Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Aus der Statistik.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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189 ^Darnach entfallen also ungefähr drei Viertel aller Pferdestärken auf die Betriebe von 21 und mehr Personen. Die Reichsstatistik setzt eine Pferdekraft gleich der von 12 menschlichen Arbeitskräften und berechnet so für die einzelnen Betriebsgrößenklassen die Zahl von Gesamtarbeitskräften, über die sie verfügen. Das führt zu der folgenden kleinen Tafel über die Verteilung der Gesamtarbeitskräfte auf die Betriebsgrößenklassen: Betriebe mit Zahl der gesamten Arbeitskräfte Auf einen Betrieb entfallen Arbeitskräfte Von 100 Arbeitskräften entfallen auf jede Betriebsgrößenklaffe 1 bis 5 Personen .... 14 067 957 4,9 15,3 6 bis 20 Personen . . . 10 046 838 62,1 11,0 21 bis 100 Personen . . 17 347 246 444,8 18,9 101 bis 1000 Personen . .. 33 810 752 4 099,3 36,8 über 1000 Personen . . . 16 528 988 55 841,2 18,0 Zusammen 91 801 781 29,9 100,0 Das Täfelchen läßt erkennen, daß fast 55 Hundertstel der gesamten Arbeitskraft allein auf Betriebe mit mehr als 100 Personen entfallen. Diese Thatsachen zeigen, in wessen Händen die fast ausschließliche Benutzung größerer Maschinen liegt und wen eine Steuer treffen würde, die die Dampfmaschinen oder die Motoren überhaupt mit einer wirksamen Abgabe belegte, besonders wenn man eine nach der Anzahl der benutzten Pferdekräfte gestaffelte Motorensteuer einführte. So ließen sich spielend leicht die für Flottenvermehrung im Reich und für 'Kanalbauten in Preußen geforderten Summen aufbringen, und zwar würden dann die Kosten gerade von denen getragen, die an neuen Kriegsschiffen und Kanälen das meiste Interesse haben. lieber die Aktiengesellschaften entnehme ich der Statistik folgende Angaben: Es wurden 4749 Betriebe gezählt, die im Besitze von 3435 Aktiengesellschaften waren und in denen 801 143 Personen beschäftigt waren. Das gesamte Aktienkapital betrug 13 586 Millionen. Da die Betriebszählung eben nur die Betriebe, nicht deren Inhaber und ihr Kapital ermittelt hat, so mußten die Anzahl der Aktiengesellschaften und die Höhe ihres Kapitals aus einer Privatarbeit von van der Borght entnommen werden. Unter den Aktiengesellschaften beschäftigten sich 400 in 411 Betrieben mit dem Geld- und Kredithandel: Sie verfügten über nicht weniger als 7835 Millionen Mark. Das ist der Apparat, mit dem unsere Großstnanz arbeitet. Zu diesen Aktiengesellschaften kommen außerdem noch 3 663 Betriebe von Kommanditgesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und eingetragenen Genossenschaften, in denen im ganzen 151 052 Personen beschäftigt wurden. Aktiengesellschaften finden sich fast in allen von den 110 Gewerbeklassen ft, die die Statistik unterscheidet, nur 19 von allen sind vollständig von Aktiengesellschaften verschont geblieben. Mit Recht sagt die amtliche Statistik, die von manchesterlichem Geiste durchtränkt ist, daß die Rechtsform der Aktiengesellschaft sich ihres schwerfälligen Apparats wegen nur für solche Gewerbe eigne, in denen der Großbetrieb schon eingebürgert sei. Sie sei nicht Pionier des Großbetriebes, sondern die Nachfolgerin großer Einzelunternehmungen. Und wenn man nun noch hinzunimmt, 0 Die amtliche Statistik unterscheidet 320 Gewerbe-„Arten" die in 110 „Klassen" geordnet sind. Die Klassen sind dann zu 21 „Gruppen" und diese wieder zu den drei „Abteilungen": Landwirtschaft u.s. w., Industrie u. s. w., Handel u. s. w. zusammengesaßt.