Mannheim
Compact Memory

Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Die Juden in Deutschland II. · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Die Juden in Deutschland II.
Date
1900-01-01
Page
Seite 61 (sequence 33)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9038025-9038027-423304--074-185059
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

61 Der Maurer KLmmler erzählt, er habe von der ganzen Sache nichts gewußt, . sei aber trotzdem von Jakob Wenk Druder des Julius) ausgefordert worden, mit als Zeuge aufzutreten. Er brauche gar nichts zu wissen; was er sagen solle, werde er schon morgen erfahren. Um den Wenk, der ihm lästig gewesen, los zu werden, habe er versprochen zu erscheinen, sei aber nicht gekommen. , Nach den Ausführungen des Staatsanwalts sind auch die Wenks moralisch verurteilt: beide Parteien haben kein noch so verwerfliches Mittel verschmäht, um einander zu schaden. Rechtsanwalt Faber führt aus: Wenn Jemand durch den Prozeß gerichtet sei, dann sei es die Familie Wenk. Vater und Sohn Wenk seien in gleicher Weise unglaubwürdig, besonders der Vater, der es nicht für verächtlich genug gehalten habe, einen armen Arbeiter in fo gemeiner Weise sich willfährig zu machen. Julius Wenk habe sich als ein durchaus raffinierter Mensch gezeigt, der jede Gelegenheit beim Schopf gefaßt habe, die erbärmlichsten Verleitungen vorzunehmen. Der Erfolg ist der nämliche, wie fast stets in Prozessen zwischen Deutschen und Juden. Wenn auch beide gleich schlecht waren, so spaziert doch nur der dumme Deutsche ins Zuchthaus, der schlaue Jude ist zwar moralisch gerichtet, geht aber frei aus, da man ihm nicht beikommen kann. — Wer vom Juden ißt, stirbt daran! (Franks. Post 1. 11. 97.) Wegen Beihilfe zum Meineide wurde der Agent Richard Cahn vom Bautzener Schwurgericht zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. (Tägl. Rundsch. 24.11. 94). Der 20jährige Jude Naurus Hab er er (Hamburg-Rotherbaum) stellte dem hübschen Dienstmädchen seiner Mutter nach, sodaß dieses sich schließlich genötigt sah, den Dienst zu verlassen und da man ihm seinen Lohn vorenthielt, auf Lohnzahlung zu klagen. ' In beiden Prozessen, vor dem Zivilwie vor dem Strafgericht wurde auf Vorschlag des Mädchens die Köchin der Herrschaft vernommen, ob das Mädchen von dem Sohne des Hauses belästigt sei. Beide Male bestritt die Köchin das unter ihrem Eide. Schließlich aber legte die Köchin unter dem Druck der Verhältnisse ein Geständnis ab, daß sie durch Androhung der Kündigung einerseits und durch Geldversprechungen andererseits von Frau Haberer und deren Schwiegersohn, Heinrich Kahn, zu den unwahren Aussagen bestimmt sei, damit der junge Haberer nicht ins 'Gefängnis brauche. — Die Folge dieses Geständnisses war, daß Frau Haberer, die in Sammt und Seide, brillantengeschmückt in den Schwurgerichtssaal hereingerauscht war, und ihr Schwiegersohn Heinrich Kahn, Inhaber eines großen Hamburger Exportgeschäfts, wegen Anstiftung zum Meineide sofort verhaftet wurden. Die bedauernswerte Köchin wurde zu 11/2 Jahren Zuchthaus verurteilt. (Frankfurter Post 1. 8. 98). Vor ungefähr zwei Jahren eröffnete der Herr D. Gans in Werdohl, einem N kleinen westfälischen Dörfchen, ein Warenhaus, das anscheinend die besten Früchte nicht gebracht hat, denn heute ist Gans und sein Warenhaus in Konkurs. Der junge Gans verging sich unsittlich an dem Dienstmädchen seiner Eltern und als die Polizei Kenntnis von diesem Treiben erhielt, versuchte seine Mutter das Dienstmädchen durch eine Doppelkrone zu veranlassen, vor Gericht zu Gunsten ihres Sohnes auszusagen. .Das Dienstmädchen sagte jedoch die Wahrheit und die gute Frau . Gans erhielt wegen ihrer versuchten Beeinflussung ein Jahr Zuchthaus. (Deutschsoz. Blätter 3. 8. 99.) Besonders verwerflich ist die Bestechung mäßig bezahlter Beamten durch die Juden. Noch immer ungesühnt ist der durch Gerichtserkenntnis festgestellte frivole -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.