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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. Seite 182

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
Seite 182 (sequence 33)
Language
German
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182 Auf der Provinzial-Versammlung des Bundes der Landwirte für Südhannover zu Hildesheim, das bekanntlich nicht allzuweit von Peine liegt, wies am 29. Oktober (nach Deutsche Ztg. 31. 10. 99) Herr Wrede-Söderhof, 2. Vorsitzender der Provinzial-Landwirtschaftskammer, darauf hin, „daß die nationalliberale Presse der Provinz Hannover noch immer nicht das mindeste Verständnis für die Interessen der Landwirtschaft an den Tag lege, und daß dies naturgemäß zu einer immer allgemeineren Abwendung der hannoverschen Landwirte von der nationalliberalen Partei führe." Diese Ansicht bestätigte kurz darauf die „Korresp. des Bundes der Landwirte" in einer Besprechung der Tagung des nationalliberalen Provinzialkomitees. Aus der geringen Beteiligung von Landwirten wurde gefolgert, daß die überwiegende Mehrheit der hannoverschen Landwirte sich neuerdings von der nationalliberalen Partei abgewendet hat. „Die führenden Männer in der hannoverschen Landwirtschaft, wie z. B. die beiden Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer und die Majorität ihrer Mitglieder gehören nicht mehr der nationalliberalen Partei an, sondern stehen ihr mehr oder minder feindlich gegenüber." (Deutsche Wacht 19. November 99.) Und ganz allgemein ohne irgend welche „Lokalisierung" erklärte am 17. Dezember 99 die „Deutsche Tagesztg.": „Das Verhältnis des Bundes der Landwirte zu den politischen Parteien hat sich durch die letzten Auseinandersetzungen (über die Kanalvorlage usw.) zwar nicht verschoben, dürste aber doch in Zukunft sich ein wenig ändern. Es ist ganz klar, daß die im Bund der Landwirte vereinigten deutschen Landwirte sich zu den Parteien mehr hingezogen fühlen, die der bei ihnen herrschenden Stimmung entsprechenden Ausdruck gegeben haben, als zu solchen, welche sich durch windelweiche Vertrauensseligkeit in unmittelbaren Gegensatz zu der in den landwirtschaftlichen Kreisen herrschenden Stimmung setzten. Der Bund der Landwirte wird künftighin diejenigen 'Kandidaten, welchen er seine Unterstützung angedeihen läßt, noch sorgfältiger prüfen müssen, insbesondere dann, wenn sie einer Partei beitreten wollen, die sich in solchen Gegensatz zur Volksstimmung gesetzt hat." Die „National - Zeitung" antwortete darauf, daß diese „anmaßenden Redensarten" der „Dtsch. Tages-Ztg." „vermutlich eine andere, als die beabsichtigte Wirkung hervorbringen werden", und die „Nationalliberale Korrespondenz" drohte dem Abg. Rösicke, ihm bei Neuwahlen das Mandat in Kaiserslautern zu entziehen, da man zeitig Umschau nach einem künftigen Vertreter halten müsse, der zugleich das wirtschaftliche und das politische Vertrauen seiner Wähler rechtfertige. Der Bund wird somit von denselben Parteien, denen er so willig bei den Wahlen geholfen hat, keineswegs besonders glimpflich behandelt, er erntet durchaus keine große Anerkennung für seine Dienste und man ist sich in den bündlerischen Kreisen selbst auch ganz klar darüber. Die Frage ist nur, ob diese Behandlung zu einem entschlosseneren Auftreten des Bundes gegen die alten Parteien führen wird. Wie die Dinge jetzt liegen, ist der Bund nichts als ein großer Agitations¬ und Lärmapparat, aber die gelegentlichen Ausbrüche seiner Redner und Zeitungen gegen die nichtachtende Behandlung, die der Bund durch die Regierung und die alten Parteien erfährt, machen keinen Eindruck. Man weiß ganz genau, daß der Bund nicht die Macht besitzt, seinen Drohungen Nachdruck zu geben, denn so gut er als Agitationsapparat arbeitet, so reichlich seine Mittel sind, es fehlt ihm vollständig an taktisch brauchbaren, schlagfertigen Organen, um bei den Wahlen seine Macht zurr

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