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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Aus der Statistik. · p. Seite 207

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Aus der Statistik.
Date
1900-01-01
Page
Seite 207 (sequence 24)
Language
German
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207 Arbeit zu übernehmen: Das Verständnis für die Notwendigkeit und den Adel gerade dieses Gewerbes der Urproduktion geht ihnen auch heute noch vollständig ab. Dagegen läßt die Tafel ein weiteres recht unerfreuliches Eindringen der Juden in die freien Berufsarten (Stand der Juristen, Aerzte und Schriftsteller) erkennen und daneben eine Vermehrung der jüdischen Rentiers und Rentieren. Wenn wir uns Aufschluß über das Eindringen der Juden in einzelne Zweige ber freien Berufsarten verschaffen wollen, so läßt uns die amtliche Statistik vollständig im Stich. Was sie uns aber nicht giebD das können wir oft aus privaten Veröffentlichungen, aus Adreßbüchern und dergl. entnehmen. So finden wir z. B. in Kunzes „Kalender für das höhere Schulwesen Preußens" das Glaubensbekenntnis der dort verzeichneten Lehrer angegeben. Ich entnehme dem jüngsten Jahrgange, dem für das Schuljahr 1899/1900 Folgendes über die jüdischen Lehrer un höheren Schulen der Provinz Brandenburg und Berlins. Unter 188 Professoren an staatlichen Anstalten und städtischen Anstalten außerhalb Berlins war kein Jude, unter 394 Oberlehrern an diesen Anstalten fanden sich zwei Juden, nämlich — Dr. Sternberg am Frankfurter Real-Gymnasium, geboren 1860, Neusprachler, angestellt 1889 — Oppler, Berlin, Friedrich-Wilhelmsgymnasium?) geb. 62, Math., angest. 99. Unter 211 Professoren von Berliner Anstalten fanden sich 5 Juden gegen 3 Im Vorjahre; unter 309 Oberlehrern 19 Juden gegen 18 im Vorjahre, nämlich: Professoren: Dr. Herrlich, Humboldtgymn. 46, Altphilologe, Historiker (!), 75. — Dr. Jacoby, Königstädt. Gymn., 44, Altphilologe, Deutsch (!), 77. — Dr. Elias, Leibniz-Gymn., 46, Altphilologe 77. — Dr. Hosch, Luisenstädt. Ober., 54, Neusprachler, Deutsch (!), 80. — Dr. Blaschke, Sophien-Realgymn., 51, Altphilologe, 81. Oberlehrer: Dr. Lachmann, Sophien-Realgymn., 56, Naturwiss., 85. — Borchardt, Dorotheenst. Realgymn., 51, Altphilologe, Deutsch (I), 86. — Dr. Gebhardt, 4. Realschule, 58, Historiker?), 88. — Dr. Schäfer, Dorotheenst. Realgymn., 57, Altphilologe, 89. — Oppenheim, 2. Realsch., 59, Historiker (!), 90. — Dr. Schneider, Falk-Realgymn., 61, Altphilologe, 90. — Dr. Türk, 8. Realsch., 59, Altphilologe, Französisch 91. — Kutnewsky, 12. Realsch., 57, Math., 93. — Dr. Fernbach, 7. Realsch., 59, Math., 93. — Cohn, 11. Realsch., 61, Neusprachler, 93.—Dr. Wallenberg, 9. Realsch. 64, Math., 94. — Nordon, 8. Realsch, 63, Math., 94. — Dr. Rosenberg, Kölln. Gymn., 65, Neusprachler, 96. — Dr. Fuchs, 6. Realsch., 63, Neusprachler, 97. — Dr. Lasch, Andreas-Real-Gymn., 62, Historiker (!), 97. — Dr. Saenger, Werdersche Ob.-R. 64, Neuspr., 98. — Samuel, 10. Realsch. 62, Math. 98. — Dr. Englaender, 10. R.-Sch., 63, Neuspr., 98. — Dr. Samter, Werdersche Ob.-R., 62, Math., Naturw., 99. Unter den 219 Hilfslehrern sind 21 jüdische angeführt, wie viele getauft sind, läßt sich ebensowenig wie bei den Oberlehrern feststellen. Während bei den Oberlehrern nur die Hauptfächer angeführt sind, werden bei den Hilfslehrern auch die Nebenfächer mit angegeben. Diese jüdischen Hilfslehrer sind: Dr. Max Fiegel, Gemeindeschule, 56, Lateinisch, Griech., Deutsch (I), Geschichte(l), anstellungsfähig seit 84. — Henri Löwinski, 1. Realsch., 61, Franz., Engl., Latein, anstellungsf. seit 88. — Dr. Philipp Aronstein, Werdersche Ober-Realsch., 62, Franz., Engl., Deutsch (!), Geschichte (!), anstellungsf. seit 89. — Emil Landshoff, Kätscher Päd., 63, Lat., Griech^, Erdk., Deutsch (!), 89. — Dr. Jsmar Mosler, 2. Realschule, 61, Lat., Griech., Gesch. (I), Erdk., Turnen, Franz., Deutsch (!), 89. — Dr. Hermann Sachs, Soph. *) Diese Anstellung ist sehr zu bedauern, weil eS sich um eine Staut San st alt handelt.

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