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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 139

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 139 (sequence 9)
Language
German
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139 Nichtjuden durchaus dieselben sind wir für den Juden. Auch der Nichtjude, wenn er die „Lehre" (gemeint ist doch Wohl die jüdische) befolge, sei „dern Hohenpriester gleich"; jeder Mensch aus jedem-Volke könne den moralischen Wert und die sittliche Würde erreichen, die innerhalb Israels dem Hohenpriester zukomme. Wirklich außerordentlich gütig! In dieser gnädigen Gesinnung überbietet sich L. nun mehrfach. So § 154: „Weil der ideale Wert des Menschen von dem Unterschiede des Stammes und der Konfession unabhängig ist, deshalb wird ferner gelehrt:. Die Frommen unter allen Völkern haben teil an der künftigen Welt" — — und § 155: „Die geistige und sittliche Höhe, die der Mensch erreichen kann, ist nach den Rabbinen also unabhängig von der Abstammung wie vom Bekenntnisse." — Das klingt ja nun Alles sehr liberal, sehr entgegenkommend, als wenn Lazarus und die Rabbinen überhaupt gar nichts von einem Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden wüßten. Man darf nur nicht vergessen, daß es mit dem gütigen Zugeständnisse, die sittliche Höhe sei unabhängig von der Abstammung, den einen kleinen Haken hat. daß die sittliche Höhe in den Augen dieser 'Weisen nur erreicht werden kann durch völlige Unterwerfung unter das jüdische Sittengesetz, daß dieses nach Lazarus' eigener Darstellung (s. S. 135) aus dem „ethischen Gewissen des Volkes" selbst entsprossen ist, dem eine „gesetzgebende Autorität" beigemessen wird. Das bedeutet aber, wie wir gleich noch deutlicher sehen werden, nichts anderes, als vollkommene geistige Verjudung. Daß diese auch bei Nichtjuden möglich sei, wollen wir nicht bestreiten. Der folgende Abschnitt geht über zur Behandlung des Charakters der jüdischen Sittenlehre und es heißt in § 157: „Der Kern des Judentums ist das Ziel allgemein menschheitlicher Entwickelung; dieser Kern, in seiner vollkommenen Erfüllung auch für den Juden ein Ideal, ist zugleich das Ideal für die ganze Menschheit, und dem Judentum gilt es als die höchste Verheißung und sehnlichste Hoffnung, (aha!) daß alle Völker sich dem gemeinsamen Streben (selbstverständlich unter Führung Israels!) zur Annäherung an dieses Ideal vereinigen werden. Dieser Kern des Judentums besteht in seiner Sittenlehre und dem einzigen religiösen Grundgedanken der Gotteinheitslehre. Pflanzung und Pflege eines geläuterten, veredelten und vertieften Gottesbewußtseins in allen Menschen (!) bildet allein den wesentlichen Inhalt des Judentums. Deshalb soll (ja soll!) auch der Verkehr des Juden mit dem Nichtjuden so ideal, so sittlich rein, so freundlich, innig und liebevoll wie möglich sein" (es ist ordentlich rührend)-besonders natürlich der Verkehr des modernen Juden mit dem Nichtjuden feminini generis! Doch zwingen wir uns einmal, die zuletzt angeführte Stelle ernst zu nehmen, so schwer es auch sein mag. Sie verdient es, weil sie ein mustergültiges Beispiel ungeordneter jüdischer Schreib- und Denkart ist und doch bei näherem Eingehen die wahren Absichten des Judentums oder wenigstens der vom Verfasser vertretenen weiter unten zur Sprache kommenden „universalistischen" Richtung verrät. Also Lazarus spricht vom „Kern des Judentums". Worin er besteht, sagt er nicht am Anfänge, sondern in der Mitte: „Dieser Kern des Judentums besteht in seiner Sittenlehre und dem einzigen religiösen Grundgedanken der Gotteinheitslehre". Daß die jüdische Sittenlehre sehr schwankend ist, werden wir weiter unten sehen. Lazarus selbst erklärt, daß die formale Verpflichtung zur Erfüllung des Gesetzes das einzig Feste an ihr sei. Was den einzigen religiösen Grundgedanken der „Gotteinheitslehre" betrifft, so ist er keineswegs ausschließliches Eigentum der Juden, ja es läßt sich direkt Nachweisen, daß sie ihn sich erst von anderen Völkern angeeignet haben, gerade so wie all ihren anderen Kulturbesitz (s. Jahrbuch 1897 S. 50).

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