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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Aus der Statistik. · p. Seite 209

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Aus der Statistik.
Date
1900-01-01
Page
Seite 209 (sequence 26)
Language
German
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209 Menschen und eines Volkes erkennen ließe als die für das ganze Leben ausschlaggebende Entscheidung bei der Berufswahl. Das gilt auch für das jüdische Volk, und mit allen Sophistereien der Welt läßt sich nichts an der Thatsache ändern, daß der Jude sich auch heute noch vorwiegend den Berufsarten zuwendet, die möglichst schnelle und in gewissem Sinne möglichst mühelose Bereicherung in Aussicht stellen. Das zeigt auch unsere statistische Vergleichung und danach haben wir den jüdischen Volksgeist zu beurteilen. Für das Jahr 1882 kennen wir auch die Anzahl der berufslosen Angehörigen der Juden in Preußen, die uns, wie schon erwähnt, die Reichsstatistik für das Jahr 1895 vorenthält. Vergleicht man nach der preußischen Statistik die Anzahl der berufslosen Angehörigen bei den Juden und bei den Deutschen mit jener der erwerbsthätigen Bevölkerung, so ergiebt sich, daß im Jahre 1882 auf 100 000 erwerbsthätige Deutsche 132 653 berufslose Angehörige kamen, auf 100 000 jüdische Erwerbsthätige aber 160 726, ein Anzeichen dafür, daß sich die Juden damals durchschittlich in sehr viel vorteilhafterer sozialer Lage befanden. Für das Jahr 1895 liegen die erforderlichen Zahlen nicht vor, um den Vergleich durchzuführen. Eine sachgemäße Schätzung aber ergiebt, daß aller Wahrscheinlichkeit nach das Verhältnis für die Juden weitaus nicht mehr so günstig war, daß die Verhältniszahl der berufslosen Angehörigen bei den Deutschen rund 127 000, bei den Juden 134 000 gewesen sein dürfte. Es wurde ja schon oben darauf hingewiesen, daß sich der weibliche Teil der jüdischen Bevölkerung auch bereits in steigendem Maße gezwungen sieht, seinen Unterhalt durch berufliche Thätigkeit zu suchen. Daß aber die Einkommens Verhältnisse der Juden sehr viel günstigere sein müssen als bei den Deutschen geht aus unseren Tafeln deutlich hervor, da wir sie ganz überwiegend als Unternehmer thätig sehen. Auch die tägliche Wahrnehmung bestätigt die Vermutung, daß die Juden im Durchschnitt wohlhabender sind. Beglaubigte Zahlen über die Einkommensverhültnisse der Deutschen und Juden sind nur in einem einzigen Falle bekannt gemacht worden. Wir verdanken sie dem Breslauer Magistrat, der in seinem Verwaltungsbericht für die Jahre 1889/92 eine „konfessionelle" Einkommensstatistik nach der Steuerveranlagung veröffentlicht hat. Daraus ist Tafel VIII ausgezogen worden. (Siehe Seite 210.) Ein Blick auf unsere Tafel und auf die in den Erläuterungen mitgeteilten Bevölkerungszahlen läßt erkennen, daß die Juden unter den am niedrigsten eingeschätzten Einwohnern verhältnismäßig zu schwach vertreten sind, unter denen aber, die höheres Einkommen beziehen, verhältnismäßig zu stark und zwar um so stärker, je größer die Einkommen werden, derart, daß in der Gruppe mit den allergrößten Einkommen das jüdische Gesammt-Einkommen fast schon dem deutschen gleich wird. Das Durchschnittseinkommen auf jeden Kopf der Bevölkerung betrug bei den Deutschen 373 M., bei den Juden 1 405 M., das Durchschnittseinkommen, das auf jeden veranlagten Einwohner entfiel, betrug bei den Deutschen 1340 M. und bei den Juden 4112 M. Wenn wir auf diese großen Unterschiede in den Einkommensverhältnissen immer wieder Hinweisen, so geschieht das nicht, weil wir den Juden ihr Einkommen nicht gönnten, das ist nicht deutsche Art, sondern es geschieht, weil wir wissen, daß großer Besitz auch große Macht und großen Einfluß verleiht, und weil wir eine schwere Gefahr für Staat und Volk darin erblicken, das volksfremde Elemente auf unseren Staat, unsere Verwaltung und unser wirtschaftliches Leben denjenigen Einfluß gewinnen, den wir nach ihren Einkommensverhältnisfen fürwahrscheinlich halten müssen, und den wir bei genauer Beobachtung auch thatsüchlich wahrnehmen. 14

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