Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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165 würde es sich empfehlen, die Stimmen?Herrn Jacobskötter-Erfurt zuzuwenden, der doch als Bundeskandidat zu gelten bat. Wir hoffen von der Loyalität und den Korpsgeist unserer Mitglieder im dortigen Wahlkreise, daß sie dem Beschlüsse der Vertrauensmänner, die für die Kandidatur Jacobskötter sich erklärten, Folge geben und diesem ihre Stimmen zuwenden werden. Wir wiederholen aber, daß an sich betrachtet gegen die Persönlichkeit des Herrn Schack nicht das Mindeste einzuwenden ist." 2) „Berlin, den 21. Mai 1898. Sehr geehrter Herr! Wir erhielten Ihre gefl. Zuschrift vom 13. huj. m\b erlauben uns ergebenst das folgende zu erwidern: Im Wahlkreise Erfurt-Schleusingen-Ziegenrück ist Herr Jacobskötter, der von der konservativen Partei als Neichstagskandidat ausgestellt ist, von den Vertrauensmännern des Bundes acceptiert worden. Herr W. Schack aus Hamburg ist eine uus vom agrarischen Standpunkte aus nicht minder sympathische und wertvolle Persönlichkeit. Immerhin aber ist, wie die Verhältnisse in Ihrem Wahlkreise nun einmal liegen, die Kandidatur Schack lediglich als Zählkandidatur aufzufassen und infolgedessen erscheint es empfehlenswert, um den Sieg der demokratischen Partei zu verhindern, daß sich alle Bundesmitglieder aus die Kandidatur Jacobskötter vereinigen. Wenn Herr- Schack auf Befragen mitgeteilt hat, daß er aus dem Wahlsonds des Bundes Unterstützung nicht zu gewärtigen habe, so ist dies für diesen Wahlkreis zutreffend, dafür wird der Bund seine Kandidatur in dem hessischen Wahlkreise, wo er noch kandidiert, auf das Energischste unterstützen . . . (Folgt eine längere Auseinandersetzung über Wahlzuschüsse aus der Bundeskasse.) 3) „Berlin, den 4.Juni 1898. Sehr geehrter Herr! Wir empfingen Ihre freundlichen Zeilen vom 3. Juni und erlauben uns ergebenst zu erwidern, daß wir in der Kopie der von uns in den Wahlkreis Erfurt-Schleusingen-Ziegenrück gegebenen Auskunft nicht finden können, daß wir geäußert hätten: Ihre Partei selbst betrachte Ihre Kandidatur als Zählkandidatur: im Gegenteil (!) haben wir nur gesagt, weil st) Herr Jacobskötter als der offizielle Bundeskandidat anzusehen sei, Herr Schack nur als Zählkandidat in Fragekommen könne. Wir sind gern bereit, die von Ihnen gewünschte berichtigende Mitteilung herausgehen zu lassen, wenn Sie uns die Persönlichkeit bezeichnen, an welche dieser Brief mit der von Ihnen gerügten Auskunft gegangen sein soll. Wir können in unseren Akten einen solchen Brief nicht feststellen. Im übrigen hoffen wir, durch diese Erklärung Ihnen gegenüber die unliebsame Differenz als beglichen betrachten zu tonnen und empfehlen uns mit vorzüglicher Hochachtung" usw. Man hat in diesem Falle doch nur die Wahl zwischen zwei Annahmen: entweder es wird bundesamtlich die Unwahrheit mit erschreckender Keckheit gesprochen oder es herrscht in der Hauptgeschäftsstelle des Bundes eine haarsträubende Unordnung und bei Herrn v. Kiesewetter eine bedenkliche Vergeßlichkeit. Das beste aber an dem Verhalten des Bundes, Schack gegenüber, ist, daß während man ihn in Erfurt unter der schmeichelhaftesten Anerkennung beiseite schob und „dafür" versprach, ihn in Kassel-Melsungen zu unterstützen, man dort gerade die Erfurter Vorgänge zur Agitation gegen Schack benutzte. Dort versuchte, wie die „Deutsch-Sozialen Blätter" (16. Juni 98) mitteilten, in einer großen Bundesversammlung zu Kassel am 30. Januar zunächst der Vorsitzende der Konservativen, von Löbdecke, den Bund mit der Kandidatur des nationalliberalen Kommerzienrats Wegemann zu überrumpeln. Die Sache mißlang allerdings, der anwesende Abg. von Liebermann stellte Herrn Schack vor und verschaffte ihm das Wort, und das Ergebnis war, daß Schack als Bundeskandidat anerkannt wurde. Das veranlaßte nun die Konservativen, sich mit den Nationalliberalen und Freisinnigen zusammen für den liberalen Kandidaten Endemann zu erklären. Das Blatt belichtet sodann weiter: „Die Nationalliberalen, Freisinnigen und Konservativen in Kassel-Melsungen suchen die Bauern für sich einzunehmen, indem sie die Unwahrheit verbreiten, in Erfurt habe der Bund der Landwirte sich einstimmig gegen Herrn Schack erklärt.