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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums · p. [Seite]

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Ein kritischer Spaziergang durch M. Lazarus' Ethik des Judentums
Date
1900-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M« kritischer Spaziergang dnrch M. Kazarus' Ethik des Indentnms vom Oberlehrer Benfemer-Thorn. Motto: 81 5eoi8ti, nega. Ein Band erschien 1898 in Kommission bei I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Mn Riesenband, 1 kg 230 g schwer, *) 861 Seiten Text (durchschnittlich zu 25 Zeilen) mnd 80 Seiten Anhang. Der 2. Band, der anscheinend die Pf lichten lehre bringen soll, ist noch nicht erschienen. Die Anordnung des Ganzen ist die, daß im ersten Bande Abschnitt 1 von den Quellen, dem Prinzip und dem Charakter der jüdischen Sittenlehre, Äbschnitt 2 von dem Ziele der Sittlichkeit handelt. Was zunächst Stil und Ausdrucksweise betrifft, so bestätigt Vers, die bekannte Erfahrung, daß es für einen Ausländer doch nicht so einfach ist, Deutsch zu sprechen oder gar zu schreiben. Wenigstens aber hätte Verf. doch wissen können, daß es auch im Deutschen eine Deklination giebt. Davon scheint er jedoch keine Ahnung zu haben, sonst würde er nicht durchweg Dative bilden wie: „dem Plan, dem Untergrund, dem Ziel, dem Unterschied, vom Bekenntnis, in dem Grundsatz, dem Heil, dem Genuß, dem Gebrauch, vom Glanz, im Gehalt, dem Trieb, vom Gesetz, dem Gesamtgeist" u. s. w. — Beispiele, die ganz beliebig herausgegriffen stnd und die sich bis ins Unendliche vermehren lassen. Der Satzbau gar ist stellenweise geradezu haarsträubend. Und der Inhalt? Nun, Jüdisches haben wir viel gefunden, auch geschwollene ^Redensarten und jüdischen Dünkel. Aber Ethik? Davon ist nicht viel zu spüren, -wenn man von den ganz allgemein (nicht bloß jüdisch) sittlichen Erörterungen ab sieht. Das Buch ist so flüchtig geschrieben und an gedanklichem Inhalte so überaus arm, daß es wirklich kein Vergnügen ist, sich hindurchzulesen, und ich habe mir an dem inhaltslosen und unschönen Wortgeklingel, den schwülstigen allgemeinen Redensarten, hinter denen nichts steckt, förmlich den Magen verdorben, sodaß ich nach dem ersten Lesen einer gewissen Erholungszeit bedurfte, um die Beschäftigung mit ihm wieder auf- ,zunehmen. Ja, ich würde es überhaupt nicht über mich gewonnen haben, mich noch weiter mit dem Geschreibsel zu beschäftigen, wenn nicht ein ganz bestimmter Grund *) Das Lazarus sch e Buch teilt die anspruchsvolle Ausstattung mit all den anderen aus Selbstvercherrlichung oder auf Verteidigung des Judentums gerichteten Schriften. Man sucht durch 'gespreizte Schrift, durch großes Format und starkes Papier den Eindruck zu erwecken, als ob man dem^Leser ganz 'besonders kostbare Gedanken zu übermitteln hätte, und so die in Wahrheit bemitleidenswerte gedankliche Armut und stilistische Schwäche der Schriften zu verdecken. Ja, man rechnet vielleicht damit, daß die meisten Menschen eine nicht ganz unberechtigte Furcht vor dicken Büchern haben, und sich lieber unbesehen voL^ihncn imponieren lo^" als ft* --- se^rr.. .An Geld für die „großartige" Ausstattung fehlt es ja nicht. Was Lazarus auf seinen 361 Seiten Text mitteilt, ließe sich auf Seiten dieses Jahrbuches abdrucken.' Wollte man sich die Mühe geben, den wahren gedanklichen Inhalt herauszuschälLrr, alle Wiederholungen cheseitigen, alle Spreu Heraussieben, so würden es wohl auch 40—50 Seiten thun. 0*

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