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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1901-01-01 · Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal. · p. Seite 4

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1901
Issue
Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
Date
1901-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Meiner Darstellung liegen die folgenden Werke zu Grunde: 1. Graetz, Geschichte der Juden. Graetz ist wieder absichtlich an die Spitze gestellt und im folgenden so oft citiert worden als hochgefeierte und anerkannte Autorität des Judentums, weshalb man annehmen darf, daß er so recht eigentlich das ausspricht, was das gesamte Judentum fühlt und denkt. — 2. Kayserling, Geschichte der Juden in Spanien und Portugal, Berlin 1861 bis 1867; 2 Bände. Das Werk ist eine Uebersetzung und Bearbeitung des Buches des Juden David Mocatta. — 3. Kayserling, Geschichte der Juden in Portugal, Leipzig 1867. 4. Ferreras, Geschichte von Spanien, ins Deutsche übersetzt von Baumgarien. 5. Joh. Jac. Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten; Frankfurt a. M. und Leipzig 1715. 6. Nariaua, bistoria de rebus Hispaniae. 7. D. Chr. Bastholm, Geschichte der Juden; Leipzig 1786, 3 Bände. 8. Lud. Holberg, Jüdische Geschichte: 1747. 9. Geo. Chr. Gebauer, Portugiesische Geschichte; Leipzig 1759, 2 Bände. 10. I. S. Bloch, Die Juden in Spanien; Leipzig 1875. 11. R. Andrer, Zur Volkskunde der Juden; Bielefeld und Leipzig 1881. 12. H. St. Chamberlain, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts; München 1900. Die Juden in Spanien bis zum 8. Jahrhundert. Was den Aufenthalt der Juden in Spanien betrifft, . dem sie (nach dem Propheten Obadja, Vers 20) den Namen Sepharat^) gaben, so behaupten einige Geschichtschreiber (nach der Grabschrift eines gewissen Adoniram, eines Dieners des Königs Salomo), daß es bereits zu dieses Königs Zeiten Juden in Spanien gegeben habe; ja, Salomo soll in Handels- und Schiffsverkehr mit diesem Lande gestanden haben. Andere meinen, Nebucadnezar habe Spanien unterworfen und bei dieser Gelegenheit hätten zuerst Juden das Land betreten. Jüdische Geschichtschreiber berichten, daß der Kaiser Vespasian (69—79) viele Juden als Sklaven^) nach Spanien bringen ließ. Abravanel (oder Abarbanel), ein gelehrter Jude und Schriftsteller des 15. Jahrhunderts in Spanien (vergl. über ihn S. 19 u. 24), giebt ihre Zahl auf 50 000 an^) und zwar seien die meisten „aus königlichem Geblüte" (dem Stamme Juda, und zum Teil dem Hause David) gewesen. Daher der spanischen Juden besonderer Stolz gegenüber den Juden anderer Länder, der natürlich durch die großen Reichtümer, die sie dort „erwarben", noch erhöht wurde. Graetz meint, der spanische Ahnenstolz sei auch ein Erbteil der Juden dieses Landes geworden. Jedenfalls finden wir schon sehr frühe Juden in Spanien^) und ihr Zustand mutz dort sehr erträglich gewesen sein, denn wir hören nichts besonderes von ihnen. 12) Daher die spanischen Juden Sephardim, die deutschen Aschkenazim genannt. In der Völkertafel (1. Mos. 10, 3) ist Askenas ein Sohn des Gomer und Urenkel des Noah. Nach der jüdischen Ueberlieferung bezeichnet Askenas die Germanen, ursprünglich die Franken, bei späteren Rabbinen die Deutschen im heutigen Sinne. Danach bezeichnen sich die „deutschen" Juden als Aschkenazim. — 13) „Sicherlich waren sie noch während der römischen Republik als Freie, welche die ergiebigen Quellen des Landes ausbeuten wollten (ein offenes Geständnis! Der Vers.) dorthin gekommen." Graetz. ") Graetz spricht gar von 80 000, hält das aber für Uebertreibung; trotzdem giebt er unmittelbar darauf zu, daß sie in allen Teilen Spaniens massenhaft angesiedelt waren — so habe z. B. Granada die Judenstadt geheißen. 15) „Spanien schien von der Vorsehung bestimmt zu sein, einen neuen Mittelpunkt für die Zerstreuten zu bilden." Graetz. — Weshalb die „Vorsehung" Spanien zum Eldorado für die vertriebenen

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