sich eidlich verpflichtet hätte, diese Verordnungen gegen die Juden zu handhaben. Auch eine dritte Versammlung zu Toledo (633) faßte manche Beschlüsse, die sich gegen die Juden richteten, so z. B. daß der Verkehr getaufter Juden mit andern Juden bei Todesstrafe verboten sei; daß kein Jude ein öffentliches Amt bekleiden dürfe u. a. Alle Verordnungen aber konnten es. nicht verhindern, daß die getauften Juden bei gegebener Gelegenheit zur Synagoge zurückkehrten, was sich auch in der Folgezeit stets wiederholte. Graetz bezeugt: „Die Bekehrten hatten ohnehin mit der Taufe das Judentum nicht aufgegeben". Und derselbe an anderer Stelle: „Sie hofften stets auf bessere Zeiten, wo sie die Maske würden abwerfen können." An einer dritten Stelle meint Graetz von den.zum Christentum übertretenden Juden, das sei der materiellen Vorteile wegen geschehen, und weil sie den Glauben an den Gekreuzigten „als etwas Unwesentliches in den Kauf nahmen". Ganz wie noch heutzutage. Daher wurden die Maßregeln gegen sie unter den Nachfolgern des Königs Sisebut immer schärfer. Besonders dem Könige Egiza (687—701) wird von den jüdischen Geschichtschreibern unmenschliche Härte gegen die Juden nachgesagt. Was aber war die Veranlassung zu dem feindseligen Verhalten dieses Königs, welche die jüdischen Geschichtschreiber natürlich verschweigen? Die Juden hatten nämlich mit den afrikanischen Juden zusammen eine Verschwörung gegen Spanien angezettelt, die dahin zielte, die Araber über das Meer nach Spanien zu rufen, um den Sturz des christlichen Westgotenreiches herbeizuführen! Der jüdische Geschichtschreiber Leo umschreibt das sehr hübsch mit folgenden Worten: „Die Juden wurden die Brücke, die den Arabern die Eroberung des westgotischen Reiches möglich machte oder doch sehr erleichterte." (Leo, Geschichte de8 Mittelalters). Von dem (durch die Juden denn auch schließlich herbeigeführten) Zusammenbruche der Westgotenherrschaft in Spanien sagt der schon mehrfach genannte Bloch höhnisch: „Die Civilisation hatte dadurch nichts verloren und die Menschheit (er meint selbstverständlich nur die jüdische! der Verf.) braucht ihr keine Thräne nachzuweinen." Die Westgoten nennt er „die grausamsten Feinde des jüdischen Volkes", aber auf die Gründe für diese Feindschaft läßt er sich nicht ein; nur gleich hinterher spricht er von dem (unter der Westgotenherrschaft) „verarmten und herabgekommenen Lande". Sollte diese Verarmung gar keinen andern Grund gehabt haben als die Westgotenherrschaft? Aus Anlaß dieser jüdischen Verschwörung, die entdeckt wurde, ergriff natürlich 17) Frech ist folgende Bemerkung Blochs: „Es ist eine interessante Thatsache, die nicht mit Schweigen übergangen werden darf, daß der einzige wirklich bedeutende Theologe und Staatsmann unter katholischen Bischöfen der Westgoten — nämlich der Erzbischof Julian von Toledo — dem jüdischen Volke angehörte, und zwar nicht allein durch Geburt, sondern noch mehr durch seine Bildung, wie denn auch die ganze Art seiner Lehrthätigkeit, das Feine und Schlagende in seiner polemischen Argumentation den Talmudjünger erraten lassen."