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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 135

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 135 (sequence 5)
Language
German
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135 Wie reimt sich denn aber das hier so oft Betonte „für alle Menschen" mit der jüdischen Anschauung zusammen: „Ihr seid Mensch genannt, aber die anderen Völker heißen nicht Menschen" (Baba Mezia 114b und Jebam. 61a)? — ein Ausspruch. über den man nach Lazarus (vgl. Anhang Nr. 10) „auch" viel Geschrei gemacht hat! L. Hilst sich allerdings sehr leicht über den Widerspruch hinweg, indem er erklärt: „Die Anklage wird sofort hinfällig, wenn wir bemerken, daß der Ausdruck „wird nicht Mensch genannt" nur eine beliebte Redewendung (?) ist, um zu sagen: ein solcher führt kein menschenwürdiges Dasein." — Eine sehr einfache Erklärung! Auf diese Weise kann man eben alles „erklären". Wunderbar bleibt es aber doch, daß die gelehrten und scharfsinnigen Rabbinen, die den Talmud schrieben, nicht verstanden, sich deutlich auszudrücken, und daß erst Lazarus kommen muß, um uns zu sagen, was sie eigentlich gemeint haben. 7) „Schon die älteste Ethik des Judentums ist vorzugsweise Sozialethik (vgl. später über diesen Punkt!); zugleich (!) wendet sie sich zunächst (!) an das eigene Volk. Nach ihrem wesentlichen Gehalte aber ist sie nicht eine nationale, sondern eine universelle (!) Sittenlehre." (§ 140.) Da haben wir also wieder immer dieselbe Dreistigkeit. Ganz richtig wirb allerdings weiter gesagt: „Die sittliche Erkenntnis ist nicht für dieses Volk allein^ sondern für alle Welt geschaffen" — aber woher nimmt denn Lazarus und das Judentum die Berechtigung, sie „aller Welt" zu vermitteln? Wohl weil es dev „Allerweltsvermittler" ist, der „Faktor", wie man in Polen sagt. 8) Ebendort heißt es weiter: „Die Ideale einer bestimmten (d. h. doch Wohl jüdischen) Lebensführung werden nicht bloß den eigenen Angehörigen verkündet, sondern der ganzen Menschheit, deren Vereinigung im Erfassen und Erfüllen dieser Ideale den Inhalt der wichtigsten Gebete, ,b\t nie gestillte Sehnsucht und die nie verzagende Hoffnung aller Edlen (!) ausmacht." Wer diese Edlen kennt, weiß auch warum. „Den Tadel, den man gegen dieses Einheitsstreben in der Gesamtauffassung alles dessen, was Gegenstand unserer (d. h. jüdischen) geistigen Thätigkeit sein kann, gerichtet hat, mögen wir uns ruhig gefallen lassen" — meint L. weiterhin. 9) „Das Gesetz (d. h. das jüdische) ist seinem Wesen nach allgemein, es ist für alle." (§ 216.) 10) „Das Gesetz ist als das gleiche nicht bloß für den Eingeborenen und Stammverwandten, sondern auch für den Fremdling erklärt." (§ 219.) Auch diese Beispiele lassen sich aus dem Buche noch vermehren und wir werden dieser dreisten jüdischen Auffassung noch an verschiedenen Stellen begegnen, wo (wenn erforderlich) im einzelnen darauf aufmerksam gemacht werden soll. Glücklicherweise hat denn doch talmudische Ethik niemals die universale Giltigkeit erlangt, wie es in der ausgesprochenen Absicht des Judentums gelegen hat, was auch L. bedauernd zugiebt: „Dem talmudischen Judentum fehlte es fast an jeder Gelegenheit, seine allgemeinen ethischen Prinzipien in eine breite und volle Wirklichkeit hineinzubilden." (§ 169.) Wie weit überhaupt die jüdisch-dreiste Selbstüberhebung geht, beweisen folgende Stellen: Im § 67 findet sich die Aeußerung: „Wenn der allgemeine Grundsatz ausgestellt wird (nämlich von den Rabbinen): „der (auf dem Boden des Gesetzes) in Israel entstandene Brauch und die Sitte gilt als gesetzliche Norm", so sehen wir, daß hier dem ethischen Gewissen des Volkes eine gesetzgebende Autorität beigemessen ist"- Und § 68 fährt fort: „Die ethische Wissenschaft und die genannte Anschauung

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