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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 134

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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134 machen. Es herrscht die schönste Uebereinstimmung in dieser Beziehung zwischen; den Rednern in Breslau und dem in Schwiebus, wie vermutlich auch zwischen dem „Berliner Tagebl." und der „Vojsischen Zeitung". Wir haben eben in dem Buche von Lazarus, so dickleibig es auch ist, im Grunde weiter nichts als? ein Flug-- blatt zu sehen, berechnet auf die Anpreisung jüdischer Sittlichkeit und des Judentums überhaupt. — Warum sich zum Leidwesen der Herren Hirschfeld und Or. Lövinsohn bisher niemand gefunden hat, der einen brauchbaren Auszug, aus Lazarusjüdischer Ethik fertig gebracht hätte, wird der Leser nach der oben von mir gegebenen Schilderung und nach den Beispielen von Verworrenheit und Weitschweifigkeit, die ich unten anführen werde, recht begreiflich finden. Wenn aber die Juden die Absicht haben, sich auf das Lazarus'sche Buch zu. berufen und unter Hinweis auf den dickleibigen und typographisch würdig aus-- gestatteten Band zu behaupten, daß die jüdische Ethik ganz besonders vortrefflich und das jüdische Volk ganz besonders lobenswert sei, iu der stillschweigenden Voraussetzung, daß niemand Lust haben würde, nachzulesen, was in dem dicken Bande denn nun eigentlich steht, so ist es nötig, die allgemeine Aufmerksamkeit auf seine Inhaltslosigkeit und Oberflächlichkeit zu lenken, insbesondere ist es nötig, daß jeden Antisemit damit Bescheid weiß und sofort mit Belegen für die Minderwertigkeit des Buches aufwarten kann. Deshalb würdigen wir Lazarus an dieser Stelle einen längeren Besprechung. Die Tendenz des Buches ist also ersichtlich die, mit der bekannten jüdischem Dreistigkeit die jüdische Sitrenlehre als die schlechthin einzig richtige, gute, für alle Völker und Zeiten verbindliche zu erklären. Die Beweise für diese Behauptung wollen wir sofort, und zwar mit den Worten des Buches selbst, liefern. 1) Schon das Vorwort erbringt den unwiderleglichen Beweis. Es heißt da:, „Man erwartet wohl von mir, dem Völkerpsychologen, Vergleiche mit nahegelegenen anderen nationalen oder philosophischen Denkweisen, Apologetik als ihren Erfolg und als ihr Hilfsmittel Polemik. Klar und fest ist auf alles dieses verzichtet. Nichts von Apologie!" Das heißt mit anderen Worten: Es fällt mir gar nicht ein,, mich mit anderen Anschauungen (welches doch in erster Linie nur die christlichen sein könnten) herumzuschlagen, sie zu bekämpfen oder gar zu widerlegen resp. meine (d: h. die jüdischen). Anschauungen gegen andere (vielleicht bessere) verteidigen zu wollen, — die jüdische Ethik als solche ist einfach absolut vollkommen, und damit basta 1 Dieselbe Anschauung finden wir S. 79. Aber weiter! 2) „Nicht am roten Meere, am Sinai erst wurde Israel erlöst, und mit Israel die Menschheit, lehren die Rabbinen an vielen Stellen; — die Offenbarung . .. . isü das Eigentum der ganzen Welt, jedem steht es frei, sie aufzunehmen." (§ 27.) 3) „An Zahlreichen Stellen im Talmud und Midrasch wird hervorgehoben,, daß die Gebote des biblischen Gesetzes sich an „den Menschen" richten, d. h. nicht? bloß an den Israeliten." (§ 80). 4) „Obgleich von dem universellen (!) Charakter der Ethik des Judentums weiterhin ausführlich gehandelt werden soll"-(§ 120.) 5) „Es handelt sich (nämlich in der sinaitischen Gesetzgebung) nicht um die- Belehrung allein des Volkes Israel und seine Erziehung zur Sittlichkeit, sondern um. die mittelbare Gründung derselben für die ganze Menschheit (!)." (ebendort.) 6) „An geweihter Stätte soll das Gesetz befestigt und verewigt werden, aber.- für die ganze Menschheit lesbar, weil es für sie (!) zunächst diesem (d. h. dem jüdischeni)- Volke gegeben wird." (§ 121.)

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