Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Parteien innerhalb des modernen Judentums.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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102 einem Feind des deutschen Reichs oder Volkes zu verbunden- oder einen solchen zw unterstützen. Ihre Ziele und Zwecke, ihre Tendenzen und-Interessen haben gar keine- Ähnlichkeit mit denen jener deutschfeindlichen Nationalparteien." Trotz dieser Beruhigungsversuche werden uns die Zionisten schon erlauben müssen, über ihre Ziele unsere eignen Gedanken zu haben. Jede Unachtsamkeit den Juden gegenüber pflegt sich schwer zu rächen. Darum können wir nur jedem,, dem es angeht, raten, die Augen aufzumachen. Das eine Gute hat die zionistische Bewegung ohne Zweifel, daß sie die- Juden in bewußten und gewollten offenen nationalen Gegensatz zu ihren Wirts-- Völkern bringt. Ein hübscher Beitrag hierzu wird in der „Welt" 1898 Nr. 45> im einem Aufsatze geliefert, der überschrieben ist: Assimilation und Regeneration. Dm heißt es: „Columbus zog aus, auf dem Seewege Indien zu finden. Das gelang nicht bei der ersten Fahrt, aber ganz resultatlos verlief sie doch nicht;- beispielsweisewurde Amerika entdeckt. Das bisherige Resultat der zionistischen Bewegung mag an die „verfehlte" Unternehmung des Genuesen erinnern. Das gelobte Land ist den Juden noch gesperrt, aber ein anderes Zion ist bereits gefunden worden, su wichtig fast, wie das erhoffte und sicherlich auf dem Wege zu jenem gelegen: Das jüdische Selbstgefühl. Nicht das Selbstgefühl des süffisanten Litteraten oder aufgeblasenen Börseaners, sondern das des Juden als Juden, der dank der neuen Bewegung nicht mehr gar zu ängstlich darauf bedacht ist, sein Judentum zu verbergen oder gar wie einen Schimpf zu verleugnen. . . Die Stimmung der absoluten Resignation ist heute gewichen; die Bedränger des jüdischen Stammes findennicht mehr eine wehrlose Masse vor dem Kampfe schon fluchtbereiter Lämmer. Die- Juden fühlen sich mit Stolz wieder als die Abkömmlinge einer Rasse, der gegenüber die Massen auch in den fortgeschrittensten Nationen Europas nur als halbbarbarisch gelten-können". (Echt jüdischer Größenwahn! D. Berf.) „Das Asstmilationsbestreben war ein Irrtum. Dennoch wollen wir jene nicht schelten, die diesem Irrtum ihre ganze Lebensarbeit gewidmet haben. Der Irrtum entsprang gutem, philanthropischem Willen und einer aus den Zeiten des Nationalismus stammenden Verkennung der Menschennatur. Die Ethiker des Nationalismus glaubten, wie einst auch Sokrates, daß es nur eine Menschenseele gebe, die ganz nach Wunsch und Belieben bearbeitet, geformt werden könne. Sie glaubten daher auch, daß man den in Europa geborenen semitischen Juden nureuropäisch zu erziehen brauche, um ihn zum Deutschen, Franzosen, Engländer jüdischen Bekenntnisses zu machen. Da aber das Bestreben der besser situierten Juden darauf ausging, ihren Glaubensgenossen das Fortkommen in dev anders gearteten Umgebung zu erleichtern, so legten sie es ihnen dringend nahealle Sondereigentümlichkeiten zu beseitigen. Aus diesem Bestreben entstand ganz von selbst die weitere Anempfehlung der Taufe, die Befriedigung über nichtjüdisches Aeußere und manches andere, was uns heute als albern und würdelos erscheint." „Gestehen wir es nur ein, es ist nicht unser Verdienst allein, duß wir heute einen richtigeren Standpunkt einnehmen. Erst die ganz kernechte antisemitische Bewegung, deren Echtheit nur von oberflächlichen Politikern verkannt und auf tendenziöse Schürung zurückgeführt werden kann (Ei, ei! was sagen die Herren vom: Abwehrverein dazu? D. Verf.), diese antisemitische Bewegung hat uns darüber vollständig belehrt, daß eine Assimilation ebenso wenig möglich ist, wie etwa der UebeMjtt von der gelben zur roten Rasse. Das europäische Rassengefühl hat gegen das Eindringen des wesensverschiedenen jüdischen Elementes sehr energisch reagiert, und so sind wir uns erst recht unserer Wesensverschiedenheit bewußt geworden..