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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. Seite 157

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
Seite 157 (sequence 8)
Language
German
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157 haben wir nun schon reichlich lang bemessen und das Resultat war bisher leider nur: uns die guten verbindlichen Worte — unsern nationalwirtschaftlichern Widersachern aber nach wie vor die Thaten." Diese Ansicht hat Herr Klapper in zahlreichen Aufsätzen vertreten, noch arm 16. Dezember 99 schreibt er übör die Reichstagssttzung vom 14. Dezember (es handelte sich um die Etatsberatung): „Da griff der Abg. Dr. Röficke nun Punkt für Punkt dieser angeblichen Fürsorge auf und wies am Reichsbankgesetz, am Fleischbeschaugesetz, an der Münzgesetz-Vorlage, an der Frage der Zollkredite und Transitläger, der auswärtigen Handelspolitik gegenüber Amerika und England, an der Exportfrachtpolitik gegenüber Rußland — kurz an allen letztjährigen Maßnahmen der Gesetzgebung und Verwaltung schlagend nach, daß der Landwirtschaft und dem. gewerblichen Mittelstände immer nur die schönen Worte, den großkapitalistischen Erwerbskreisen aber stets die wirksamen Thaten zugewendet worden sind." Auch die „Deutsche Tageszeitung", die doch, so lange es anging, den Bund, seine Leitung, Thätigkeit und Erfolge nicht oft genug lobpreisen konnte, bricht, in letzter Zeit auffallend oft in zornige Klagen über die Ergebnislosigkeit der Thätigkeit des Bundes aus. So schrieb sie am 19. September 99 in einer Fehde mit der „Münch. Allg. Ztg.", die wie üblich meinte, es sei schon genug für die Landwirtschaft geschehen, es „ist von den grundsätzlichen Hauptforderungen des Bundes der Landwirte noch keine erfüllt worden", und fügte dem am 22. September hinzu: „Was die „Münch. Allg. Ztg." an Thatsachen anführen kann,, ist allerdings verzweifelt wenig." Und da die „Lib. Korr." nicht mit Unrecht darauf hinwies, daß diese Aeußerungen im Widerspruch mit der sonst so gerne zur Schau getragenen Siegesgewißheit stehen, erhielt sie folgende Belehrung (Deutsche Tagesztg. 20.12. 99): „Bei kälterem Blute würde die „Korr." den Unterschied zwischen, der theoretischen Beachtung, die durch unausgesetzte Arbeit den landwirtschaftlichen Forderungen errungen ist, insofern, als vom Regierungstische jetzt die üble Lage der Landwirtschaft anerkannt wird, und praktischen gesetzgeberischen Maßnahmen auch mit Hülfe der eigenen Geisteskräfte erfaßt haben." Und nun vollends jene oben von Herrn Klapper erwähnte Reichstagsrede des Abg. Rösicke! Statt einer ruhigen Erörterung, wie man sie bei der Etatsberatung hätte erwarten sollen, war es ein Not- und Wutschrei in einer Schärfe, wie man sie an dieser Stelle nicht oft gehört hat. So rief der Redner u. a., anknüpfend an einen Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." über die angeblichen Verdienste des Reichs^ kanzlers um die Landwirtschaft, der Regierung zu (Stenogr. Ber. S. 3383): ' „Ich erlaube mir den Herrn Reichskanzler zu bitten, uns mitzuteilen welche zahlreichen gesetzgeberischen und administrativen Maßregeln denn zur Hebung und Förderung der Landwirtschaft unter seinem Regiment ergriffen worden sind. . . . Wir, meine Herren, haben — ich spreche hier im Namen des Bundes der Landwirte — aus dem Lande ganz andere Stimmungen gehört^ Stimmungen, die ich dahin zusammenfassen möchte, daß auf dem Lande das Vertrauen zu der Regierung den Bankerottweg geht. . . ." Herr Rösicke hat, wenngleich sicherlich nicht allen Bundesmitgliedern dieser überreizte Ton zusagt, der Sache nach nicht Unrecht. Dieselbe Stimmung machte sich auf der Landesversammlung des Bundes für Anhalt am 4. Januar 1900 zu Bernburg geltend. Dort erklärte der Geheime Oekonomierat Kraaz-Osmershausen, „daß das Thermometer seines Vertrauens zu der Wirtschaftspolitik der Reichsregierung auf dem Gefrierpunkt angelangt sei" (Dtsche. Tagesztg. 5. Jan. 1900), und der Bundes-- direktorOr. Hahn äußerte, „leider seien den schönenWorten (der Regierung) aber die Thaten bisher nicht gefolgt, was vor allen Dingen in unserenr.

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