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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Die Parteien innerhalb des modernen Judentums. · p. Seite 104

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Die Parteien innerhalb des modernen Judentums.
Date
1900-01-01
Page
Seite 104 (sequence 19)
Language
German
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104 „Hier haben Sie bas große Verbrechen des IlonisnrE D'ie gewissen Millionäre hatten geduldig, leise, schlau das Kabel, das sie m das Judentum knüpfte, fast ganz durchgesägt und hingen nur noch am einem schwachem jüdischen ' .Faden, den eine letzte, geringfügige Anstrengung abgerissen hätte... Der.: schreib der. ..Zionismus über alle Dächer: „Es giebt ein Judentum!.' Wir sind-eine Raffe! ' Es giebt leider auch einen Auswurf des Judentums, aber selbst dieser Mswurf ist noch jüdisch. Das ist zwar unser Schmerz, aber wir können es nichts ändern." Wir. schlagen ohne es zu wollen Angeln mit Widerhaken in das Fleisch? der feigen Ausreißer und binden sie wieder an das Judentum,, wovom sie in? aller - SMe. los- Lukommen hofften." . . . „Ich sehe aber noch einen zweiten Grund der Feindschaft so? vieler, jüdischer .Finanzgrößen gegen den Zionismus. So protzig und hochnäsig? sie scheinen, siehaben eine atavistische Aengstlichkeit nicht vollständig überwunden. In- Stunden der Gedrücktheit kommt etwas wie ein Zweifel über sie, ob ihre Stellung in der-Welt auch wirklich so sicher sei, wie sie sich selbst weismachen möchten? Siekennen? zwar . die jüdische Geschichte nicht, aber sie haben doch einmal, dunkeletwas läuten hören, daß es auch in England unter Richard Löwenherz, in Frankreich unter Philipp. dem Schönen, in Spanien unter Ferdinand und Jsabella jüdische Millionäre gegeben hat, die gleichfalls in Palästen wohnten, Hof- und Staatsämter bekleidetem deuAdel des Landes mit Trüffelmahlzeiten bewirteten und daß dann silötzlich. ohne Warnung, ein furchtbarer Tag anbrach, der diese lächelnden Millionäre in verstümmelte Leichen . und die Glücklicheren unter ihnen in landfahrende Bettler verwandelte.,- deren Nachkommen heute in den Judengassen Polens und Rumäniens verhungern. und verkommen. Da quillt aus dem tiefsten Grunde ihrer bangen? Seele die Frage empor:; Wie, wenn selbst dieser Marmorpalast, dieses Stahlspind mein Vermögen doch nicht genügend beschirmen würde? Wie, wenn selbst ein gräflicher- Kavallerie-Offizier - als Schwiegersohn kein ausreichender persönlicher Schutz wäre.E Und dieser-unhejm-. ließe Gedanke träufelt Wermut in ihren Kelch voll Rüderer oxtro ärr." Wer aus dem bisher Mitgeteilten etwa schließen zu. können glaubt, daß die Zionisten besser und bescheidener wären, als ihre Stammesgenossen, der irrt sich gründlich; sie sind vielmehr unglaublich anmaßend. Obwohl die Juden in Europa bekanntlich eine ungeheure Macht besitzen und manche Staaten völlig beherrschen,, wagt es der Redakteur der „Welt" (1899 Nr. 29) zu. schreiben: „In Berlin ist. jetzt eine Anstchtspostkarten-Ausstellung eröffnet worden. Karten aus sämtlichen Ländern, sind da zu sehen. Aber trotzdem fehlt eine Karte. Eine Ansichtskarte aus einem Lande, wo es den Juden gut geht." In demselben Blatte (1899 Nr. 4) liest man: „Der nationale Grundzug des jüdischen Stammes ist der ethische Sinn." Man kann wohl kaum die Wahrheitärger verdrehen, als es hier geschehen ist?) Nordau vergleicht die Zionisten (in der „Welt", 1899, Nr.. 20) sehr geschmack-. voll mit den Pilgrimfathers, welche auf der May Flower auszogen,, um iu den. jungfräulichen Wäldern Amerikas die Gewissensfreiheit zu suchen;-, mit den franzöfischen Hugenotten, die infolge der Widerrufung des Ediktes von Nantes aus-, gewandert sind; und mit den Holländern, welche die Zivilisation nach Afrika ge-- tragen haben. — Es geht doch nichts über die jüdische Bescheidenheit! i) Der intimfte Gegner der Zionisten, Herr M. A. Klausner stimmt in diesem Punkt mitihnem völlig überein: „Tie jüdische Weltanschauung hat die Ethik geschaffen (!.), und zur höchsten Blüte entmiMt"^ meint er.

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