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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. Seite 132

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
Seite 132 (sequence 2)
Language
German
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— 132 — Vorgelegen Hütte, auf den ich sogleich in anderem Zusammenhänge hinweiseu Werder Da aber das Ganze außerordentlich oberflächlich gearbeitet ist, ebenso sehr wasseine Form als was seinen Inhalt anbetrifft, so wolle der Leser nicht, verlangen, daß ich von den zusammenhanglosen Gedanken, die Lazarus aneinanderreiht, eiw abgerundetes Bild gebe: Das hieße die Arbeit verrichten, die der Verfasser zu thun gehabt hätte, aber nicht gethan hat. Ich beabsichtige nicht, Herrn Lazarus seine- Gedanken zu ordnen, sondern ich will nur dem Leser zeigen, daß. das ganze Werk, überhaupt nicht ernst genommen werden kann, daß der Verfasser in den meisten? Fällen selbst nicht recht weiß, was er will, bis auf eins, wovon gleich gesprochen werden soll. — Die Darstellung trägt in allen Punkten die unverkennbaren Züge der jüdischen Art. Da ist nichts von Beweisführung, sondern der Verfasser sucht auf den Leser nur durch Wiederholung seiner Behauptungen zu wirken: Je wichtiger sie ihm scheinen, desto häufiger wiederholt er sie. Im klebrigen hat er, was er. schreibt, so wenig überlegt und seine Gedanken so wenig geordnet, daß er sich unausgesetzt selbst widerspricht, ohne darauf aufmerksam geworden zu sein. Ich werde mich begnügen, für diese Behauptungen Beispiele anzuführen: Mit ausführlicher Besprechung der einzelnen Stellen werde ich mich nicht aufhalten, sondern im einzelnem Falle die Aufmerksamkeit des Lesers durch ein in Klammern gesetztes Frage- oder? Ausrufungszeichen, durch eine Interjektion oder dergl. aus die Mängel der Darstellung,. auf die schwachen Stellen, die Widersprüche u. s. w. zu lenken. Dann wird er selbst: leicht im Stande sein, festzustellen, wo es dem Verfasser fehlt. Wozu schreibt eigentlich Lazarus jüdische Sittenlehre? Hat er vielleicht die Absicht, seine Glaubensgenossen zur Sittlichkeit zu erziehen, wie es ja Aufgabeder Ethik ist, zur rechten Lebensführung anzuleiten, d. h. Anleitung zu geben, die Ausgaben des Lebens so zu lösen, daß es die reichste, schönste, vollkommenste Entfaltung erreicht? Nötig wäre es ja wohl, die modernen Juden zur Sittlichkeit zu erziehen. Aber es kann nicht zugegeben werden, daß sie eine eigene jüdische- Sittenlehre brauchen, da sie unter anderen Völkern leben und deshalb von ihnen; verlangt werden muß, daß sie deren Sittengesetze auch als die ihrigen anerkennen und sich zu eigen machen. Wollen sie das nicht, so haben sie auch kein Recht zu verlangen, von den anderen Völkern als gleichberechtigt behandelt zu werden, worauf doch von ihnen so viel Gewicht gelegt wird. Ein „Völkerpsychologe", wie L. selbst sich stolz nennte sollte einsehen, daß zerstreute Bruchstücke eines Volkes, die in minderer Zahl mit anderen Völkern gemischt leben, keine eigene Sittenlehre haben und befolgen dürfen.. Das kann also die Veranlassung des Buches wohl nicht sein; eher ist anzunehmen,, daß „unsere Leut'" eine Propaganda mit jüdischer Ethik betreiben wollen, wie sie im römischen Kaiserreich [oql. Antisem. Jahrbuch 1899 S. 84 ff. und Giese, die Judenfrage am Ende des 19. Jahrh. S. 16 und 35) die Propaganda mit der jüdischen Religion betrieben haben, — sie soll offenbar ein politisches Kampfmittel werden, auf das sie sich gegebenenfalls berufen können, wie sie das so gern thun. Aber das ist, wie bereits angedeutet wurde, aus Lazarus' Buche selbst nickt zu entnehmen. Wir müssen da schon andere Leute fragen, und da finden wir beispielsweise in einem Berichte der „Schlesischen Zeitung" vom 25. Februar 1899» über eine Versammlung des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischem Glaubens" zu Breslau einige interessante Fingerzeige. Es handelte sich bei der Versammlung in Breslau ^j-UOT/ unter den Breslauer Juden, die vom Central-. augeni'cyeintich nicht sehr viel halten, das Verständnis für seine Bestrebungen zu beleben. In dem Versammlungsberichte nun findet sich folgende Stelle:

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