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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Thätigkeit der Deutschsozial-reformerischen Abgeordneten in den Volksvertretungen während der Session 1898 - 99. · p. Seite 121

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Thätigkeit der Deutschsozial-reformerischen Abgeordneten in den Volksvertretungen während der Session 1898 - 99.
Date
1900-01-01
Page
Seite 121 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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121 wie billig Recht zu sprechen. Daher nahm die Fraktion einstimmig - die Anträge - Trimborn-Hitze an, welche die Vorlegung eines Gesetzentwurfes über kaufmännische Schiedsgerichte verlangten. ' Abg. Raab ging in der hamburgischen Bürgerschaft und ebenso dann auch im Reichstage auf das Fortbildungswesen näher ein. Er wünschte namentlich,, duß der Unterricht obligatorischen Charakter habe und — wegen der in Abendstunden naturgemäß sich einstellenden Uebermüdung — möglichst im Laufe des Tages zu den geschäftlich am meisten geeigneten Stunden erteilt werde. Eine Mittagspause für alle Gehilfen, auch für die im Hause ihres Dienstherrn beköstigten, bezeichnete er als unentbehrlich. Die Bestimmung der Gewerbenovelle über ein Mindestmaß von Nachtruhe für kaufmännische Angestellte fand seinen Beifall. Doch, so führte er dazu noch weiter aus, es sei nicht ausreichend, daß eine solche Vorschrift bestehe, sie müsse auch so beschaffen sein, daß man sich jederzeit zuverlässig versichern könne, ob sie auch wirklich innegehalten werde. Dies sei aber am sichersten und einfachsten zu ermöglichen^ wenn eine bestimmte Ladenschluß stunde ft (deren Einführung er auch im Ausschüsse beantragt hatte) festgesetzt werde. Bei der Beratung der Jnvaliditätsnovelle wollte er die Versicherungspflicht auf alle Handlungsgehülfen ohne Unterschied des Gehaltes ausgedehnt wissen, natürlich aber unter gleichzeitiger Neuschaffung höherer Verficherungsklassen. An der Bekämpfung der Fleisch- und Vieheinfuhr, die in der vergangenen Session die Thätigkeit der landwirtschaftsfreundlichen Abgeordneten in hervorragendem Maße in Anspruch nahm, beteiligten sich auch die unsrigen nach Kräften. Wie sie sich gegen die gegnerische Behauptung von der Fleischnot .im Reichstagewie in den Landtagen von Hessen, Baden und Hamburg zu wiederholten Malen wandten und die darauf bezügliche Anfrage Wangenheim Unterzeichneten, so stimmten sie auch geschlossen gegen das Fleischschaugesetz. Gegen dieses sprachen zu verschiedenen Zeiten die Abgg. von Liebermann, Gäbet und Vielhaben. Die beiden ersteren gaben, sich gegenseitig ergänzend, an der Hand von amerikanischen Fachzeitschriften und Zeitungen ft ein klares Bild von der geradezu ekelhaften Art und Weise, wie das amerikanische Fleisch behandelt und versandbereit hergestellt wird und wie besonders auch die modernen Chemiekünste der Amerikaner eine einigermaßen genaue Prüfung bei der Einfuhr fast unmöglich machen, wiesen auf die Folgen eines solchen Schundwettbewerbs für unsere Landwirtschaft hin, behandelten dann die Gefahr, daß immer mehr Viehseuchen eingeschleppt würden, wenn man nicht die Einfuhr auch des lebenden Viehs Beschränkungen unterwürfe, und zogen aus alledem die Folgerung, daß die Regierung es der Landwirtschaft durchaus schuldig sei, sie gegen derartige Uebelstände zu schützen. Abg. Vielhaben dagegen griff das Gesetz selbst in seinen einzelnen Teilen an. Er ließ sich dabei von folgenden Grundsätzen leiten: 1) Ausländische Fleischwaren sind nur zur Einfuhr in das Reichsgebiet zuzulassen, wenn es gelingt, sie einer mindestens gleichwertigen Untersuchung zu unter- 1) Der Beweis für die Richtigkeit der vielfach bestrittenen Ansicht, daß eine solche Ladenschlußstunde ohne Schädigung der Ladeninhaber durchzuführen ist, dürfte in hinreichender Weise geführt word.ew sein: In einer ganzen Anzahl von Städten (vgl. nur den letzten Jahrgang der „Deutschen Handelswacht") haben sich bereits die Vertreter einzelner Geschäftszweige ohne Ausnahme durch freiwillige. Vereinbarung verpflichtet, ihre Lüden zu bestimmter Stunde zu schließen. 2) Viel zur Aufklärung in dieser Frage hat Abg. Vielhaben dadurch beigetragen, daß er die bezeichnendsten Aufsätze übersetzte und in den beteiligten Kreisen verbreitete.

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