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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Die Juden in Deutschland II. · p. Seite 60

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Die Juden in Deutschland II.
Date
1900-01-01
Page
Seite 60 (sequence 32)
Language
German
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60 I ose pH, namentlich von Frau Joseph dazu verleitet worden war. — Die Sache kam vor's Schwurgericht. Nach langer Verhandlung erklärte der Staatsanwalt im Betreff der Eheleute Joseph die Verleitung zum Meineide für erwiesen und die Handlungsweise der Josephs, ein armes, dummes Mädchen zum Meineide zu verführen, für empörend. Gegen Joseph zeugte auch die Dienstmagd Benkord, die schon früher von ihm zur falschen Aussage verleitet worden war. Die Führmeyer weinte fortwährend, während die Josephs ein freches Benehmen zur Schau trugen. Die Führmeyer erhielt 1 Jahr Gefängnis, Abraham Joseph 2 Jahre Zuchthaus^ Frau Joseph 3 Jahre Zuchthaus. Im Juli 1897 brach in Frankfurt a. M. das Bankgeschäft Federlin zusammen. Federlin war von Haus aus ein braver und fleißiger Mann, der nachdem er einen großen Lotteriegewinn gemacht hatte, vom Spielteufel erfaßt wurde und von Juden verlockt zur Börse ging. Da er vom Börsentreiben nichts verstand, nahm er den Fachmann Moritz Hirsch als Prokurist ins Geschäft und damit war sein Unglück besiegelt. Hören wir, wie selbst der judenfrenndliche „Frankfurter Generalanzeiger" über diesen Erzgauner berichtet: In dem Mitangeklagten Hirsch verkörpert sich ein Stück jenes seelenlosen Gaunertums, dem der Zweck alle Mittel heiligt, das auf den Trümmern gestürzter Existenzen die eigene Herrlichkeit zu gründen beabsichtigt. Hirsch war's der zufolge der größeren Initiative, zu welcher ihn sein.Charakter befähigte, der. intellektuelle Leiter des verhängnisvollen Bankgeschäfts gewesen ist, er war's, der auch den unselbständigen, durch herbe Verluste unsicher gewordenen, nunmehr 69 Jahre zählenden Federlin einzig die eigenen Interessen rücksichtsloser Selbstsucht auf Kosten der pekuniären Wohlfahrt seiner Kunden in den Vordergrund rücken ließ, er war derjenige, welcher seinen verzagten, vertrauensseligen Chef auf nichtswürdige Weise hinterging. Charakteristisch ist es auch für Hirsch, daß er derjenige ist, der sich am zähesten aufs Leugnen legte — auf die kühne Berechnung bauend, daß die schlecht geführten Bücher über sein Fischen im Trüben nicht Aufschluß zu geben vermögen. — Das Ende war: der verführte Deutsche Federlin bekam 4 Jahre, der jüdische Verführer Hirsch 212 Jahre Gefängnis. '— Wer. vom Juden ißt, stirbt daran. lFrankf. Post 1. 8. 97). Im Oktober 1897 spielte sich in Frankfurt a. M. ein großer Meineidsprozeß ab, dessen Anfänge bis ins Jahr 1893 zurückreichten. Die beiden Brüder Görk glaubten sich seit dem Jahre 1893 von dem jüdischen Ziegeleibesitzer Simon Wenk und dessen Sohne Julius bei Lieferung von Materialien und besonders beim Ankäufe eines Bauplatzes erheblich übervorteilt, und strengten deshalb einen Prozeß an. Von dieser Zeit her rührt eine wütende Feindschaft zwischen den beiden Parteien, sie suchten sich gegenseitig um jeden Preis zu ruinieren, auf ein paar Meineide mehr oder weniger kam es dabei nicht an. Diese Feindschaft kam auch bei dem Prozesse des Jahres 97 wieder zum Ausdruck. Wir heben hier nur einige interessante Vorkommnisse aus den Verhandlungen hervor: Carl Stein giebt an, Julius Wenk habe, als er im Gefängnis saß, dem Gefangenen Schenk für Besorgung einiger Zettel 3 Mark versprochen, habe aber später, seiner edlen Gesinnung vollkommen entsprechend, den Mann, als er seinen Thaler . verlangte, die Treppe hinunter geworfen. Zeuge Rohrbach sagt aus, daß er von Wenk fortgeschickt sei, weil er keinen Meineid leisten wollte. Man habe ihm Monate lang nachgetragen, daß er nach Verurteilung des Julius Wenk in Steins Wirtschaft geäußert habe-. „Das geschieht den Juden ganz recht, sie haben's auch ein wenig zu arg gemacht." -

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