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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. Seite 156

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
Seite 156 (sequence 7)
Language
German
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156 >ihrem Jahresrückblick (Dtsche. Tagesztg. 31. 12. 98). die Interpellationen seien von 4 oder 5 Angestellten des Bundes eingebracht worden, und bemerkt voll Freude, die schwächliche Furcht vor d e m Terrorismus des Bundes sei im Schwinden begriffen! Ein zweiter Versuch des Bundesvorstandes, im Reichstag eine ausschlaggebende Stellung zu gewinnen, scheiterte vollends. Er wollte bei Neugründung der .„Wirtschaftlichen Vereinigung" die Führung übernehmen. Die alten Parteien hatten aber keine Neigung, sich dem Bunde unterzuordnen, und als endlich nach vieler Mühe die Vereinigung am 7. Dezember 99 zu stände kam, erhielt der Bund in dem fünfgliedrigen Vorstande, neben je einem Vertreter der Konservativen, Freikonservativen, National-Liberalen und Antisemiten, auch eine Stimme. Die ganze Neugründung der Vereinigung scheint überhaupt lediglich eine Formsache gewesen zu sein, denn von einer Thätigkeit derselben hört man überhaupt nichts mehr. Die beständige Versicherung der Bundesorgane, man befinde fich im besten Einvernehmen mit den Parteien und alles gehe sehr wohl, konnten ja auch auf die Dauer nicht verhüllen, daß die Leiter des Bundes selbst über ihre Stellung in der Volksvertretung recht enttäuscht sind. Am 18. April 99, bei Beratung des Fleischbeschau-Gesetzes erklärte Abg. Frhr. von Wangenheim, er werde vom Bundes- Dorsitze zurücktreten, wenn ihn die Regierung nicht für seine regierungsfreundlichen Bemühungen durch größeres Entgegenkommen lohne. Eindruck hat diese Drohung offenbar nicht gemacht. Und schon um dieselbe Zeit, als das graue Büchlein wie eine vorweggenommene Entschuldigung auftauchte, schilderte der dem Bunde nahestehende bekannte Agrar- Schriftsteller Edmund Klapper in der „Agrar-Korrespondenz" die Gesamtlage -wie folgt: . ' „Betrachtet man rückblickend die Thathandlungen der Reichsregierung auf wirtschaftlichem Gebiet während der letzten zwei Jahre, in denen der rhetorische Friedensschluß sich einleitete, so finden wir ein Dutzend Handlungen, die dem von uns bekämpften ' wirtschaftlichen System noch immer völlig konform find, aber nicht eine einzige Handlung, die von einer inneren Wandlung dieser Politik Zeugnis gäbe. Es wird hier genügen, nur einige Beispiele anzuführen: Dem Aus tan de gegenüber dieselbe schwächliche Nachsicht, die unter Caprivi -Marschall herrschte. Obwohl die neuen Männer doch auch schon seit Jahr und Tag im Amte sind, sind wir in unserm wirtschaftlichen Verhältnis zu Amerika nicht nur nicht vorwärts, sondern Schritt für Schritt weiter zurückgekommen. Und das neue Fleischbeschaugesetz wird, nach dem bisher unwidersprochen skizzierten Inhalt, Allem wohl die Krone aufsetzen. Der Seuchens chutz in Oberschlesien gegen Rußland ist seit zwei Jahren, trotz bündigen Zusicherungen, noch nicht ausgeführt; die Geflügel-Quarantäne, der Tarifstreit mit .'Rußland sind noch in aller Gedenkem — Das Margarine-Gesetz laborirt noch immer an den seine mögliche Wirkung unterbindenden Vorschriften, die der Bundesrat ihm angefügt hat, und von der dringend nötigen Kontrolle der ausländischen Fette und Margarine-Rohstoffe verlautet keine Silbe. — Das Börsengesetz schlummert noch immer in der Reichsgesetzsammlung, obwohl seit der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes nun auch schon wieder Monate verflossen sind. — Das empörende Unrecht der Zollkredite und Mehlexportprämien wird nicht abgestellt. — Die kleinen Gerbereien und die Schälwaldbauern gehen immer weiter zu Grunde. — Die seit Jahren klaffende Wunde der Leutenot wird noch immer mit der weißen Salbe schöner Reden bestrichen." — Zum Schluß kommt Herr Klapper noch auf das Bankgesetz zu sprechen: „Dieser Bankgesetzentwurf ist ein Prüfstein dafür, was die Vertreter einer gesunden, nationalen Wirtschaftspolitik zu gewärtigen haben, wenn sie dauernd die verbindlichen Redeäußerungen der Regierung für den Beweis eines tatsächlichen Sieges unsrer Bestrebungen erachten würden. Den Zeitraum für die bekannte „ehrlicheProbe"

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