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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. Seite 154

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
Seite 154 (sequence 5)
Language
German
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.... " ■ — 154 — Was die Frage der Viehsperre betrifft, so können wir allerdings nicht umhin^ die Zweischneidigkeit dieses „Erfolges" hervorzuheben. Es ist durch dieselbe die viel gefährlichere Einfuhr ausländischer Fleisch waren ohne Zweifel gefördert worden, und der Bund geriet durch sein zu weites Vorgehen in Gegensatz zum Fleischergewerbe. Im übrigen muß man ja anerkennen, daß dies immerhin einige Erfolge sind, wenngleich es sich hier doch nur um „die kleinen Mittel" handelt, die sonst stets für durchaus unzureichend erklärt werden, wie es auch ungehörig ist, daß. der Bund hier den Anschein erwecken will, als habe er diese Forderungen im wesentlichen allein vertreten und durchgefochten. Schrieb doch noch am 19. Dezember 1899 die „Dtsche.Tagesztg." in einer Auseinandersetzung mit der „Nationalliberalen Korrespondenz" über die „Preußenkasse" und die Kornlagerhäuser folgendes: „Bisher war man allgemein der Meinung, daß diese Maßregel (Gründung der preußischen Zentralgenossenschaftskasse), die denn doch lediglich zu den sog. kleinen Mitteln zu rechnen ist und eine durchgreifende Besserung der Lage der Landwirtschaft durchaus nicht bewirken könne, selbst wenn das Kapital der Kasse noch einmal verdoppelt werden sollte, von dem Vize-Präsidenten des preußischen Staatsministeriums, dem Finanzminister Dr. von Miquel, her rühre. Ohne ihn wäre diese Kasse zweifellos nicht gegründet worden, und es ist lächerlich, Fürst Hohenlohe das Verdienst derselben zuschreiben zu wollen. Wir glauben auch nicht, das die „Nat. K." mit ihrer Lobpreisung des Fürsten Hohenlohe wegen der Förderung der Kornlager - Häuser einen tiefen Eindruck Hervorrufen wird und betonen, daß auch dies Mittel in keiner Weise durchgreifend Wicken kann und zu den sehr kleinen gerechnet werden muß." Wir meinen, die Gründung der preußischen Zentralgenossenschaftskasse wäre schwerlich schon erfolgt, wenn nicht die Antisemiten Jahr aus Jahr ein, ehe es einen Bund der Landwirte gab, und später z. T. sogar unter dem Widerspruche der Bundesvertreter, - die Hebung des Kredits für den kleineren Mann durch „Verstaatlichung" der Reichsbank gefordert hätten. Das Börsengesetz ferner ist keineswegs „anerkanntermaßen durch den Bund durchgedrückt worden", vielmehr haben selbst die schärfsten Gegner des Antisemitismus, wie die Abgg. Singer und Barth und die anonymen Verfasser des „Politischen Handbuches für national-liberale Wähler" zugeben müssen, daß auch die Antisemiten vor allem für dies Gesetz „verantwortlich" zu machen seien (vgl. Antis. Jahrb. f. 98 S. 98 f.). Es würde dem Bunde wohl schwerlich gelungen sein, in den wenigen Jahren die Notwendigkeit dieses Gesetzes weiten Kreisen klarzumachen, wenn nicht die antisemitische Agitation vorgearbeitet hätte, längst ehe es einen Bund der Landwirte gab. Ebenso steht es mit der Frage des Terminhandels in Getreide usw. Im übrigen widerspricht sich das graue Büchlein selbst. All diese Erfolge fallen in die Zeit vor den 98er Wahlen, und doch heißt es S. 27: „War die Zahl der im deutschen Reichstage sitzenden überzeugungstreuen und festen Freunde der Landwirtschaft im alten Parlamente verhältnismäßig gering, so sind in den neuen Reichstag nunmehr eine ganze Anzahl stramm agrarischer Abgeordneter eingezogen. ..." — Also der Einfluß des Bundes war bis 1898 „verhältnißmäßig gering". Darin liegt doch das Zugeständnis, daß bis dahin andere die Arbeit für ihn zum großen Teil gethan haben müssen. Danach find denn auch die Betrachtungen im ersten Teile des Büchleins (S. 3—5) über die Stellung der Landwirtschaft in der Gesetzgebung zu beurteilen. Es heißt dort (S. 5): „Es ist das unbestrittene Verdienst des Bundes der Landwirte, daß der thatsächlich herrschende Notstand der deutschen Landwirtschaft nunmehr allgemein wenigstens nicht mehr in Abrede gestellt wird. Im Reichstage, in den Landtagen, durch wissenschaftliche Arbeiten,, durch statistische Nachweise aus den.

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