Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Aus der Statistik.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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188 fchaft für Tuchindustrie, Schmidt & Co."; am Molkenmarkt 11 als „Hiller Nachf." und macht in Artikeln für Confection, in der Krausenstraße 69 endlich als „Gömann Nachf." und macht in Schneiderartikeln. In den beiden ersten Geschäften ist er alleiniger Inhaber, in das letztgenannte teilt er sich mit seinem Stammesgenoffen Louis Wiener. Daß diese drei Betriebe in der Statistik als einer aufgeführt sein sollten ist durchaus unwahrscheinlich. Aehnliche Verhältnisse bestehen besonders auch aus dem Gebiete der Aktiengesellschaften. Wir werden noch sehen, daß die Anzahl der gezählten, im Besitze von Aktiengesellschaften befindlichen Betriebe weit größer als die Anzahl der Aktiengesellschaften selbst ist, so daß auf jede Gesellschaft 1,4 Betriebe kommen. Das ist nun vielleicht bei Zusammenlegung der Einzelnbetriebe zu Gesamtbetrieben ganz oder doch zum größten Teil schon berücksichtigt worden, außerdem aber besteht auf dem ganzen Gebiete der Aktienunternehmungen ein sehr weit entwickeltes System der Personalunion, derart, daß die geldkräftigen Gesellschaften überall ihre Vertreter als Aufsichtsräte in die Verwaltung der schwächeren Unternehmungen einschieben. Endlich sind die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung überhaupt vielfach ein willkommenes Mittel, die Teilhaberschaft an Unternehmungen zu verschleiern, als deren Inhaber man nicht öffentlich bekannt werden will, und so stecken hinter den sogen. Aktiengesellschaften oft wieder dieselben Leute, deren persönlich geführte Betriebe schon anderweitig gezählt worden sind. Nach Tafel I entfallen aus die Kleinbetriebe einschließlich der Alleinbetriebe rund 4771000, aus die Mittel- und Großbetriebe rund 5499000, von den erwerbstätigen Personen, die 1895 gezählt wurden. Wesentlich verschiebt sich aber das Bild der Leistungsfähigkeit, wenn wir die in den Betrieben benutzten Motoren mit zur Betrachtung heranziehen. In gewerblicher Benutzung befanden sich 1895 ohne die Lokomotiven und ohne die Maschinen auf Dampfschiffen*) nach der Gewerbezählung 3 427 325 Pferdekräfte, von denen 2 721218 durch Dampfmaschinen erzeugt wurden. Die Motoren wurden natürlich ganz überwiegend in Betrieben der Industrie benutzt. Ueber die Zunahme der verwendeten Pferdestärken macht die Statistik für das Deutsche Reich keine Angaben. Solche liegen aber für Preußen vor: Dort vermehrten sich die Pferdestärken der in Benutzung befindlichen Dampfmaschinen von 887 780 zu Anfang des Jahres 1879 aus 3 717 264 am 1. April 1899. In letztrer Zahl sind einbegriffen 323 384 Pserdekräste auf Schiffsmaschinen. Augenscheinlich liegen der preußischen Zählung andere Aufnahmebedingungen zu Grunde, denn sonst würden die eben angeführten Zahlen mit denjenigen der Reichsstatistik nicht zusammengereimt werden können: Vermutlich hat man in Preußen die indizierten Pferdestärken gezählt, d. h., was die Maschinen bei äußerster Anspannung leisten könnten, im Reiche dagegen sind nur die wirklich benutzten gerechnet worden. Ueber die Verteilung der Pferdestärken aus kleine und große Betriebe giebt das folgende Täfelchen Auskunft: Betriebe mit Anzahl der Betriebe Beschäftigte Personen Verwendete Pferdestärken bis 5 Personen .... 2 934 723 4 770 669 438 801 6 bis 20 Personen . . . 161 298 1 517 697 375 645 21 und mehr Personen . . 48 956 3 980 903 2 562 881 Zusammen 3 144 977 10 269 269 3 377 327 *) Die Dampfmaschinen allein der Hamburger Handelsflotte besaßen 419 377 Pferdestärken.