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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 133

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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133 „Fabrikbesitzer Hirsch seid kann sich Mit den Ausführungen der Berliner .Redner durchaus nicht befriedigt erklären, die hauptsächliche ThätigkeiL des Zentralvereins sei doch die, die ihm den Namen eines „Denunzianten-Vereins" von gegnerischer Seite eingetragen habe, er solle doch auch positiv thätig sein. Dr. Lewh habe gar nicht von „anderen Aufgaben" gesprochen, nur von „Ge- -sinnung", Thaten solle man zeigen, Flugblätter den liberalen Zeitungen beilegen, von dem neuen Werke des Prof. Lazarus Äber die „Jüd. Ethik" Auszüge verbreiten. Auch er sei der Meinung, daß die herrschende Imparität nur im Parlamente gehoben werden könne, man solle doch mit der „Leisetreterei" endlich einmal faktisch brechen, nicht immer bloß davon sprechen. Dr. Lövinsohn erwidert, daß der Zentralverein alle diese Aufgaben erfülle, Flugblätter verbreite, an Lazarus' Ethik -habe er selbst schon gedacht, bisher aber Aus diesen Aeußerungen können Judentums in dem Lazarusschen Buche Bekämpfung des Antisemitismus zu haben glauben, daß also die Anpreisung der „jüdischen Ethik" zu ihren wichtigsten Schutz- und Abwehrmitteln gehört. Ein weiteres Beispiel für die Propaganda, die man mit jüdischer Ethik betreiben will, bringt mir ein Auszug aus dem „Schwiebuser Jntelligenzblatt" vom 16. Dezember 1899: Da wird über einen Vortrag berichtet, den ein Agitator des .„Verbandes für Erhaltung und Förderung jüdischer Geschichte" in Schwiebus gehalten hat: keinen gefunden, der einen brauchbaren Auszug zustande gebracht hätte. Vorsitzender Dr. Reich bemerkt, daß die „Vossische Zeitung" und das „Berliner Tageblatt" schon Artikel darüber gebracht hätten. Oanä. jur. Posener hebt in längerer Rede die Vorzüge des Zentralvereins hervor, der gerade durch seine strenge Sachlichkeit imponiere, er diene nur der Verteidigung, daß er das jüdische Selbstbewußtsein geweckt habe, das sei schon eine Leistung, man unterschätze aber auch nicht auf anderer Seite die antisemitischen Blätter, er selbst habe ein solches hier erscheinendes zu überwachen, das „Deutsche Volksblatt", das die Hetzrede des Grafen Pückler vollständig gebracht und sich dafür Wohl zu verantworten haben werde. Ueberhaupt liege der Schwerpunkt des Zentralvereins in der Rechtsschutzkommission, die recht viele Mitarbeiter brauche." wir entnehmen, daß die Vorkämpfer des eine ganz besonders wirksame Waffe zur „Am Mittwoch Abend sprach im Florasaale Hierselbst in der zum großen Teil sich eingefundenen jüdischen Gemeinde ein Redner des Verbandes für Erhaltung und Förderung jüdischer Geschichte über die Ethik des Talmud. Seine einleitenden Worte gipfelten in dem Hinweis auf die verschiedenen Anfeindungen auf die Sitteulehre des Judentums, die der Herr Redner als eine Ausgeburt der Intoleranz und Lieblosigkeit der Feinde .Israels kennzeichnete. Alle diesbezüglichen Bemühungen hätten sich auch als Machtlos erwiesen; denn der Talmud habe allen Stürmen siegreich widerstanden 2c. Das Christentum sei aus dem Schoße des Judentums hervorgegangen und im Evangelium sei nichts enthalten, was gegen die talmudische Äehre sei, die -von den nächsten Verwandten Christi geschrieben worden sei. Des weiteren entwickelte der Herr Vortragende die Entstehung des Talmud und Wir sehen also hier wie in Breslau das Bestreben, mit der angeblich zugleich universalen und nationalen jüdischen Ethik für das Judentum Stimmung zu schilderte mit schwungvollen Worten die Zusammensetzung in Mischna, Hallachod, Hakkado und Gemara. Die Forderung, den Meineid zu unterlassen, da er strafbar sei (! ber Vers.), wurde aus einigen Talmudstellen vorgelesen, desgleichen kamen zur wörtlichen Anführung einige Beispiele, die den Tierschutz verlangen und das Schächten als die beste Schlachtart bekundeten. Bemerkt wurde auch, daß im Talmud wohl einige den Feinden Israels wenig freundlich gesinnte Sätze vorhanden seien, das sei aber nur der wilde Aufschrei eines zur Verzweiflung getriebenen Volkes und darum entschuldbar. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem begeisterten Appell an die jüdischen Glaubensbrüder, ihren Satzungen treu zu bleiben und zur allseitigen Anerkennung und Achtung derselben nach Kräften beitragen und wirken zu helfen."

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