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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 140

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 140 (sequence 10)
Language
German
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140 -Außerdem: Was ist das für eine entsetzlich öde Religion, die sich nur auf dem einen abstrakten Grundgedanken des einigen Gottes aufbaut! Für das arische Gemüt würde sie absolut unannehmbar sein und wenn nicht viel mehr im Christentume steckte, würde sich die germanische Welt niemals dazu bekehrt haben. Neben diesem „Kern" des Judentums giebt es nach Lazarus einen „wesentlichen Inhalt des Judentums", der gebildet wird durch „Pflanzung und Pflege eines geläuterten, veredelten und vertieften Gottesbewußtseins in allen Menschen". Das als Aufgabe für die Juden in Anspruch zu nehmen, ist ungefähr gerade so berechtigt als wenn Lazarus behauptete, der „Inhalt des Judentums" bestände in Pflanzung und Pflege -von Weizen und herrlichen, veredelten Obstsorten. Die Menschheit braucht den Juden ebensowenig zur Vertiefung ihres religiösen Empfindens wie zum Ackerbau oder zur Obstzucht, denn sie hat nachweislich beides ohne den Juden und vor dem Juden gehabt. Ich sage Vertiefung des religiösen Empfindens, denn das meint Lazarus doch wohl mit dem rätselhaften Worte „Gottesbewußtsein". — Nun aber heißt. es im Anfänge unserer Stelle: „Der Kern des Judentums ist das Ziel allgemein menschheitlicher Entwicklung". Das klingt etwas dunkel. Mit Rücksicht -darauf aber, daß ja an anderer Stelle genau gesagt ist, worin der „Kern des Judentums" besteht und mit Rücksicht auf die ganze Tendenz des Buches müssen wir annehmen, daß in diesem Satze nicht über den Kern des Judentums sondern über das „Ziel allgemein menschheitlicher Entwicklung" etwas ausgesagt werden soll und daß Lazarus mit seinem unklaren Satze meint: Der allgemein menschheitlichen Entwicklung ist das Ziel gesetzt, daß die Menschheit die jüdische Sittenlehre und die abstrakte Lehre' von der Einheit Gottes als einzigen religiösen Grundgedanken annimmt oder sagen wir besser, dazu hinab steigt. Was das für die Menschheit bedeuten würde, ist nach dem eben Gesagten ohne weiteres klar. Wir müssen daher bestreiten, daß damit für die Menschheit ein Ideal verwirklicht würde, können uns aber recht wohl denken, warum das den Juden als etwas Ideales erscheint: Sie würden sich vielleicht materiell sehr wohl dabei befinden, wenn man sie überall als die Bringer der einzig wahren Sittenlehre und Religion anstaunte und verehrte. In Palästina hatten sie dies Ideal bekanntlich verwirklicht (f. Jahrb. . 1897 S. 57). Daher ist es auch ganz begreiflich, daß das Judentum die Herbeiführung dieses Zustandes herbeisehnt und als „höchste Verheißung" betrachtet und daß es sich zu seiner Herbeiführung sogar recht sehr gegen seine innere Natur bequemen möchte, seinen Verkehr mit den Nichtjuden so ideal, sittlich rein, freundlich, innig und liebevoll zu gestalten, wie es der letzte Satz verheißt. Fassen wir also zusammen, so ist die wahre Meinung der gewundenen Redensarten: Die Nichtjuden sind nicht fähig, eine Sittenlehre und Religion zu bilden. Sie brauchen dazu die Juden und diese stnd bereit das zu besorgen, wie sie ja überhaupt „alles machen", in der Voraussetzung, daß ihnen auch dieses Geschäft etwas eintragen werde. Ja, schöne ethische Eigenschaften werden von dem Juden verlangt; ebenso schöne werden ihm von den „Heroen des Talmud" beigelegt (§ 163): „Drei charakteristische sittliche Vorzüge haben die Juden; sie sind barmherzig, schamhaft (besonders die modernen!) und wohlthätig; jeder Mensch, der diese drei Eigenschaften besitzt, ist tvert (8ie!), dem Volke der Juden verbunden (also ihm zugezählt) zu werden" (Jebamoth 79a) — wie gütig! — weiterhin wird gefordert („fordern" kann man viel!): Keuschheit (!) und Schonung des Lebens und Eigentums anderer und mildes ' Verhalten auch gegen Tiere. (Vgl. dazu das Schächten.) Ueber das Verhalten des Juden zu seinem.Nebenmenschen hören wir weiter - (§ 167): „Nur (?) in dem Verhältnis innerhalb eines Volkes, also der Einheimischen

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