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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. Seite 152

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
Seite 152 (sequence 3)
Language
German
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152 Im Pirnaer Wahlkreise sei Klage geführt worden, daß hervorragende Bundesmitglieder durch Einrichtung von Großbetrieben den Mittel- und Kleinbesitz schädigten. Schließlich kam noch folgende Bekanntmachung des Bundes zur Sprache, die mit Recht in der Berliner Presse viel erörtert wurde: MT Weihnachtsgeschenke 'ML unseren Bundesmitgliedern billige, solide Fahrräder, Nähmaschinen, Waschmaschinen, Acetylenlaternen für Haus, Stall, für Fahrrad, Wagen. Feuerfeste Bücher- und Geldschränke. Gleichzeitig machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß wir jede Maschine, die gewünscht wird, liefern. Bei Anlage industrieller Anlagen stehen wir mit Rat und kostenlosen Anschlägen sofort gern zu Diensten. Verkaufsstelle des Bundes der Landwirte. Abteilung für Maschinen. Abgeordneter R ö s i ck e, der zweite Vorsitzende des Bundes, entgegnete auf diese Vorwürfe („Dtsche. Tagesztg." 12. 12. 99.): 1) „Herr von Podbielski ist nicht mehr Mitglied des Bundes." — Als ob das an obigen Thatsachen das Geringste änderte! Es beweist doch höchstens, daß der Bund auch mit diesem „Bundeskandidaten" hineingefallen ist, wie mit noch so manchem andern. Denn wenn seine Liebe zum Bunde so heiß gewesen wäre, wie man bei seiner Wahl zum Provinzial-Vorsitzenden doch wohl annahm, so wäre er dem Bunde treu geblieben, auch als er seine Wahlhilfe nicht mehr nötig hatte und nun in einflußreicher Stellung für die landwirtschaftliche Sache hätte wirken können. 2) „Die Hosen des Herrn von Saldern stempeln ihren Träger noch nicht zum Mittelstandsfeind." — Das ist ebenso unklar wie 3) „Die gerügte Annonce, betr. Fahrräder, Nähmaschinen, Acetylenlampen usw. war nicht nur ungeschickt, sondern irrtümlich, denn wir führen diese Gegenstände gar nicht. Hier liegt in der That ein Versehen vor." — Und wenn hierzu die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt: „Die offene Art, in welcher Herr Dr. Rösicke die mehrfach erwähnte Anzeige hinsichtlich der Fahrräder, Nähmaschinen als einen sofort erledigten Mißgriff sowohl als einen Irrtum hinstellte, da der Bund diese Dinge gar nicht führe, wird für alle Zeiten jedem ehrlich denkenden Menschen die völlige Haltlosigkeit jener von der freisinnigen Presse erhobenen Verdächtigungen überzeugend beweisen müssen," — so liegen die „Verdächtigungen" offenbar auf Seiten der „Deutschen Tageszeitung" selbst. Dieselbe hätte besser gethan, mitzuteilen, wie ein solches „Versehen", daß Dinge angepriesen werden, die angeblich gar nicht vorhanden sind, in aller Welt möglich ist. Klarer i st selbstverständlich die Sache durch diese Erklärungen nicht geworden, und die Berliner Gewerbetreibenden waren mit denselben auch keineswegs zufrieden. Wenigstens mißlang, wie wir gegenüber dem wahrheitswidrigen Berichte der „Dtsch. Tagesztg." feststellen, der Versuch des Bundes, durch diese Versammlung in Berlin Boden zu gewinnen, vollständig. Uebrigens auch die bundesamtliche „Korrespondenz des Bundes der Landwirte" hat in ihrer nachträglichen Besprechung der Versammlung (15. 12. 99) die dunkle Geschichte nicht erhellt, verfiel vielmehr, gleich der „Dtsch. Tagesztg.", in gehässige persönliche Angriffe, sie schrieb: lang sein. — Dieser Einzelsall würde übrigens nicht zur Sprache gekommen sein, wenn nicht Abgeordneter Rösicke durch den Zwischenruf. „Namen nennen!" provoziert hätte. Der Bund verdankt also seinem. 2. Vorsitzenden diese Auseinandersetzung.

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