Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Parteien innerhalb des modernen Judentums.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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87 talmudischen Wissen — von einigen dieser Rabbiner wird übertreibend behauptet, daß sie den ganzen Talmud auswendig wissen — und in der Austiftelung talmudiicher Spitzfindigkeiten, Beschäftigungen, die für jedes nicht jüdische Hirn als der Gipfel der Albernheit erscheinen. Diese osteuropäischen Juden und ihr Treiben könnten uns sehr gleichgültig sein, wenn wir nicht von dort einen sehr unerwünschten Zuzug nach Deutschland bekämen. Unsere Grenzen sind leider diesen Physisch und moralisch ekelhaft schmutzigen orientalischen Elementen gegenüber nicht genügend fest verschlossen; noch immer können von diesen fanatischen und unglaublich hochmütigen „Auserwählten" manche zu uns gelangen, um hier eine bessere Existenz zu finden, als es in dem mit Juden übersättigten Galizien möglich ist. Obwohl sie uns Nichtjuden mit der größten Verachtung ansehen und nach ihrem Talmud nicht einmal als Menschen anerkennen, sondern jeden Akum oder Goi den Tieren des Feldes gleich achten, fühlen sie sich doch bald bei uns außerordentlich wohl. Sie verstehen mit großer , Schlauheit und Anpassungsfähigkeit alle Errungenschaften unserer Zivilisation zu benutzen, um rasch und leicht Geld zu verdienen. Unsere Konkursordnung ist für diese Talmudjünger ein Gegenstand eingehenden Studiums; sie erkennen bald, daß dieselbe ganz vorzüglich geeignet ist, einen geriebenen Geschäftsmann rasch zu Vermögen kommen zu lassen. Und unser mit ebenso viel Eifer studiertes Strafgesetzbuch zeigt ihnen bald so viele Lücken, daß es den an talmudische Spitzfindigkeiten gewöhnten Juden leicht und unversehrt durchschlüpfen läßt. — Uebrigens bleiben diese Zugewanderten nicht immer orthodox; der Einfluß ihrer hiesigen Stammesbrüder macht häufig sie selbst, mit wenigen Ausnahmen aber ihre Kinder zu liberalen, reformerisch gesinnten Juden, die von'unfern harmlosen Volksgenossen bald für gute Deutsche angesehen werden. Unter den seit Generationen in Deutschland wohnenden Juden ist die Zahl der Orthodoxen nicht groß; doch findet man sie in fast allen Gemeinden vertreten. Durch große Rührigkeit hatten sie es vor einigen Jahren dahin gebracht, daß sie im Repräsentanten-Kollegium der Berliner jüdischen Gemeinde die Mehrheit hatten. Die letzten Wahlen aber haben zum großen Leidwesen der Konservativen eine liberale Mehrheit ergeben. Seit mehreren Jahren ist in Berlin eine Rabbinerstelle vakant. Man liest über diese Angelegenheit in einem Artikel der A. Z. d. I. 1899 Nr. 8: „Von vornherein kann ein Rabbiner der äußersten Orthodoxie überhaupt nicht in Frage kommen, da für einen solchen hier absolut kein Boden ist. Innerhalb der großen Gemeinde zu Berlin existiert die starre Orthodoxie überhaupt nicht und sie kann deshalb auch keine Vertretung im Rabbinat beanspruchen. Diejenigen Elemente, welche dieser Richtung huldigen, haben sich in der orthodoxen Gemeinde Adaß Jisroel gesammelt." (Zur Charakterisierung der streng Orthodoxen heißt es daselbst vorher: „Man hat mit Männern unterhandelt, die das Tragen eines Regenschirms oder eines Taschentuchs am Sonnabend für ein gefährliches Vergehen gegen das Religionsgesetz halten, dann wieder mit anderen, die das Recht auf solche Beschränktheit nicht nur für sich in Anspruch nehmen, sondern sogar von sämtlichen Beamten der jüdischen Gemeinde fordern." Auch wieder echtes Judendeutsch, d. Verf.) „Dagegen geben wir gerne zu, daß auch innerhalb der Großgemeinde gegenwärtig eine Richtung vorhanden ist, deren numerische Bedeutung allerdings weit überschätzt wird, die aber doch mit aller Entschiedenheit eine Reform des Gottesdienstes ablehnt, die die Orgel perhorresziert und statt des gegenwärtig eingeführten Gebetbuches das alte Siddur wieder Herstellen möchte, und die deshalb den Rabbinern, welche auf dem Boden jenex Reformen stehen, nicht die Beaufsichtigung der